Wochenkurier: Neustart

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Hagen. (pb/ME) Seit gut 42 Jahren besteht der Wochenkurier in Hagen, seit rund drei Jahrzehnten auch in Iserlohn und Schwerte. Aufgebaut in einer Zeit, als Informationen aus aller Welt hauptsächlich durch Zeitungen verbreitet wurden, muss sich der Wochenkurier – wie auch die gesamte Medienbranche – heutzutage vollkommen neuen Herausforderungen stellen.
Als der Wochenkurier 2014 von den bisherigen Inhabern in neue Hände gegeben wurde, begannen umfangreiche Modernisierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen. Doch wie jede Restrukturierung eines Unternehmens verläuft auch beim Wochenkurier nicht alles so glatt, wie man sich das wünscht. Deshalb hat die Geschäftsführung beschlossen, einen sicheren Zwischenschritt einzulegen. Die Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH hat am vergangenen Donnerstag einen Antrag auf Planinsolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Hagen gestellt und befindet sich seitdem unter dem Schutz der Insolvenzordnung.

Alles wie immer

Philipp Brück, Geschäftsführer des Wochenkuriers: „Für mich war es besonders wichtig, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kolleginnen und Kollegen zu schützen. Wir haben aufgrund der Insolvenz keine einzige Kündigung ausgesprochen, die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf Monate gesichert und das normale Tagesgeschäft läuft weiter. Die Verteilung des Wochenkuriers erfolgt wie immer und genauso werden auch unsere Zeitungsboten, die bei Wind und Wetter für uns unterwegs sind, pünktlich und ordentlich entlohnt. Es wird keine Lohnausfälle geben“, verspricht der Geschäftsführer.
Sinn des Verfahrens, so Philipp Brück, sei es vielmehr, alte Zöpfe abzuschneiden und längst überholte Strukturen endlich aufbrechen zu können,
„In über 40 Jahren Unternehmensgeschichte sammelt sich vieles an, was heutzutage nicht mehr zeitgemäß und teilweise auch gar nicht mehr zu leisten ist. Was früher als langfristige Vereinbarung ganz selbstverständlich eingegangen wurde, muss heutzutage unter den geänderten Voraussetzungen neu bewertet und konzipiert werden. Das Planinsolvenzverfahren in Eigenverwaltung gibt uns dazu die Möglichkeit und die Flexibilität, die wir brauchen, um den Wochenkurier endgültig neu auszurichten und wirtschaftlich kerngesund aufzustellen.“
„Hagen hat schon einige erfolgreiche Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gesehen“, so Geschäftsführer Brück, „und die Unternehmen sind daraus stark und gesund hervorgegangen. Diesen Weg werden wir auch gehen, und wir gehen ihn nicht allein. Wir haben es frühzeitig geschafft, einen namhaften Hagener Sanierungsspezialisten an Bord zu holen, der in derartigen Situationen genau weiß, worauf es ankommt. Wir werden den bekannten und beliebten Wochenkurier erhalten.“