Wo Schweini und Co. auf der Klassentafel kicken

Wetter. (Red.) „Im WM-Sommer 2014 haben Schüler und Lehrer darauf sogar gemeinsam Deutschland-Länderspiele geschaut und dazu eine Klassenübernachtung organisiert“, blickt Roland Sieling nicht ohne Stolz auf eine der elektronischen Klassentafeln, mit dem alle Unterrichtsräume der Georg-Müller-Gesamtschule ausgestattet sind. Hier in Volmarstein, einen Steinwurf zur Stadtgrenze Hagen-Haspe, ist die Zeit von quietschender Kreide und staubigen Schwämmen seit mehr als vier Jahren Vergangenheit. „Die topp-moderne Einrichtung ist jedoch längst nicht der einzige gute Grund, um sein Kind bei uns anzumelden“, meint der Schulleiter.

Auch Atheisten gern gesehen

Noch bis zum 15. Januar, jeweils von 7 bis 14 Uhr, nimmt die Georg-Müller-Schule Anmeldungen von Grundschülern an, die im Sommer die vierte Klasse abschließen und dann zur evangelischen Bekenntnisschule in der Ruhrstadt wechseln möchten. „Der Besuch unserer Schule bedeutet nicht, dass dem Schüler der Glaube aufgezwungen wird. Atheisten oder Andersgläubige können bei uns einen ebenso guten Schulabschluss machen wie gläubige Christen“, so Roland Sieling, der darauf verweist, dass für die „GMS“ die gleichen Lehrpläne gelten und die gleiche Schulaufsicht zuständig ist wie für die Regelschulen.

Der Unterschied zur Regelschule besteht darin, dass man sich nicht vom Religionsunterricht abmelden kann. Die thematische Auseinandersetzung mit dem Glauben ist also Pflicht. Zudem gibt es verschiedene weitere, christlich geprägte Angebote, die auf freiwilliger Basis besucht werden können. Die Vermittlung von christlichen Werten wie Nächstenliebe und Humanität erscheint auch vielen nicht-evangelischen Eltern gerade in heutiger Zeit sehr sinnvoll.

Anfänge in Gevelsberg

Modern und gepflegt sieht es in der Schule aus – kein Wunder, wurde das neue Gebäude doch erst im August 2011 eingeweiht. Die Anfänge der Schule gehen jedoch viel weiter zurück: Schon 1994 wurde der Schulbetrieb aufgenommen, anfangs noch im Gebäude der Georg-Müller-Grundschule in Gevelsberg, die ebenso wie die Gesamtschule vom Trägerverein Christliche Bekenntnisschule Ennepe-Ruhr betrieben wird. Zwei Jahre später wurden am heutigen Standort Pavillons bezogen, deren Zahl sich im Laufe der Jahre erhöhte. Dazu kamen 2003 eine Mehrzweckhalle und 2005 eine Sporthalle, bis 2010 der erste Spatenstich zur Errichtung des Neubaus erfolgte. Dabei wurden die Anforderungen der modernen Kommunikationsgesellschaft an ein Gebäude von Anfang an berücksichtigt.

So möchte Roland Sieling die elektronischen Tafeln in seiner Schule nicht mehr missen – und das liegt gewiss nicht an Schweini & Co. Alle Inhalte des Internets können über einen Laptop auf die große Tafel übertragen werden; man kann aber auch direkt auf die Touchscreen-Tafel schreiben. Dazu gibt es spezielle Werkzeuge für bestimmte Fächer, die den jeweiligen Unterricht erleichtern. Wo Mathematiklehrer wie Roland Sieling sich Integralzeichen und Bruchstriche auf den Bildschirm klicken, greift der Musikpädagoge eher zu Violinschlüssel und Taktstrich. Auf dem neuesten Stand sind insbesondere auch die Fachräume, etwa für den naturwissenschaftlichen Bereich.

Nestwärme vermitteln

Über allem steht dennoch der menschliche Faktor. Der Schule und ihrem Personal ist es wichtig, ihren Schützlingen Nestwärme zu vermitteln. So werden die Fünftklässler von „Paten“ betreut, die den Neulingen beim Eingewöhnen helfen. Auch ein Schulsanitätsdienst wurde aufgebaut; erst im November erhielten gleich 15 Absolventen ihre Ausbildungsbescheinigung. „Wir fahren hier eine zweizügige Schule; anderswo sind es vier oder mehr.

Bei insgesamt 350 Schülern lernt man sich schnell kennen; keiner geht in einem Meer von Schülern unter“, weiß Roland Sieling, der neben Mathe auch Informatik und Geschichte gibt. Sozial engagieren sich die Schüler schon in jungen Jahren – bei ihrem Weihnachtskonzert vor wenigen Tagen sammelten die Eleven über 800 Euro für Flüchtlinge und bedürftige Familien ein. Die Eltern bringen sich ebenso in starkem Maße ins schulische Geschehen ein.

Dem Schulleiter und seinem Kollegium ist es darüber hinaus sehr wichtig, die Jungen und Mädchen praxisorientiert auf das Leben vorzubereiten. In Stufe 8 lernen die Schüler intensiv die Programme Word, Excel und Powerpoint kennen, und bei der beruflichen Orientierung helfen gute Kontakte zu heimischen Unternehmen wie Burg, Demag und anderen. Wer indes in die Sekundarstufe II wechseln möchte, kann auf die Beziehungen der GMS zu weiterführenden Schulen in der nahen Umgebung bauen.

Wer sein Kind zum Besuch anmelden möchte, der kann bis zum 15. Januar in der Georg-Müller-Schule, Genossenschaftsweg 1B, Wetter, vorstellig werden. Terminvereinbarungen unter Tel. 02335/ 84430 sind erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich. Über die Schule informieren kann man sich auch unter www.gesamtschule.gmsen.de.