Alles unter einem Dach

Als die CDU-Kreisvorsitzende Carmen Knollmann mit Jörg Dehm vor einem Jahr in den Wahlkampf startete, versprachen beide, den Bereich „Wirtschaftsförderung und Tourismus“ in Hagen reformieren zu wollen. Am morgigen Donnerstag soll der Rat diese Reform beschließen.(Foto: wochenkurier-Archiv)

Hagen. (ME) Der Rat der Stadt Hagen kommt am morgigen Donnerstag, 8. Juli, zum letzten Mal vor der Sommerpause zusammen. Getagt wird natürlich im Rathaus. Ab 15 Uhr haben die Lokalpolitiker unter Leitung von OB Jörg Dehm eine diesmal eher etwas kürzere Tagesordnung zu bewältigen. Der Baubeschluss zur Bahnhofshinterfahrung steht beispielsweise auf dem Plan. Ebenso der Bebauungsplan „Haßleyer Insel“, wo im südlichen Bereich die Mark-E neu bauen möchte. Und unter dem Punkt „5.2“ soll die „Neuaufstellung von Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus“ beschlossen werden.

Bereits im Wahlkampf hatte Jörg Dehm vor einem Jahr angekündigt, im Falle seiner Wahl zum OB das Thema „Wirtschaftsförderung/ Tourismus“ zur Chefsache erheben zu wollen. Der Ankündigung lässt er jetzt Taten folgen. Schon seit Jahren wird diese „Neuaufstellung“ gefordert. So hatte sich beispielsweise ein Arbeitskreis des „Hagener Zukunftsforums“ schon vor geraumer Zeit mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit gewagt. Doch lange Zeit fehlte der Politik offenbar der Wille (oder der Mut?), dieses wichtige Thema in Angriff zu nehmen. Dabei war es längst „höchste Eisenbahn“. Gehörte doch Hagen bei der „Wirtschaftsfreundlichkeit“ in den letzten Jahren bei allen Untersuchungen immer zu den landesweiten Schlusslichtern. Das sprach sich sogar bis ins ferne Dinslaken herum, dem früheren Dienstsitz unseres heutigen Oberbürgermeisters.

Zukunftsfähig

Jetzt macht Dehm „Nägel mit Köpfen“ und verspricht: „Spätestens zum 1. November 2010 soll die neu aufgestellte ’Hagen Agentur GmbH’ an den Start gehen. Unter ihrem Dach werden die bisherige Wirtschaftsförderung GmbH (WFG), das Servicezentrum Wirtschaft (SZW), die Hagen Touristik sowie Aufgaben des Stadtmarketings und der Stadtwerbung zusammengeführt.“ Wenn der Rat am morgigen Donnerstag „grünes Licht“ gibt – wovon auszugehen ist -, steht der Errichtung dieser neuen „Agentur“ nichts mehr im Wege.

„Ich freue mich“, so OB Jörg Dehm weiter, „dass es nach zahlreichen intensiven Gesprächen und in Abstimmung mit den Fraktionsspitzen von CDU, SPD und FDP gelungen ist, eine Lösung zu erarbeiten, damit diese neue Gesellschaft auf ein tragfähiges Fundament gestellt werden kann. Ich bin sicher, dass wir mit der ’Hagen Agentur GmbH’ einen elementaren Schritt voran kommen werden bei unserem dringend notwendigen Vorhaben, den Wirtschaftsstandort Hagen dauerhaft zukunftsfähig zu gestalten sowie Stadt- und Standortmarketing und Tourismusförderung konsequent weiterzuentwickeln“, so der Hagener Oberbürgermeister, der gleichzeitig betont, dass von dem vor zwei Jahren gefassten Konsolidierungsbeschluss, mindestens 500.000 Euro in diesem Bereich einzusparen, keinesfalls abgerückt wird.

Aktiv beteiligen

Um einen engen Schulterschluss mit der heimischen Wirtschaft zu unterstreichen, sollen Hagener Unternehmerinnen und Unternehmer, Unternehmen selbst sowie Kammern und Wirtschaftsverbände mit dem vorgesehenen Ratsbeschluss noch einmal ausdrücklich dazu eingeladen werden, sich „direkt, aktiv und nachhaltig“ an dem Neuaufstellungsprozess zu beteiligen. Zu diesem Zweck soll kurzfristig ein Wirtschaftsbeirat eingerichtet werden, der den Rat künftig intensiv beraten soll.

Um die optimale Verzahnung der neuen „Hagen Agentur GmbH“ und der Stadtverwaltung sicherzustellen, ist zudem die Schaffung einer Stabsstelle „Wirtschaft und Marketing“ vorgesehen, die unmittelbar dem Oberbürgermeister zugeordnet wird.

Ohne Schmidt

Ferner sieht die Vorlage vor, den Ersten Beigeordneten der Stadt Hagen, Dr. Christian Schmidt, mit Ablauf des 31. Oktober als Geschäftsführer der WFG abzuberufen. Alleiniger Geschäftsführer der neuen Hagen Agentur GmbH soll nach diesem Datum der bisherige hauptamtliche Geschäftsführer der WFG GmbH, Gerhard Schießer, sein.

Oberbürgermeister Jörg Dehm: „Die Verantwortung für die Aufgabe Wirtschaftsförderung wird künftig unmittelbar bei mir angesiedelt sein, so dass ein nebenamtlicher Geschäftsführer aus der Verwaltung nicht mehr erforderlich ist. Da Schmidt nicht zuletzt mit Blick auf den bevorstehenden Konsolidierungsprozess mit vielfältigen und überaus anspruchsvollen Aufgaben innerhalb unserer Verwaltung betraut ist, soll er von seiner Geschäftsführertätigkeit daher entbunden werden.“ Im Wissen um die umfassenden Erfahrungen und die in vielen Jahren aufgebauten Netzwerke wird die Verantwortung für die EU-geförderte Projektarbeit jedoch bei Schmidt verbleiben.