wk-Tipps für die festlichen Tage

Hagen. (nic) Die Erwartungen an die Weihnachtsfeiertage sind hoch: besinnlich sollen sie sein, alle sollen sich seelig lächelnd in den Armen liegen, während die perfekte Gans im delikaten Sud schmort und die Kinder brav herausgeputzt auf die Geschenke warten. Dabei sieht die Realität oftmals anders aus: die Schwiegermutter nervt, die Kinder plärren, der Streit um die farblich nicht aufeinander abgestimmten Christbaumkugeln eskaliert, während das aufwendig zubereitete Weihnachtmahl anbrennt. Doch irgendwo dazwischen muss doch der Geist von Weihnachten schlummern.

In der neuen wk-Vorweihnachtsserie möchten wir Tipps und Ratschläge an die Hand geben, was der Einzelne beachten und was besser vermeiden sollte, damit die Familie unbeschadet über die „besinnlichen Tage“ im Jahr kommt.

Ist es heuchlerisch, zur Christmette zu gehen, während man die restlichen 364 Tage die Kirche nur von außen gesehen hat? Muss ein duftender Tannenbaum her, oder darf es auch mal die Plastikversion sein? Ist es legitim, sich als Paar nichts zu schenken? Diesen und vielen weiteren Fragen werden wir in unserer fortan wöchentlich erscheinenden Vorweihnachtsserie auf den Grund gehen, um bestens gerüstet und entspannt der Heiligen Nacht entgegen zu blicken. Dazu hat der wochenkurier verschiedene Menschen, kleine und große, Personen des öffentlichen Lebens, Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen aus Hagen und der Region befragt.

Der Tannenbaum gehört für viele Menschen zum festen Bestandteil des Weihnachtsfestes. Doch beim Schmücken scheiden sich die Geister, und zwischen Lichterkugel, Strohstern und Lametta entflammt schon mal der ein oder andere Streit. Dieser kleine „Weihnachtsmann“ scheint sich einfach nur auf das bevorstehende Fest zu freuen. (Foto: Nicole Stember)

Darf ich per SMS Weihnachtsgrüße verschicken?

Internet und Handy gehören mittlerweile zu unserem Alltag und sind daraus auch nicht mehr wegzudenken. Sie erfüllen vollends ihren Zweck, wenn es um Terminabsprachen, Small-Talk oder kurzfristige Änderungen geht. Jugendliche und junge Erwachsene „reden“ heute hauptsächlich über diese Medien. Viele von ihnen machen sich somit keine Gedanken, ob es sich schickt, nette Wünsche übers Tastenfeld einzugeben und allein unsere Frage würde bei ihnen schon für Verwirrung sorgen. Allerdings kann diese Art der Grußübermittlung auch ein schwerer Fehler sein und ist zum Beispiel unter Geschäftspartnern gar nicht gern gesehen. Da erlebt das gute alte Büttenpapier seine Auferstehung. Auch Tante Anni oder Oma Frieda wären mit Sicherheit überfordert, die eingehende elektronische Nachricht zu öffnen und statt Freude würde die Verwunderung an erster Stelle stehen und eine breite Diskussion über den Werteverfall einhergehen.

„Ich mache gar nicht mehr so viel über SMS und verschicke darüber auch keine persönlichen Nachrichten – erst recht keine Weihnachtsgrüße. Die schreibe ich lieber auf eine schöne Karte, überbringe sie persönlich oder, wenn es gar nicht anders geht, mündlich am Telefon. Die SMS lässt sich so leicht wegdrücken, manchmal nehme ich sie selbst nur halb wahr oder vergesse manchmal sie im ’Eifer des Gefechts’ zu lesen.“ (Rouven Lotz, Kustos Emil-Schumacher-Museum, Hagen)

Wer bringt die Geschenke – das Christkind oder der Weihnachtsmann?

Das Christkind ist „steinalt“ und christlich geprägt, der pausbäckige Weihnachtsmann im Vergleich dazu noch recht jung und eine Erfindung der Wirtschaft – und doch sind beide, zumindest bei Kindern, gleichermaßen beliebt und lassen die kleinen Herzen höher schlagen. In manchen Familien schauen auch beide über die Weihnachtsfeiertage vorbei, wobei der (nachgemachte) Weihnachtsmann hinsichtlich der Kleidung definitiv im Vorteil ist. Allerorts lässt er sich in seinem leuchtend roten Mantel blicken, auf Märkten, Betriebsfeiern und im Kindergarten. Das Christkind ist da etwas bescheidener. Und wer bringt nun die Geschenke?

„Ganz klar, das Christkind. Ich selbst habe eine christliche Erziehung genossen, von daher gibt es für mich nur das Christkind – auch heute noch. Das haben wir auch bei unseren KIndern beibehalten. Der Weihnachtsmann hat für mich einen kommerziellen Hintergrund. Das gefällt mir nicht! Das Christkind bringt die Geschenke, und Geschenke sind auch wichtig. Dabei zählt für mich nicht der finanzielle Wert, sondern die Geste, die hinter einem Geschenk steht.“ (Klaus Hacker, Präsident Lions-Club Hagen Mark und Vorsitzender Förderverein Theater Hagen)

Gehört ein Tier auf den Gabentisch?

Oh, oh, diese Frage erhitzt die Gemüter: Tierheim-Mitarbeiter ziehen ein leidiges Gesicht, Generationen von Eltern und Kindern führen hitzige Diskussionen um Fiffi und Minka, Großeltern lassen sich gerne erweichen, was wiederum zum äußerst angespannten Verhältnis zwischen ihnen und den eigenen Kindern, sprich Erziehungsberechtigten, führt. Aber was denken die lieben Kleinen über die Expresssendung Hund – Katze – Maus unterm Tannenbaum?

„Na klar, wünschen darf ich mir alles, das sagt meine Mama immer, aber ob ich es dann kriege, ist eine andere Sache. Ich möchte einen Hamster, und wenn das nicht geht, eine Schildkröte. Ich mag Schildkröten, aber die kann ich nicht so gut streicheln. Dann nehme ich doch lieber den Hamster. Mama hat mich gefragt, was ich mit dem Tier machen würde, wenn wir im Urlaub sind. – Mitnehmen!“ (Luke Stember, wochenkurier-Nachwuchs, Iserlohn)

Wie wichtig sind Rituale?

Das Ritual, ein gleich bleibender, immer wiederkehrender Ablauf, der Sicherheit gibt, weil jeder genau weiß, was ihn erwartet, der die Vorfreude weckt auf das Kommende – oder gähnende Langeweile entstehen lässt, eben weil jeder genau weiß, was ihn erwartet – die kommenden Festtage. Wie wichtig sind Rituale zum Weihnachtsfest?

„Ganz wichtig! Zu Weihnachten haben wir immer einen festen Ablauf. Heiligabend gehen wir zuerst mit unserer Tochter in die Kirche. Dann kommt der Weihnachtsmann zu uns nach Hause und verteilt die Geschenke. Der kommt später übrigens noch einmal – allerdings in normaler Kleidung – mit seiner Frau zum gemeinsamen Abendessen. Das hat sich so ergeben. In einem Jahr hatte der Weihnachtsmann, der übrigens nebenan wohnt, selbst Gäste eingeladen, die kurzfristig absagen mussten. Nun war viel zu viel Essen übrig. Und da unser Weihnachtsmahl – ein Fisch – leider verdorben war, haben wir gerne die Einladung zum gemeinsamen Essen angenommen und diese Tradition über die Jahre fortgesetzt. Ich freue mich schon auf das Weihnachtsfest.“ (Frank Müller, Mitarbeiter wochenkurier Hagen)

Weiter geht es in der nächsten Woche zum Beispiel mit der Frage: Darf auf den Tannenbaum verzichtet werden? Tut es ein Exemplar aus Plastik nicht auch?