Zeit für die Hagener Helden

Der Samstag, 24. Juli, zählt zweifelsohne zu den Höhepunkten der Helden-Woche: Dann erstrahlt auf der Ebene2 ungewöhnliche Lichtkunst bis spät in die Nacht, begleitet von heißen Salsa-Klängen der zehnköpfigen Band "Salsa Picante" (Foto). (Foto: Stadt Hagen)

Hagen. (ME) Jetzt steht sie uns endlich ins Haus – die Woche, in der die Volmestadt zum „lokalen Helden“ (englisch: local hero) der Kulturhauptstadt „Ruhr.2010“ aufsteigt. Von Sonntag bis Sonntag, 18. bis 25. Juli 2010, will uns dieser Super-Kultur-Knüller mit seinem unglaublich reichhaltigen Programm in Atem halten.

Zahlreiche Initiativen hatten tolle Ideen und haben daraus ein ungewöhnliches und attraktives Programm auf die Beine gestellt – in Sälen, Konzerthäusern und Museen, auf Brücken und Plätzen, in Bädern und alten Industrieanlagen. Hagen wartet mit einem vielfältigen Angebot auf, um Einheimische und alle Gäste auf eine spannende Reise einzuladen. Den (stadt-)räumlichen Schwerpunkt dieser Woche werden das neue Kunstquartier mit dem Emil-Schumacher-Museum/ Osthaus-Museum und die künstlerisch gestaltete Brücke „Ebene 2“ in Altenhagen bilden. Die Brücke wird zu einem ganz besonderen Ort, der völlig neu erlebbar wird.

An drei Tagen wird sie erstmals für Fußgänger freigegeben und zur höchsten Bar der Stadt avancieren, wenn in der langen Nacht der Museen das Lichtkunstprojekt des renommierten Rotterdamer Künstlers Geert Mul erstmals zu sehen ist. Höhepunkt der Local-Hero-Woche ist am Samstag, 24. Juli, wenn das Straßentheater Grotest Maru die Fassaden, Balkone und Dächer der Häuser rund um die Hochbrücke auf skurrile, poetische und musikalische Weise bespielt.

Zeit.Reise – Die Innenstadt als Gastgeber

Während der gesamten Local-Hero-Woche lädt eine lebendige Innenstadt Gäste und Kunden zum Bummeln, Shoppen und Verweilen ein. Künstlerisch gestaltete Litfasssäulen heißen die Besucher an den Eingangsbereichen der City willkommen; Schaufenster und Fußgängerzone greifen das Motto „Jugendstil in Hagen“ auf. Die Modenschau „music meets fashion“ am Donnerstag, 22. Juli, eine Plakatausstellung „Meine Nachbarn, meine Freunde“ – gestaltet von Hagener Schülerinnen und Schülern – in der Volme-Galerie und ein Lichtpfad durch die City runden das Angebot ab.

Die Ebene 2 an der Altenhagener Brücke als Eingangstor in die Hagener City wird in dieser Woche besonders bespielt. Lichtkunst und Fassadentheater werfen neue Blicke auf die Stadt. Interessenten können sich im neuen Zeitreise-Büro in der Volme-Galerie umfassend informieren.

„Weltreise Altenhagen“

Der Duft von frisch gerösteten Nüssen, ungewöhnliche afrikanische Lebensmittel, Kleidung und Haarpflegeprodukte sowie Kampfeskunst des Großmeisters Kim Sang Yeul aus Korea: Ladenbesitzer, Kulturvereine, gastronomische Betriebe und die Zentralmoschee öffnen in Altenhagen ihre Türen und gewähren ganz persönliche Einblicke in den interkulturellen Stadtteil Altenhagen, in dem Menschen aus 82 Ländern zusammenleben. „Weltreise Altenhagen“ – das sind Führungen mit außergewöhnlichen Einblicken in einen „unbekannten“ Stadtteil, der Stadtteil, in dem sich die Altenhagener Brücke mit der Ebene 2 als auserwähltes Kulturhauptstadt-Kunstprojekt befindet. Die Führung dauert eine Stunde und ist kostenlos. Angeboten wird sie am Dienstag, 20. Juli, Freitag, 23. Juli, und Sonntag, 25. Juli, jeweils 15 Uhr.

Eine Gartenlaube mit Wiese und Bänken unterhalb der mächtigen Brückenpfeiler dient seit dem 19. Juni bis zum 25. Juli als Informations- und Ankerpunkt für alle Aktivitäten, die vor und während der Brückensperrung rund um die Ebene 2 stattfinden. Wer Näheres über das Programm auf der Ebene 2 erfahren oder auf einen Rundgang durch den Stadtteil machen will, ist hier genau richtig! Die Hagener Künstlerin Andrea Wyblau erarbeitet und präsentiert hier auch ihre Kunstaktion „Der Hagener“. Ziel ist eine humorvolle Auseinandersetzung über die Aussage-Qualität von Statistiken. Wyblau porträtiert vor Ort Hagener Bürger und will anhand einer Umfrage herausfinden, ob es den typischen Hagener gibt, was ihn charakterisiert. Ihre Arbeiten sind vom 23. bis 25. Juli vor Ort zu sehen.

Glaubensräume

Zum Auftakt der Heldenwoche in Hagen öffnen am Sonntag über 20 Gemeinden aller Konfessionen von 10 Uhr bis in den frühen Nachmittag hinein ihre Gebets- und Andachtshäuser sowie ihre Gemeindezentren und präsentieren sich mit Musik und Tanz, Kinder- und Jugendaktionen, Malerei, Ikonenkunst, Bibelausstellungen und Kulinarischem aus aller Welt. Um 13 Uhr findet in der Markuskirche am Ischeland, Rheinstraße 26, die Übergabe des Kulturhauptstadt-Kreuzes statt, das anschließend in einer Prozession zur katholischen St. Josefskirche (Schmale Straße 22) getragen wird, wo um 13:30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst stattfindet, geleitet durch den Dechanten des katholischen Dekanats Hagen-Witten, Pfarrer Dieter Osthus, und den Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Hagen, Pfarrer Bernd Becker. Der Gottesdienst wird gegen 14.30 Uhr beendet sein.

Im Herzen der Hagener City geht es dann am Sonntag für alle gemeinsam weiter: Ab 15 Uhr wird auf dem Friedrich-Ebert-Platz mit einem musikalischen Programm die Local-Hero-Woche feierlich eröffnet. Gleich zum Auftakt gibt sich der Acapella-Chor J.E.S. (Just Enjoy Singing) – immer ein Garant für beste Laune und Unterhaltung – die Ehre und präsentiert einen rund halbstündigen Mix aus seinem breiten Repertoire, an diesem Tag natürlich mit dem Blick auf spirituelle Gesänge. Außerdem spielt das GOSPELTRAIN-Trio aus Bochum eher spirituell geprägte Musik und anschließend das Landesmusikjugend-Blasorchester Hessen mit 120 jungen Musikerinnen und Musikern. Auch die Singsäule als offizielle Staffel der Kulturhauptstadt RUHR.2010 wird an diesem Nachmittag in der Volme-Galerie offiziell übergeben und eingeweiht

Klangräume

Im Kunstquartier Hagen (Osthaus-Museum) wird der bekannte Pianist Michael Zieschang am 19. Juli einen Teil der Werke von Karl Halle (Foto) wieder zum Leben erwecken. Neben den musikalischen Darbietungen wird der bekannte Hagener Schauspieler und Regisseur Dr. Peter Schütze auch interessante Einzelheiten aus den einzelnen Lebensabschnitten des unvergessenen Hagener Künstlers zum Besten geben. (Foto: Stadt Hagen)

Der 1819 in Hagen geborene Karl Halle war der größte Komponist, Pianist und Dirigent, den die Volmestadt je hatte. Er komponierte wunderschöne romantische Klaviermusiken. Nach seiner Auswanderung nach England gründete er 1858 in Manchester das Hallé-Orchester, das bis heute älteste professionelle Orchester in Großbritannien. Karl Halle zählte so bekannte Komponisten wie Chopin, Liszt, Berlioz und Mendelssohn-Bartholdy zu seinen Freunden. 1887 wurde er als Sir Charles Hallé von Queen Victoria in den Adelsstand erhoben. Die Karl-Halle-Gesellschaft Hagen e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, das musikalische Erben dieses berühmten Sohnes der Stadt zu erhalten.

Im Auditorium des Kunstquartiers Hagen wird der bekannte Pianist Michael Zieschang am Montag, 19. Juli, um 19:30 Uhr einen Teil der Werke Halles wieder zum Leben erwecken. Die Kompositionen zeichnen sich vor allem durch Vitalität und Freude an der Musik aus. Noch heute schwingt die Leichtigkeit und Virtuosität der Kompositionen von Karl Halle in jedem Konzert mit seinen Werken mit. Neben den musikalischen Darbietungen wird der bekannte Hagener Schauspieler, Autor und Regisseur Dr. Peter Schütze auch interessante Einzelheiten aus den einzelnen Lebensabschnitten des unvergessenen Hagener Künstlers zum Besten geben.

Der Eintritt ist kostenfrei. Eintrittskarten für dieses Konzert sind noch im begrenzten Umfang an der Museumskasse im Kunstquartier erhältlich. Pro Person werden maximal zwei Karten abgegeben.

Stadträume

Führungen durch Hagener Architekturschätze und ein Handwerkermarkt mit Präsentationen von verschiedenen Techniken des Restaurierens auf dem Friedrich-Ebert-Platz schließen sich am Dienstag zu einem Tag der Architektur zusammen. Herausragende Bauten aus der Zeit zwischen 1895 und 1930 werden bei Führungen vorgestellt. Dabei werden nicht nur die relativ bekannten „Hagener-Impuls-Bauten“ wie der Hohenhof und die Stirnband-Siedlung eine Rolle spielen. Ebenso geht es um Beispiele aus der Zeit des Historismus, des Expressionismus/Art Déco und der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre.

Selbst vielen Hagenern ist überhaupt nicht bekannt, welch Fülle von Jugendstilobjekten noch heute in der Volmestadt gut erhalten sind. In dieser Beziehung braucht Hagen keinen Vergleich mit anderen deutschen Städten zu scheuen. Die vielen Objekte sollen beginnend am 20. Juli zukünftig touristisch deutlich stärker als bisher beworben werden. Das Osthaus-Museum, der Heimatbund und die Hagen-Touristik haben acht Jugendstil-Stadtteilrundgänge entwickelt, die am Dienstag erstmals vorgestellt werden (siehe den zusätzlichen Artikel in diesem wochenkurier).

Feuer, Wasser, Luft und Erde

Bei einem Kinder- und Jugendtag am Mittwoch, 21. Juli, im Volkspark in der Hagener City dreht sich von 13 bis 18 Uhr alles um die vier Naturelemente und die vier Flüsse Volme, Lenne, Ennepe und Ruhr, die durch Hagen fließen. Unter dem Motto Feuer, Wasser, Luft und Erde laden Spiel- und Kreativangebote der beteiligten Jugendeinrichtungen des Fachbereichs Jugend und Soziales, allen voran, die Hagener Ferienmaus sowie Versuchs- und Experimentierstationen zum Mitmachen ein und verbreiten Ferien- und Urlaubsstimmung. Ein Angebot für Kinder jeden Alters. Und deren Familien.

Als Gäste eingeladen ist das Team vom „Kinderenergiepark“, das mit allen Kindern erlebnisreiche Aktionen wie Wasserschüttelgläser bauen, das Luftpumpen-Spiel, ein Wassergeräusche-Rate-Quiz und das Wasser-Pantomime-Spiel erleben wird. Darüber hinaus finden auf der Bühne der Konzertmuschel stündlich weitere lustige und wissenswerte Aktionen wie das Wasserquiz „Jetzt wird’s heiß“ und das Wassermarsch-Teamspiel statt, die einfach gute Laune machen.

Local Heroes rocken die Muschel

Zu den Stars, die die Muschel "rocken", gehört auch Gloria Swanson. Inspiriert durch das, was man tagtäglich erlebt, schafft es Gloria Swanson, einen ganz eigenen Sound zu entwerfen, geprägt durch die Musik der Sechziger.(Foto: Stadt Hagen)

Ab 18 Uhr steht am Mittwoch der gesamte Volkspark mit der Konzertmuschel dann den Local Heroes der Hagener Jugendkultur zur Verfügung. Das Jugendkulturhaus Kultopia organisiert ein buntes Live-Musikprogramm mit Hagener Musikern, von Rock bis Punk und von Techno bis Rap. Das wird vom frühen Abend bis Mitternacht für heiße Stunden in der City sorgen. Das Programm:

  • 18.00 Uhr: The Factors spielen Rock/Grunge/Pop mit deutschen Texten über Superhelden, Protest gegen alles und über den Zeitgeist und seine Auswirkungen.
  • 19.00 Uhr: Lautstark – Seit 2005 rockt das Trio schon durch Deutschland und begeistert das Publikum mit seinem eingängigen Pop-Punk und sattem Sound.
  • 20.00 Uhr: Gloria Swanson – Inspiriert durch das, was man tagtäglich erlebt, schafft es Gloria Swanson, einen ganz eigenen Sound zu entwerfen: eine Mischung aus Indie-Folk und Rock – geprägt durch die Musik der Sechziger.
  • 21.00 Uhr: SINNFLUT – Deutsche Texte, die über das berichten, was die Band bewegt, fühlt und beschäftigt, versehen mit einer kräftigen Portion Rock und Pop.
  • 22.00 Uhr: Chaoskinder – Deutsche und englische, meist sozialkritische Texte, Rhythmen mit Pogo, Spielfreude und Spaß.
  • 23.00 Uhr: MFG („MusikFürGutaussehende“) – das Quartett aus Wehringhausen vereint in seiner Musik Elemente aus Elektro, Trash, Pop und Rap.

Bewegungsräume: Aktionstag Sport

Am Donnerstag, 22. Juli, folgt der „Aktionstag Sport“ (14 bis ca. 21 Uhr). Unter dem Begriff Sport sind viele verschiedene Bewegungs-, Spiel- und Wettkampf-formen zusammengefasst. Sport ist Alltagskultur mit großer integrativer Kraft! Was sonst schafft es in diesem Maße, so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen und gesellschaftlichen Schichten zu einer großen Gemeinschaft zu formen und zu bewegen?

Bunt, aktiv und international: Alle Sportfans – und solche, die es werden wollen – kommen bei diesem Bewegungs-Tag der Hagener Sportvereine im und um das neue Westfalenbad Hagen auf ihre Kosten. Boxsport- und Kampfsportdemonstrationen, Schnuppertauchen (für Anfänger und Fortgeschrittene), Wassergymnastik, Wasser- bzw. Ballspiele im Schwimmbecken, Le Parkour, Stepptanz, Demonstrationen zum Rettungsschwimmen, Torwandschießen, Kleinfeldtennis und Geschwindigkeitsmessungen, geführte Mountainbike-Touren (Helm und Fahrrad nicht vergessen) und vieles mehr, was zum Mitmachen und bewegen einlädt – Abgeschlossen wird das sportliche Programm mit einem Demo-Wasserballspiel!

Man sieht, das Sportamt, der Stadtsportbund und die Hagener Vereine haben ein breit gefächertes Angebot für Jung und Alt, für Aktive und Zuschauer zusammengestellt. Besondere Attraktivität bietet zudem das neue, hochmoderne und weitläufige Westfalenbad, in dem auf Anfrage Führungen auch hinter die Kulissen angeboten werden.

Lange Museumsnacht

Wenn das kein Magnet ist…! 17 Veranstaltungsorte – über 100 Veranstaltungen – nur ein Ticket für Fahrt und Eintritt. Sechs Stunden können viel zu kurz sein… – zumindest wenn sich die Hagener Museums- und Kulturszene zusammentut und zeigt, was sie zu bieten hat. Feuer-Jonglage im Barockgarten? In die Sterne schauen oder im Stadtarchiv stöbern? Durchs Kunstquartier schlendern oder Künstlern und Künstlerinnen bei der Arbeit zuschauen? Eine Zeitreise in die 1950er Jahre unternehmen – und danach gleich weiter in die Steinzeit reisen, um anschließend erneut im Barock zu „landen“ oder um gegen Mitternacht im Mittelalter anzukommen? All das gibt‘s auf einmal, all das gibt‘s nur einmal: bei der ersten Hagener Museumsnacht am Freitag, 23. Juli, von 18 bis 24 Uhr. Mit dieser Premiere setzt Hagen einen absoluten Programmhöhepunkt.

Museen und Galerien öffnen von 18 bis 24 Uhr nicht nur ihre Pforten und zeigen, was in ihnen steckt – sie bieten dazu auch Programm für große und kleine Entdecker, ein Programm zum Anschauen, Mitmachen und Genießen. Ganz Hagen feiert in dieser Nacht ein einzigartiges Kulturfest.

Einige Veranstalter starten mit der Party sogar bereits am Tage – zum Beispiel das Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen, wo es von 12 Uhr mittags bis um Mitternacht fast nonstop Aktionsangebote gibt. Den Start macht von 12 bis 17 Uhr das Museumsfest „Von der Steinzeit ins Mittelalter – STEINlive“, Bogenschießen und Steinzeitdisco inklusive. Ab 18 Uhr beginnt im Schlosshof ein Mittelalter-Spektakel, während im Museum Haizähne gesucht, Fossilien gegossen und Ritterrüstungen anprobiert werden wollen.

Das Stadtmuseum Hagen lädt zu gleich zwei historischen Zeitreisen ein – die Dauerausstellung entführt in die 1950er Jahre, in der Sonderausstellung „Das Geheimnis der Blätterhöhle“ geht es gar bis in die Steinzeit. Mondsüchtige sind im LWL-Freilichtmuseum gut aufgehoben, wo die Musik des Hagener Planetenmodells zu hören ist und Sterne zu sehen sind. Feuer-Jongleure werden zu später Stunde den Barockgarten von Schloss Hohenlimburg illuminieren, und im Kunstquartier/ Osthaus-Museum gibt es passend zur großen Istanbul-Ausstellung türkische Musik.

Ein einziges Ticket

Ein einziges Ticket gilt für alle Veranstaltungen und Orte der Hagener Museumsnacht und sorgt außerdem für freie Fahrt: Als Kombi-Ticket gilt es am 23. Juli und am 24. Juli 2010 bis 3 Uhr morgens für alle Busse und Bahnen (2. Kl.) in der Preisstufe B ab Hagen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Ebenfalls im Preis inbegriffen ist die Fahrt mit den sieben Sonderbus-Linien, die extra für die Museumsnacht eingerichtet werden und mit denen alle Veranstaltungsorte erreicht werden.

Das Kombi-Ticket kostet 9,50 Euro, 8 Euro (ermäßigt) und 3 Euro für Kinder (6-14 Jahre). Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Schnellentschlossene kommen in den Genuss des Vorverkaufs-Vorteils: Reguläre Tickets, die bis einschließlich 21. Juli gekauft werden, kosten nur 8 Euro anstelle von 9,50 Euro.

Die Hagener Vorverkaufsstellen sind: Hagen Touristik im Rathaus an der Volme (Rathausstraße 13), Hagener Straßenbahn AG Kunden-Center City (Körnerstraße 2) und Kunden-Center Bahnhof (Graf-von-Galen-Ring 24/Berliner Platz), Kunstquartier (Museumsplatz 1), LWL-Freilichtmuseum Hagen – Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik (Mäckingerbach), Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen (Werdringen 1), Stadtmuseum Hagen im Historischen Centrum Hagen (Eilper Straße 71-75), Schloss Hohenlimburg (Alter Schlossweg 30) und Stadtbücherei Hagen (Springe 1). An den genannten Stellen werden keine zusätzlichen Vorverkaufs-Gebühren erhoben!

Das ausführliche Programmheft mit allen Veranstaltungen liegt bei den beteiligten Orten und Vorverkaufsstellen aus. Im Internet ist es unter www.hagener-museumsnacht.de einsehbar.

Spielräume – ein großes Fest auf der Brücke

Die Ebene 2 der Altenhagener Brücke wird von Freitag, 23. Juli bis Sonntag, 25. Juli zur Bühne und Flaniermeile. Ein dreitägiges Fest auf der erstmals für Fußgänger freigegebenen Brücke ist der Höhepunkt der Hagener Heldenwoche im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Das Programm:

Freitag, 23. Juli 2010, 21 – 24 Uhr
Lichtinstallation des Rotterdamer Künstlers Geert Mul

Mit Einbruch der Dunkelheit verwandelt der Lichtkünstler Geert Mul aus Rotterdam die Ebene 2 in ein Seh-Abenteuer. 20 künstlerisch bearbeitete Porträts – basierend auf Fotos Hagener Bürger aus den letzten fünf Jahrzehnten – werden auf der Fahrbahn aufgebracht. Mittels computergesteuerter LED-Spots strahlen die Bilder in wechselnden Farben und entfalten auf diese Weise eine unerwartete Lebendigkeit und gleichzeitig magische Wirkung. Im Idealfall, so der Künstler, schafft diese Atmosphäre Raum für neue Ideen und neue Interpretationen über die Stadt.

Der Niederländer Geert Mul, der mit seinen Lichtinstallationen u.a. in den USA, Spanien, Indien, Japan, China und Südafrika internationales Renommee erlangte, beschäftigt sich intensiv mit dem Wandel urbaner Strukturen. So fragt auch sein für Hagen kreiertes Projekt nach den Identitäten der Stadt, ihren multikulturellen Facetten, ihren Perspektiven und Visionen. Die Besucher können die überdimensionalen Lichtporträts über eine Länge von 400 Metern erwandern. Gleichzeitig lädt die Highway-Lounge auf der Ebene 2 ab 21.00 Uhr zum Drink an Hagens höchstgelegener Bar ein.

Samstag, 24. Juli
Buntes Programm mit vielen Höhepunkten

Das Ensemble Grotest Maru zaubert ein poetisches Spektakel auf die Fassaden und Dächer entlang der Ebene 2: "Endlich Feierabend! Die Menschen kehren in ihr Viertel zurück, Fenster werden geöffnet: eine Häuserzeile wird lebendig..." (Foto: Stadt Hagen/ Andreas Kermann)

Am Nachmittag lädt die freie Szene ab 15Uhr zu einem attraktiven Kleinkunstprogramm mit Theater, Mode, Musik und Tanz ein. Die sechsköpfige Band Ceily Family spielt auf der Bühne mehrere Sets irischer Musik, während Quassoni, ein Hagener Zauberkünstler, die Besucher mit seinen Kunststücken begeistern wird. Das dreiköpfige Ensemble Trifolie zeigt Ausschnitte aus seinem Programm „Die Touristen“ (ein ironischer Walkact nach dem Prinzip der versteckten Kamera, mit Parodie und Imitationen). Die Ruhrtaler Blasmusiker (Leitung von Diethelm Hoffmann) spielen ein breites Repertoire an volkstümlicher Blasmusik.

Als Walk-Act wird das Theater im Werkhof auf der Brücke unterwegs sein. Das Trio Gentlemen Jongleure zeigt ebenfalls seine Jonglierkünste.

Jeweils um 15.30 und 16.30 Uhr wird die Brücke zu einem Catwalk der besonderen Art: In und um Hagen ansässige Modedesigner aus Portugal, der Türkei, Benin und Italien stellen aktuelle Kollektionen vor.

Ab 19 Uhr sorgt die Jazzkapelle um Lutz Eikelmann mit Rhythmen von Blues bis Swing für Stimmung. Liebhaber orientalischer Darbietungen kommen bei den Orientalischen Bauchtänzern (Hasper Hammer) auf ihre Kosten. Die Marchingband, ein Percussion-Ensemble aus Duisburg, wird mit verschiedener Instrumentierung über die Brücke wandern. Mit dem Thema „Kleine Helden“ beschäftigt sich die Frauenberatung: Zuschauer sollen sich selbst ein Denkmal setzen und fotografieren lassen. Der Karikaturist Alexis portraitiert Besucher auf witzige Art und lässt sich über die Schulter schauen. Der Musiker Ulle Harazim präsentiert mit akustischer Gitarre und Gesang seine Vielseitigkeit in Sachen Latin, Pop, Evergreens und Jazz.

Gegen 21 Uhr präsentiert das Ensemble Grotest Maru ein poetisches Spektakel an den Fassaden und auf den Dächern entlang der Ebene 2: Endlich Feierabend! Die Menschen kehren in ihr Viertel zurück, Fenster werden geöffnet: eine Häuserzeile wird lebendig. Das verborgene Innere kehrt nach Außen, privater Raum offenbart sich und gewährt Einblicke in die Vielfalt der Lebensstile. Die Geschichten der BewohnerInnen dringen aus den Fenstern, springen über auf Dächer und Fassaden. Momente des Alltags verdichten sich in traumgleichen Bildern.

Das Ensemble Grotest Maru aus Berlin, unterstützt durch zahlreiche lokale Akteure, präsentiert ein poetisches Spektakel in simultanen Szenen auf einer Länge von 400 Metern an den Fassaden und auf den Dächern entlang der Ebene 2. Theater und Tanz, Klanginstallationen und Illumination, Luftakrobaten und Fassadenkletterer verwandeln an diesem Abend die Altenhagener Brücke in einen magischen Ort voller Zauber und Poesie. Das Publikum kann sich während der Vorstellung frei auf der Brücke bewegen.

Anschließend erstrahlt die Lichtkunst von Geert Mul bis spät in die Nacht, begleitet von heißen Salsa-Klängen der 10-köpfigen Band „Salsa Picante“.

Sonntag, 25. Juli
Internationales Picknick

Chillen erwünscht heißt es zum Abschluss des Brückenfestes am Sonntag, 25. Juli, ab 12 Uhr. An der „Langen Tafel“ soll geschlemmt werden. Ein Internationales Picknick auf dem Highway der Altenhagener Brücke, der Ebene 2, lädt ein, beim Futtern aus den eigenen oder auch fremden Picknickkörben die Woche der Hagener Helden im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 noch einmal Revue passieren zu lassen. Abhängen, plaudern und genießen ist hier angesagt. Internationale Speisen und Getränke werden aber auch von einem Gastronomiebetrieb auf der Brücke angeboten – für alle, die keine Zeit haben, selbst zu kochen oder etwas vorzubereiten.

Dazu wird allerlei Unterhaltsames geboten: Musik, Tanz, Zauberstücke und kleine Lesungen werden für eine lockere Atmosphäre sorgen. Künstler wie Quassoni, Ortmann & Heine, Achim Kreuzer und Georg Thomys treten an vierschiedenen Orten auf der Brücke immer wieder auf und sind mobil unterwegs.

Bei Dunkelheit ist ein letztes Mal die Lichtinstallation zu besichtigen.

Während des Brückenfestes: Führungen zum Kunstprojekt

An allen drei Tagen des Brückenfestes finden kostenlose Führungen zum Brücken-Kunstprojekt „Sehnsucht nach Ebene 2“ durch die beiden Künstlerinnen Milica Reinhart und Marjan Verkerk statt – am Freitag, 23. Juli , Samstag, 24. Juli und Sonntag, 25. Juli jeweils um 15 Uhr. Treffpunkt: Info-Laube unterhalb der Brücke

Kunst aus dem Bauchladen

Etwa zehn Künstlerinnen des Künstlerinnen-Netzwerkes „FrauenKunstForum“ beteiligen sich an der Hagener Local-Hero-Woche mit einer ganz besonderen Aktion: Mit Bauchläden, künstlerisch kenntlich gemachten Handwagen und einem rollenden Koffer werden sie in kleinen Gruppen am Samstag, 24. Juli während des Brückenfestes im Bereich der gesamten Altenhagener Brücke herumziehen, um sich als Künstlerinnen-Vereinigung vorzustellen, Gespräche zu führen und auch kleinformatige Original-Kunstwerke zu kleinen Preisen zu verkaufen. Drucke, Malerei und Collagen sind dabei im Angebot.