Wohngeld verschwunden

Hagen. (ME) Diese Geschichte ist ein anschauliches Beispiel dafür, was „mal eben“ passieren kann, wenn ein städtischer Beamter ein Formular nicht aufmerksam bearbeitet. Zum Glück gab es aber doch noch ein schnelles „Happy End“.

261 Euro fehlten Jessika Werpup auf dem Konto. Schwarz auf weiß war ersichtlich, dass ein städtischer Mitarbeiter nicht aufmerksam genug gearbeitet hatte, dennoch versuchte ein Beamter zunächst, die junge Frau abzuwimmeln und ihr den „schwarzen Peter“ zuzuschustern. (Foto: Michael Eckhoff)

Alles fing im Spätherbst des vergangenen Jahres an. Seinerzeit wurde Jessika Werpup, Mutter einer 13-jährigen Tochter, arbeitslos. In den folgenden Tagen machte sie sich auf den Weg zu diversen Behörden – Arbeitsamt, Wohngeldstelle usw. usw.; schließlich musste das Leben insbesondere im finanziellen Bereich neu geregelt werden.

261 Euro

Zu Beginn des neuen Jahres hatte sie endlich alles unter Dach und Fach. Sämtliche Anträge waren ausgefüllt, alle geforderten Unterlagen eingereicht. Die ordnungsgemäße Überweisung von Arbeitslosengeld und Mietbeihilfe schien nur noch eine Frage von wenigen Tagen zu sein. Das Arbeitslosengeld kam dann auch prompt, nicht jedoch das Wohngeld. Dabei hatte der zugehörige Bescheid, der Jessika Werpup pünktlich zugestellt worden war, Gutes verkündet: rund 261 Euro stünden ihr monatlich zu, so die Stadt.

Doch das Geld kam nicht. Jessika Werpup wurde unruhig. Sie war auf die Hilfe dringend angewiesen. Immerhin hatte sie einige größere Zahlungen zu bewältigen, etwa eine Überweisung für eine Klassenfahrt ihrer Tochter.

Schlussendlich schaute sie sich das Bewilligungsschreiben der Wohngeldstelle noch einmal etwas genauer an – und fiel aus allen Wolken. Da hatte doch tatsächlich der zuständige Sachbearbeiter bei der Angabe der Bankverbindung nicht die von der jungen Frau angegebene Bankleitzahl verwendet, sondern eine völlig andere, eine uralte.

Taube Ohren

Sofort versuchte die Hagenerin den Sachverhalt zu klären – und stieß erst einmal auf taube Beamten-Ohren. Obwohl schwarz auf weiß ersichtlich, dass der Fehler von einem städtischen Mitarbeiter begangen worden war, versuchte die Wohngeldstelle, der Frau den „schwarzen Peter“ in die Schuhe zu schieben. Außerdem könne Jessika Werpup, so hieß es von Seiten der Stadt, die ihr zustehende Summe erst dann erhalten, wenn der Fehler aufgeklärt sei und man wisse, wohin das Geld verschwunden sei. Das könne dauern. So seien nun mal die Regeln, da könne man nichts machen.

Auf diese Weise wollte sich die junge Frau verständlicherweise nicht abwimmeln und abweisen lassen. Flugs wandte sie sich an den wochenkurier. Nun kam Bewegung in die Sache. „Der Fehler liegt eindeutig bei uns,“ erklärte denn auch unumwunden Stadt-Pressesprecher Michael Kaub.

Happy End

Der Fehler an sich ist verzeihlich. Der war schlichtweg dadurch zustande gekommen, weil der städtische Computer – warum auch immer – die falsche Bankleitzahl einprogrammiert hatte. Weniger nett ist hingegen, dass sich der Sachbearbeiter zunächst wenig kundenfreundlich verhielt und die Frau anfangs „vor die Wand“ laufen ließ.

Offenbar reifte dann aber auch im Rathaus die Erkenntnis, sich gegenüber Jessika Werpup falsch verhalten zu haben. Jedenfalls ganz unerwartet schnell erhielt die Frau nun doch ihr Geld. Na also, geht doch…