Wilhelm Stricker (94): Mit dem VdK durchs Leben

Der 94-jährige Wilhelm Stricker (m.) ist seit 70 Jahren VdK-Mitglied und stand dem Verband 40 Jahre lang in Haspe als erster Vorsitzender vor. Jetzt leitet Ulla Wege (r.) die Geschicke des Ortsverbandes Haspe mit Hilfe ihres Ehemanns Roland (l.). (Foto: A

Der 94-jährige Wilhelm Stricker (m.) ist seit 70 Jahren VdK-Mitglied und stand dem Verband 40 Jahre lang in Haspe als erster Vorsitzender vor. Jetzt leitet Ulla Wege (r.) die Geschicke des Ortsverbandes Haspe mit Hilfe ihres Ehemanns Roland (l.). (Foto: A

Haspe. (anna) In unserer neuen Serie „Ehrenamt“ stellen wir heute Wilhelm Stricker und den VdK vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich überall im Land der „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands – VdK“.
Ein Mann der ersten Stunde war der Hasper Wilhelm Stricker (94), der 40 Jahre lang dem Hasper Ortsverein vorstand. Heute ist er Ehrenmitglied. Stricker verlor im Krieg beide Beine und erfuhr so schon vor 70 Jahren am eigenen Leib, wie wichtig dieser Verband für Versehrte war.
Neue Führung
Seit fünf Jahren leitet die 64-jährige Ulla Wege den Ortsverband Haspe; sie ist auch stellvertretende Leiterin des Kreisverbandes Hagen/Ennepe-­Ruhr. Die engagierte Rentnerin und ihr Ehemann Roland kümmern sich zur Zeit um 585 Mitglieder in Haspe.
Jeden letzten Mittwoch im Monat lädt der VdK zum Kaffeetrinken in den Awo-Treff am Hüttenplatz mitten in Haspe ein. Gäste sind beim VdK immer willkommen.
Was ist der VdK?
Kurz nach Kriegsende gründeten sich in Städten und Gemeinden Selbsthilfegruppen, die die Interessen der Kriegsgeschädigten, Witwen und Waisen gegenüber der Verwaltung vertraten. Im Westen Hagens wurde mit Erlaubnis der britischen Besatzungsmacht der VdK-Ortsverband Haspe-Wehringhausen am 15. März 1947 gegründet.
Im Jahr 1952 übernahm der gebürtig aus Hinterpommern stammende Wilhelm Stricker den Vorsitz. „Der Zweite Weltkrieg hatte in allen Lebensbereichen ein heute nicht mehr vollstellbares Chaos hinterlassen, in dem sich die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen zurechtfinden mussten“, kann Stricker sich erinnern. „Zehntausende von Kriegsopfern sahen als Einzelperson keine Möglichkeit, ihre Ansprüche auf Versorgung mit Nachdruck zu vertreten. Hier kam es auf die ehrenamtliche Arbeit des VdK an.“
Vereinsleben
Die heutige Hasper VdK-Vorsitzende Ulla Wege und ihr Mann Roland sind Wilhelm Stricker freundschaftlich verbunden. Seit 2003 engagiert sich die Rentnerin im Verband und will das Vereinsleben bunt gestalten, auch wenn sich die Aufgaben geändert haben. Der VdK vertritt heute mit großem Engagement Menschen mit Behinderungen, Unfallopfer, Sozialversicherte und Grundsicherungsempfänger.
Seinen Mitgliedern bietet der VdK eine kostenlose Rechtsberatung durch kompetente Anwälte zur Durchsetzung ihrer Interessen bei Schwerstbehinderung, Arbeitsunfähigkeit oder Rentenangelegenheiten an. Dabei begleiten die Rechtsanwälte die VdK-Mitglieder gegen einen kleinen Kostenbeitrag bis zum Sozialgericht. Oft mit großem Erfolg.
„Trotz der hohen Mitgliederzahl ist es schwierig, neue Mitglieder für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen“, bedauert Ulla Wege. Waren es früher ältere Senioren, sind es jetzt viele 50-Jährige, die den VdK um Hilfe bitten. Für alle organisiert Ulla Wege Freizeiten, Fahrten, Vorträge und gemütliche Kaffeestunden. Telefonisch ist sie unter der Rufnummer 403877 zu erreichen.
Beratung
Die Rechtsberatung des VdK findet im Sozialen Rathaus am Berliner Platz, Raum D129, immer montags von 9 bis 11.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr statt.