Zehn Hagener sind „ein Blaulicht für vier Pfoten“

Hagen. (AnS) „Wer einmal die erbärmlichen Zustände gesehen hat, wie Hunde in Rumänien leben und wie sie dort behandelt werden, der ist einfach gezwungen zu helfen.“ Tierschutz steht bei Maike Schmidt ganz oben auf der Agenda, sie gründete mit weiteren neun Mitstreitern Anfang des Jahres den Verein „Ein Blaulicht für vier Pfoten“.

Der Job der Hagenerin war unter anderem ausschlagebend für ihr Engagement. „Als Polizistin sehe ich nur allzuoft, wie übel Tiere behandelt werden.“ Da sie ein wenig rumänisch spricht, lag es nahe, vornehmlich in Südosteuropa zu helfen.

Der Name ist Programm: „Wir Vereinsmitglieder kümmern uns alle beruflich um Menschen, in unserem Privatleben zeigen wir Einsatz für Tiere.“

Eines haben sie sich ebenfalls auf die Fahne geschrieben. „Wir wollen vor allen Dingen vor Ort helfen, denn nicht bei jedem Hund ist es sinnvoll, ihn nach Deutschland zu vermitteln. Wenn ein Vierbeiner sich bereits stark verängstigt gegenüber Menschen verhält, tut man ihm damit keinen Gefallen, ihm ein neues Zuhause zu suchen: Ihm einen schönen Schlafplatz und Futter zu ‚schenken‘ ist wichtiger.“

Mit offenen Karten spielen

Zu zwei Tierheimen haben sie seit kurzem Kontakt, besuchen die Örtlichkeiten regelmäßig und dokumentieren den Zustand mit einer Videokamera. „Wir wollen mit offenen Karten spielen und zeigen, was mit den Spenden passiert.“

„In Campulung leben 900 Tiere, der Verein dort kümmert sich, so gut es geht.“ Doch das Grundstück, auf dem der Freundeskreis arbeitet, ist zu klein, eine angedachte neue Fläche muss zunächst bebaut werden.

Zustände, die auch Tierschützerin Lina, zuständig für Projekt Nummer zwei, in Braila kennt. Wasser und Strom? Fehlanzeige! Aber die dort agierende Tierfreundin gibt  den Vierbeinern viel Liebe. „Beide Auffangstationen wollen wir deshalb unterstützen.“

Blaulicht unterstützt auch Hagener Tiertafel

Zumeist sind es Straßenhunde, die medizinisch versorgt und kastriert werden müssen. „Die Rumänen haben ein komplett anderes Verhältnis zu Tieren als wir Deutschen“, erzählt Maike Schmidt. „Dort gibt es noch Kettenhunde, die Hunde leben auf der Straße und werden oft grausam misshandelt.“

Aber auch in der Heimat möchte sich „Blaulicht“ engagieren: Der Verein unterstützt mit Futterspenden die neulich von Luthers Waschsalon ins Leben gerufene Tiertafel. „Viele der hilfesuchenden Menschen besitzen Tiere und nicht immer reicht das vorhandene Geld am Ende des Monats aus“, weiß Schmidt.

Hunde suchen ein neues Zuhause

23 Hunde bietet der Verein zur Zeit zur Vermittlung an. „Das sind Vierbeiner, die den Kontakt zu Menschen gewohnt sind und ihn regelrecht suchen“, erzählt Maike Schmidt von traurigen Schicksalen.

Die Hunde sind gechipt, geimpft und entwurmt und haben selbstverständlich einen EU-Ausreisepass. „Sie kommen erst nach Deutschland, wenn ein Besitzer gefunden ist.“ Ein Schutzvertrag sichert die weitere Zukunft ab.
„Wir geben sie nur ab, wenn ein Tiertrainer sich zunächst  der Vierbeiner annimmt und gemeinsam mit Herrchen oder Frauchen die entsprechenden Regeln lernt.“

Ein bisschen Leid lindern

Welche Hunde vermittelt werden und was der Verein sonst noch so vor hat: Auf www.einblaulichtfürvierpfoten.de erfahren Interessierte weiteres Wissenwertes.

„Schutzarbeit“, zieht Maike Schmidt als Fazit „macht nicht unbedingt glücklich, „aber ein bisschen Leid lässt sich durchaus lindern.“