Zeit zu verschenken? – Hagener Hospizdienst sucht Helfer

Sind auf der Suche nach Hospizhelfern (v.l.): Barbara Drepper

Sind auf der Suche nach Hospizhelfern (v.l.): Barbara Drepper, Ulrike Söth und Jennifer Schmandt. (Foto: Anja Schade)

Hagen. (AnS) Wer schon mal einen schwerkranken, vielleicht sogar sterbenden Angehörigen gepflegt hat, der weiß, wie kostbar Zeit ist. Zeit nicht nur für den Kranken, sondern auch Zeit für sich selbst – zum Durchatmen, Entspannen oder für ganz profane Dinge wie einen Friseurbesuch.

Gut, dass es dann Menschen gibt, die sich kümmern und zumindest ein Stück weit entlas­ten können. Und genau diese Menschen werden vom Ambulanten Hospizdienst der Caritas Hagen gesucht. Ein neuer Qualifizierungskurs für alle diejenigen, die sich ehrenamtlich diese Aufgabe zutrauen, startet am Donnerstag, 4. Mai, um 18 Uhr im Köhlerweg 7.
Niemanden alleine lassen
„Es ist so wichtig, Zeit zu verschenken und etwas Gutes zu tun“, sind sich die Mitarbeiterinnen Barbara Drepper, Ulrike Söth und Jennifer Schmandt einig. 80 Stunden lernen Ehrenamtler kennen, auf was es ankommt. „Wir möchten keinen mit dieser Tätigkeit alleine lassen“, sind sie sich der schweren Aufgabe bewusst. Bestmöglichste Vorbereitung ist wichtig, die eigene Reflektion steht im Mittelpunkt.
Erfahrungen in diesem Bereich sind natürlich von Vorteil, aber keinesfalls Voraussetzung. „Viele kommen mit einer natürlichen Scheu, deshalb ist der Kurs auch hinsichtlich der Frage wichtig: Was kann ich mir selbst zutrauen?“
Rund 50 Ehrenamtliche sind zur Zeit für den Hospizdienst im Einsatz, sie sind so unterschiedlich wie die Familien selbst, die betreut werden.
Lebensentlastung
Die Chemie muss zwischen beiden stimmen, denn es ist oftmals ein etwas längerer Lebensabschnitt, der begleitet werden muss. Auch die Aufgaben sind vielfältig: Manchmal ist es „nur“ ein Aufpassen, manchmal besteht der Wunsch nach einem Vorleser, manchmal gibt es Gesprächsbedarf. „Es ist eine praktische Lebensentlas­tung, die unsere Freiwilligen leisten. Die aufgewendete Zeit ist dabei genauso unterschiedlich wie die Intensität der Betreuung.“
Alles Dinge, auf die der Kurs gut vorbereiten soll. „Wir wollen, dass die Ehrenamtler mit einem guten Gefühl in die Familien gehen.“
Schließlich entsteht oft auch eine enge Bindung, manchmal auch eine Freundschaft, die mit dem Tod zunächst offiziell endet – der Kontakt zur Familie aber meist bleibt.
Sterben und der Tod sind auch heute noch Tabuthemen, diese Erfahrung haben Barbara Drepper und Ulrike Söth gemacht. „Wir als Hospizdienst sprechen darüber, der Tod gehört zum Leben dazu, wir müssen zu einer Akzeptanz kommen.“
Auch deshalb sind Hospizhelfer so wichtig. Wer sich für den Weiterbildungskurs interessiert, erhält weitere Informationen unter Tel. 02331 / 8039180.