Hagen. (ME) In seiner Ausgabe vom 29. September musste der Wochenkurier über ein einschneidendes Ereignis in eigener Sache berichten: „Die Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH hat am vergangenen Donnerstag einen Antrag auf Planinsolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Hagen gestellt und befindet sich seitdem unter dem Schutz der Insolvenzordnung.“

Hierzu sagte Wochenkurier-­Geschäftsführer Philipp Brück in diesem Bericht: „Hagen hat schon einige erfolgreiche Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gesehen und die Unternehmen sind daraus stark und gesund hervorgegangen. Diesen Weg werden wir auch gehen. Wir gehen ihn nicht allein. Wir haben es frühzeitig geschafft, einen namhaften Hagener Sanierungsspezialisten an Bord zu holen, der in derartigen Situationen genau weiß, worauf es ankommt. Wir werden den bekannten und beliebten Wochenkurier erhalten.“ Der Bericht im Wochenkurier über die eigene Planinsolvenz rief zahlreiche betroffene Leserinnen und Leser auf den Plan. Etliche bekundeten ihre Solidarität und betonten, dass man sich „eine Volmestadt ohne den Wochenkurier nicht vorstellen“ wolle und auch nicht könne.

Etliche Menschen aus Hagen, Herdecke, Wetter und Breckerfeld unterstützten uns am Telefon, in persönlichen Gesprächen oder auch per Mail. Und sie beflügelten uns, alles zu tun, den Wochenkurier in die Zukunft zu führen.
Mit seinen vielen schönen Geschichten, Kolumnen (SonnTalk, Tilo), Tipps und Veranstaltungshinweisen, aber auch mit seinen Anzeigen und als Anlaufstelle für viele Fragen sei er „einfach unverzichtbar“. Ohne ihn werde die hiesige Presselandschaft um ein erhebliches Stück ärmer, hieß es von allen Seiten. Obendrein betonten Leser aus Wetter und Herdecke, wie wichtig der Wochenkurier „für uns als Informationsquelle zu Hagener Kulturereignissen ist“.

Stellvertretend für die vielen Menschen, die sich so oder ähnlich geäußert haben, zitieren wir den Leserbrief von Christa Burghardt. Sie ist die frühere (und mittlerweile pensionierte) Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Hagen. Sie hat uns unter anderem geschrieben:
„Der Schock sitzt tief. Die Nachricht von der geplanten Insolvenz des Wochenkuriers macht mich betroffen. Fast von Anfang an stehen wir in Verbindung. Jahrzehnte der Begegnung, Berichterstattung und Unterstützung. Wie weit wäre ich persönlich mit meinem beruflichen Engagement für den Kinderschutzbund und seit meinem Ruhestand ehrenamtlich für Flüchtlingskinder und für das Allerwelthaus gekommen? Und wie weit wären all die anderen sozialen Einrichtungen gekommen? Dieses wird viele in diesen Tagen beschäftigen, für die der Wochenkurier immer ein guter Partner war und ist. Die Veröffentlichungen unserer Aktivitäten, unserer Wünsche, Bitten und Hoffnungen haben uns alle sehr in unseren jeweiligen Anliegen unterstützt und erheblich zum Gelingen beigetragen. Dafür möchte ich mich bei dem gesamten Wochenkurier-Team vielmals bedanken. Die Dankesliste wäre enorm lang, würde man alles das aufzählen, was in diesen ca. 30 Jahren gewesen ist.
Ich kann nur wünschen und hoffen, dass alles gut wird und der Wochenkurier weiterhin bestehen bleiben kann. Dieses ist sehr wichtig besonders auch deswegen, weil eine kostenlose Zeitung für viele Menschen die einzige Informationsquelle ist, die ins Haus geliefert wird und über das Geschehen in Hagen und Umgebung berichtet. Viel Glück für alle einzuleitenden Maßnahmen und für die Zukunft.“

Das kann Geschäftsführer Brück nur unterstützen: „Der Wochenkurier ist das letzte konzernunabhängige Presseorgan in Hagen. Ohne den Wochenkurier ist die komplette Hagener Presse – Wochenzeitungen, Zeitungen, Radio – in einer Hand. Was das für die Presse- und Meinungsvielfalt, aber auch für die Preise bedeutet, kann man sich lebhaft vorstellen.“

Die Worte unserer Leser sind eine wundervolle Bestätigung unserer Arbeit. Die breite Unterstützung durch die Hagener, Herdecker, Breckerfelder und Wetteraner stärkt uns in der Auffassung, auf dem richtigen Weg zu sein.