Würdigung für Hasper Maler

Hagen. (anna) Jürgen Landmann ist Betreiber des Buddelschiffmuseums im beliebten Ferienparadies Neuharlingersiel (Ostfriesland). Sein Vater hatte es 1971 gegründet, um seine Privatsammlung an maritimen Schätzen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit dem Tod des Vaters (1999) betreut nun Sohn Jürgen das Museum und versucht mit jährlich wechselnden Sonderausstellungen die Attraktivität der kleinen Schausammlung zu steigern.

Bis zum Oktober 2016 steht der Hasper Maler Paul Schmidt im Focus einer Sonderausstellung. „Das Buddelschiffmuseum ist immer noch eins der meist besuchten Museen an der Nordseeküste“, freut sich Landmann. „Für mich ist das Museum ein geliebtes Hobby, das sich durch die Eintrittsgelder selber trägt. Zudem beschäftige ich zwei Rentner, die alle nötigen Arbeiten vor Ort wahrnehmen.“

Maler aus Hagen

„Es ist noch nicht lange her“, so Landmann, „da stieß ich auf einen interessanten Marinemaler, den heute praktisch niemand mehr kennt. Sein Name ist Paul Schmidt (1889-1976); er wohnte in Haspe, Leimstraße 5. Zufällig fand ich im Internet drei Schiffsbilder von ihm, die mir sehr gefielen und die ich ersteigerte. Auf der Rückseite eines Bildes klebte ein alter Zeitungsartikel anlässlich seines 65. Geburtstags, aus dem ich seine Lebensdaten entnehmen konnte“, erklärt der Museumsdirektor.

Dies ist eins von den drei Bildern des Hagener Malers Paul Schmidt, die der Bochumer Jürgen Landmann im Internet ersteigerte. Durch einen Wochenkurier-Artikel fand er vor drei Jahren in Hagen viele weitere Bilder. Unsere Abbildung zeigt eine Dewaruci, ein indonesisches Schulschiff, das 1953 in Hamburg gebaut wurde.(Foto: privat)
Dies ist eins von den drei Bildern des Hagener Malers Paul Schmidt, die der Bochumer Jürgen Landmann im Internet ersteigerte. Durch einen Wochenkurier-Artikel fand er vor drei Jahren in Hagen viele weitere Bilder. Unsere Abbildung zeigt eine Dewaruci, ein indonesisches Schulschiff, das 1953 in Hamburg gebaut wurde.(Foto: privat)

„Durch einen Artikel im Wochenkurier im Februar 2013 kam ich mit zahlreichen Hagenern in Kontakt, die den Maler noch persönlich gekannt haben und Bilder von ihm besitzen. Alle beschrieben Paul Schmidt als klein, unscheinbar und sehr bescheiden. Er habe seine Bilder lieber verschenkt, als Geld dafür zu nehmen. Viele dieser Menschen haben mir dann auch ihre Bilder als Leihgaben zur Verfügung gestellt, so dass ich die Ausstellung endlich in Angriff nehmen konnte. Zur Zeit hängen also die Werke des Hasper Malers in meinem Museum.“

Durch den Kontakt mit den Hagenern erfuhr Landmann auch, dass die von ihm ersteigerten Bilder einmal im Eversbusch-Wachholderhäuschen gehangen haben. 21 Schmidt-Werke sollen noch im Archiv des Osthaus-Museums schlummern, darunter viele Landschaftsbilder. Diese hat Landmann aber nicht ergattern können.

Paul Schmidt studierte die See in allen Nuancen. Der Reiz seiner Bilder liegt vor allem in der hervorragenden Wiedergabe der Meeres- und Himmelsfarben. „Es war schon ein außergewöhnlicher Maler, der allerdings nicht nur Maritimes auf die Leinwand bannte.“

Wer war Paul Schmidt?

Paul Schmidt, am 1. Mai 1889 in Mülheim/Ruhr geboren, ist ein Enkel des berühmten Baumeisters Friedrich Schmidt, jenes Mannes, der seinerzeit in Haspe die Gesellschaft Ulk gründete und den ersten Kirmesfestzug inszenierte. Seine Jugend verlebte Paul Schmidt in Hannover, in Godesberg besuchte er die Schule. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er bei Prof. Duyffcke in Hamburg, und hier war es auch, wo die große Liebe für das Meer über ihn kam. Ihr blieb er bis zum letzten Tag treu. Bald schon machte der junge Maler seine ersten Seereisen; es ging auf Frachtern und Erzdampfern nach England, Norwegen und Schweden. Es folgte die weitere Ausbildung auf Kunstakademien in Berlin und – als Schüler von Prof. Dücker – in Düsseldorf.

Dann kam der Erste Weltkrieg, den Paul Schmidt als Flieger in Russland und Mazedonien erlebte. Als er den Krieg überstanden hatte, ging er nach Düsseldorf und wohnte dort bis 1934. Viele weitere Reisen auf See führten ihn hinaus – bis ins Eismeer, nach Spitzbergen, ins Franz-Josefs-Land, nach Grönland und nach Kanada.

Im Zweiten Weltkrieg war er als Maler in Norwegen und unternahm nach dem Kriege wieder Fischdampferfahrten in die Nordsee, nach Schottland und in den Atlantik.

Seine große Liebe und sein Lieblingsthema waren das Meer, die wilde Schönheit, die gewaltige Dynamik, die naturhafte Freiheit.

Das Buddelschiffmuseum befindet sich Am Hafen in Neuharlingersiel, Westseite 7.