Zeit und Liebe schenken

Hagen. (anna) Die Herdeckerin Verena Bemba ist 46 Jahre alt, arbeitet als Krankenschwester, ist Mutter eines 13-jährigen Sohnes und unterstützt einmal in der Woche eine Familie mit drei Kindern in Haspe. Und das macht sie mit großem Engagement und viel Freude.
Seit einem Jahr füllt Verena Bemba ihre knapp bemessene Freizeit als ehrenamtliche Familienpatin aus. Durch den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hörte sie von dieser Möglichkeit und bewarb sich sofort für den Qualifizierungskurs. „Ich habe sehr viel Freude am Umgang mit Kindern und den Wunsch, Familien ganz praktisch in ihrem Alltag zu unterstützen“, erklärt Verena Bemba ihre ­Motivation. „Nach der Qualifizierung suchte man eine passende Familie für mich aus, die sich um Hilfe beim SkF beworben hatte.“

Familie aus dem Kosovo

So lernte die Herdeckerin eine Familie aus dem Kosovo kennen, die drei Kinder im Alter von fünf, vier und drei Jahren hat. Mittlerweile ist Verena Bemba mit der Mutter, nennen wir sie Maria, fest befreundet.
Die 31-jährige Maria kam während des Krieges nach Hagen und lebte hier sieben Jahre, bis sie wieder in den Kosovo abgeschoben wurde.
Nach neun Jahren Leben im Kosovo kam sie 2008 mit ihrem Mann, den sie inzwischen kennengelernt hatte, hochschwanger wieder nach Hagen und begann zum zweiten Mal ein neues Leben. „Es war nicht leicht“ erzählt Maria, die jetzt noch unter dem Schock der Abschiebung leidet, „doch jetzt läuft alles gut. Mein Mann hat eine Arbeit, wir haben eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, wir haben drei gesunde Kinder und dann noch Verena, die uns immer für uns da ist.“

Praktische Hilfe

Die Familie aus dem ­Kosovo­ hat kein soziales Netzwerk. Weder Verwandte noch Freunde kann Maria um ­Unterstützung bitten. Deshalb bewarb sie sich vor einem Jahr beim SkF und bat um Hilfe: Fortan hatte sie die lebenserfahrene Verena Bemba zum Gesprächsaustausch und zur Versorgung ihrer Kinder, die mittlerweile alle den Kindergarten besuchen.
„Ich kann jetzt mal alleine einkaufen gehen, Behördengänge machen oder den Arzt aufsuchen“, berichtet Maria, „auf Verena kann ich mich verlassen, sie achtet auf meine Kinder, als wenn es ihre eigenen wären.“

Familienpaten gesucht

Wie Yvonne Knura vom SkF berichtet, gäbe es genug Familien, die bei ihnen um Hilfe nachfragten. Leider gäbe es zu wenig Ehrenamtliche, die bereit sind, sich dieser Aufgabe zu widmen. Deshalb sucht der SkF auf diesem Weg nach interessierten Menschen, die Zeit und Freude am Umgang mit Kindern haben.

Qualifizierungskurse

Der SkF führt im Rahmen des Projekts „Familienpate“ qualifizierte Schulungen durch. Danach wird der Pate je nach Bedarf ein- bis zweimal wöchentlich für etwa zwei bis drei Stunden in eine Patenfamilie gehen, um die Eltern oder Alleinerziehenden zu entlasten. Diese Hilfe ist kostenfrei. Die Aufgaben der Familienpaten sind vielfältig und richten sich nach der Lebenssituation der hilfesuchenden Familien.
Oft ist es wichtig, dass noch ein weiterer Erwachsener präsent ist, zuhören kann und die Familie mit seiner Lebenserfahrung und sozialen Kompetenz unterstützt. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit setzt der SkF eine qualifizierte Schulung voraus.

Betreuung der Paten

Während die Paten sich in den Familien engagieren, werden sie von zwei Sozialarbeiterinnen des SkF betreut und beraten. Regelmäßige Treffen der Paten sorgen zudem für einen regen Austausch. Der SkF sucht immer eine Familie aus, die zu dem Paten passt.

Neuer Kurs

Der nächste Qualifizierungskurs beginnt Ende September. Wer Interesse an diesem ausfüllenden Ehrenamt hat, kann sich beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Hochstraße 83b, Tel. 02331 / 367430 wenden. Ansprechpartnerinnen sind Yvonne Knura und Annabelle Schickentanz.