Willkommen

Deutschland ist das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Aber auch aus dem Ausland kommen immer wieder gerne Urlauber in die Bundesrepublik – sogar nach Hagen. Normalerweise werden diese sehr gastfreundlich aufgenommen.
Doch wie Tilo erst kürzlich berichtet wurde, gibt es auch Einzelfälle, in denen es anders läuft. Eine polnische Familie besuchte Verwandte in der Volmestadt. Das Auto wurde, so wie jedes Jahr, an der Straße geparkt. Doch, oh Schreck, da hatten sie die Rechnung ohne das Hagener Ordnungsamt gemacht. Denn nach nur elf Tagen haben die Hüter von Recht und Ordnung auf den städtischen Pfaden festgestellt: Dieses Auto hat keine Umweltplakette! Und noch viel schlimmer: Es hat gar kein deutsches Nummernschild! Und schwupps, war ein Bußgeldbescheid über 80 Euro geschrieben. Das hat die junge Fahrzeughalterin erst einmal aus den Socken gehauen.

Als kurz darauf die Nummernschilder sowie die Versicherungsbescheinigung eingezogen wurden, war es vorbei mit der Urlaubsstimmung. Kein Auto und viel Rennerei später klärt sich auf: Die polnischen Gäste sind wirklich Gäste und keine Einwanderer, die eine Ummeldung vergessen haben! Doch statt gute Gastgeber zu sein und Nummernschild und Co. schnell wieder rauszurücken, trödelte das Ordnungsamt. Gut eine Woche warteten die osteuropäischen „Unglücksurlauber“, bis sie sich auf die Suche begaben. Fündig wurden sie schließlich in Hohenlimburg im Straßenverkehrsamt.
Ob diese Urlauber wohl in ihrer Heimat von vielen tollen Erlebnissen in der Volmestadt erzählen werden – oder überwiegt die bittere Erinnerung, vom preußischen Amtsschimmel geritten worden zu sein?
Mit ähnlich gemischten Gefühlen dürften wohl viele tausend friedliche Demonstranten den G20-Gipfel in Hamburg in Erinnerung behalten. Der sogenannte „Schwarze Block“ dominierte mit kriminellen Aktionen die Berichterstattung. Brennende Autos, verletzte Polizisten und geplünderte Einzelhändler – das wird vielen von diesem Gipfel in Erinnerung bleiben. Tilo allerdings ist begeistert von den Bewohnern des Schanzen-Viertels: Mit Besen und Kehrblech bewaffnet haben sie in Windeseile das Chaos der Idioten beseitigt.
Das zeigt: Es muss nicht immer das Negative in Erinnerung bleiben. Vielleicht geben die Hagen-Urlauber der Stadt ja eine zweite Chance.
Tilo