Winzig und Würger: Komödien laufen gut an der Volme

Hagen. (je) Es läuft zufriedenstellend im Theater an der Volme, da sind sich die Betreiber Indra Janorschke und Dario Weberg einig. Im abgelaufenen Jahr konnte die Bühne auf dem Elbersgelände immerhin auf durchschnittlich 70 Prozent verkaufter Plätze zurückblicken, oft wurde gar bereits im Vorfeld der Veranstaltungen „ausverkauft“ gemeldet.
Dass es auch nach fünf Jahren so gut läuft in einer Stadt, deren Einwohner mit Kultur immer mal wieder so ihre Problemchen haben, führt das Künstlerpaar auf mehrere Tatsachen zurück. „Wir haben im Laufe der Jahre viel gelernt, wie an kleinen Stellen gespart werden kann“, stellt Indra Janorschke fest. Aber auch bei der Programmplanung fand ein Lernprozess statt. Fanden im Jahr 2015 noch 199 Vorstellungen statt, wurde die Zahl 2016 auf 175 reduziert. Insbesondere Aufführungen an Wochentagen wurden gestrichen, denn diese werden in Hagen grundsätzlich schelchter besucht als solche an Wochenenden.
Auch rund um bestimmte Feiertage wurde optimiert: während Vorstellungen an Weihnachten und insbesondere Silvester nahezu immer ausverkauft sind, verirrt sich zu Ostern kaum jemand ins Theater. Eine gute Gelegenheit, sich etwas entspannter auf die Schlossspiele in Hohenlimburg vorzubereiten, deren künstlerische Leitung Weberg auch 2017 wieder übernimmt.
Ehrenamtlich
Eine große Erleichterung für die Arbeit im Theater an der Volme bzw. seinen gemeinnützigen Förderverein ist die Zertifizierung als „Einsatzstelle im kulturellen Bereich“ durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.
So haben derzeit zwei junge Frauen die Chance, hier ihren „Bundesfreiwilligendienst“ zu leisten. Die „Bufdis“ erlernen in Vollzeit ein Jahr lang den Kulturbetrieb in allen seinen Facetten kennen, erhalten zusätzlich fünf Wochen lang Seminare zur politischen Bildung und bekommen auch eine kleine Bezahlung.
Seichte Kost
Auch inhaltlich mussten sich die Theatermacher dem Hagener Publikum annähern. Ernste und anspruchsvolle Themen laufen an der Volme kaum, trotz teils bekannter Stücke wie etwa Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“, das von Roman Polanski erfolgreich mit Kate Winslet, Jodie Foster und Christoph Waltz verfilmt wurde.
Komödien, Krimis und Musik, seichte Theaterkost eben, füllt den Saal. Erstaunlich erfolgreich sind auch die Eigenproduktionen mit Lokalkolorit: „Unser großer Vorteil ist, dass wir selber Stücke schreiben. Man braucht einen guten Titel und muss vermitteln, dass es lustig ist“, ist Dario Weberg überzeugt. So waren die herrlich absurden Edgar-Wallace-­Parodien „Das Gasthaus an der Volme“ und „Der Henker von Haspe“ wahre Publikumsmagnete. Eine Strähne, die natürlich fortgesetzt wird: im Herbst 2017 sucht „Der Würger von Wehringhausen“ das Theater an der Volme heim.
Im Frühjahr
Auch im neuen Jahr stehen natürlich wieder einige der bekannten und erfolgreichen Produktionen auf dem Programm. So gibt es ein Wiedersehen mit den Hagener Krimi-Satiren, den Komödien „Trinkhalle am Eck“, „Heißer Flirt und fette Beute“ und „Mama und Luigi“ oder mit der Agatha-­Christie-Adaption „Zehn kleine Negerlein“. Und auch die Schauspiel-Revue zum Leben von Frank Sinatra oder die Hommagen an die 70er („Ein Bett im Kornfeld“) bzw. 80er Jahre („Ich will Spaß!“) sind ebenso dabei wie die Erinnerung an Heinz Erhardt („Von der Pampelmuse geküsst“).
Aber auch vier Premieren stehen im ersten Drittel des neuen Jahres an: In der Komödie „Hühnchen, ich hab einen Liebling zu rupfen“ geht es um das turbulente Treiben in der psychiatrischen Praxis des Dr. Hannes Rauhenstein. Die Premiere im 27. Januar ist bereits ausverkauft, weitere Vorstellungen stehen an.
Neu ab 19. Februar ist dann ein weiterer Teil der Krimi-Reihe „Mama und Luigi“: Die Tochter des Hagener Landtagsabgeordneten Wolfgang Weihergang ist verschwunden, Kripobeamtin Lisa ermittelt –und muss sich gleichzeitig zur „Entführung Arrabbiata“ noch mit ihrer Mutter und deren Liebhaber Luigi herumplagen.
„Liebling, verdufte!“ schallt es ab 24. März dem Parfümproduzenten Frank Tasser entgegen. Der untreue Ehemann, Vater und Liebhaber soll nach dem Willen seiner Opfer aus der Welt verduften – doch dann überschlagen sich die Ereignisse…
Auf die letzte Premiere der ersten Monate freut man sich im Theater an der Volme dann ganz besonders, denn sie ist ein echtes Highlight. Mit „Willi Winzig“ kommt ab dem 28. April eine der Paraderollen von Heinz Erhardt nach Hagen. Rund 600 Mal ist der Komödiant als kleine Finanzbeamter mit großem Herz durch die Republik getourt. Um seine Pension nicht zu verlieren, will er sich als „geisteskrank“ diagnostizieren lassen. Was in einer deutschen Amtsstube schwieriger ist, als erwartet.
Karten für alle Vorstellungen gibt es beispielsweise beim Wochenkurier in Hagen, Körnerstraße 45, oder online unter www.theaterandervolme.de.