Zu Besuch im Bayer-Labor

Hagen. (ME) Lange Zeit stand die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften nicht sonderlich weit oben in der Beliebtheitsskala deutscher Grundschulen. Mittlerweile scheint ein Wandel eingetreten zu sein. Auch große deutsche Firmen versuchen, durch gezielte Aktionen das Interesse der Kinder zu wecken. Ein Unternehmen, das mit gutem Beispiel voran geht, ist die Bayer AG. Die chemische Fabrik in Leverkusen hat ein spezielles Labor eingerichtet, worin Kinder wie die Profis forschen können.

Aus Hagen besuchten jetzt erstmals Grundschüler das Bayer-Schullabor. Gleich fünf Klassen der Hohenlimburger Heideschule machten sich in den letzten Wochen an den Rhein auf, um dort - wissenschaftlich betreut - zu experimentieren. Hauptsächlich ging es um die Frage „Warum ist Trinkwasser so wertvoll?“ (Foto: Heideschule)

Auch aus Hagen nutzten jetzt erstmals Grundschüler diese Einrichtung. Gleich fünf Klassen der Hohenlimburger Heideschule machten sich in den letzten Wochen an den Rhein auf, um – wissenschaftlich betreut – zu experimentieren. Hauptsächlich ging es um die Fragen „Warum ist Trinkwasser so wertvoll?“ und „Was hat Pflanzenschutz mit Ernährung zu tun?“ Das heißt, die Kinder hatten es mit Fragen zu tun, deren „richtige“ Beantwortung in naher Zukunft von immer größerer Bedeutung für die Weltbevölkerung sein wird.

„Normalerweise nutzen vornehmlich Schulen aus dem Großraum Köln das Bayer-Angebot,“ weiß Heideschulleiter Karl-Heinz Schäfers, „um so erstaunter war man bei dem Unternehmen, dass jetzt auch eine Schule vom Nordrand des Sauerlandes erpicht darauf war, das Leverkusener Schülerlabor im wahrsten Sinne des Wortes unter die Lupe zu nehmen.“

Kinder berichten

Unter den vielen Kindern der Heideschule, die nach Leverkusen fuhren, waren auch Malea, Poldi und Nils. Sie haben selbst zur Feder gegriffen, um über ihren Besuch bei Bayer zu berichten:

„Wir Kinder von der 4a und 4b haben kürzlich ebenfalls das Schülerlabor ’Baylab’ der Bayerwerke in Leverkusen besucht. Die zuständige Projektleiterin, Frau Kunz, hatte für uns ein Projekt mit Untersuchungen zum Thema Trinkwasser vorbereitet.

Bevor es aber an die Arbeit ging, wurden wir erst wie richtige Forscher mit einem weißen Kittel, einer Schutzbrille und einem Kugelschreiber ausgestattet. Dann ging es los mit den Experimenten. Zuerst haben wir gelernt, dass Meerwasser 32,9 g Salz pro Liter enthält, Mineralwasser 1,3 g, Leitungswasser 0,5 g und destilliertes Wasser 0,0 g.

Im nächsten Experiment sollten wir herausfinden, welche von drei gleich aussehenden Wasserflaschen Trinkwasser enthält. Dazu haben wir jeweils eine Probe in Reagenzgläser gefüllt und mit einem Indikator, das ist ein Prüfmittel, gemischt. Der Indikator zeigt an, ob eine Flüssigkeit zum Beispiel sauer oder neutral ist. Trinkwasser ist immer neutral. Deshalb war es letztlich leicht, die richtige Flasche zu finden.

Anschließend haben wir Wasser mit Steinen, Sand und Tinte verschmutzt, um es danach wieder zu reinigen. Die Steine konnten wir mit einem Sieb auffangen. Den Sand haben wir entfernt, indem wir das Wasser durch einen Filter geschüttet haben. Die Tinte war das Schwierigste. Erst als wir Aktivkohle dazugegeben haben, konnten wir auch die Tinte herausfiltern, so dass das Wasser wieder ganz klar wurde.

Damit waren wir am Ende unseres Trinkwasserprojektes angekommen. Dass nicht nur das Experimentieren zu den Aufgaben eines Forschers gehört, haben wir erfahren, als es wieder ans Aufräumen ging…“

Einfach toll!

Malea, Poldi und Nils lernten noch mehr: „Leverkusen ist nicht nur durch die Bayerwerke bekannt, sondern auch durch den Fußballverein Bayer Leverkusen, der in der 1. Bundesliga spielt. Deswegen führte uns Frau Kunz zuletzt zu einer Torwand, die im Ausstellungsraum stand. Wir haben uns riesig gefreut, als wir auf die Torwand schießen durften. Dabei haben die Mädchen mindestens genauso oft getroffen wie die Jungs. Unser Tag in Leverkusen war einfach toll!“

Auch Schulleiter Schäfers zeigt sich überaus angetan von dem, was die Bayer-Werke den Hagener Kindern geboten haben. Kein Wunder, dass jetzt in der Heideschule der Wunsch ganz oben steht, den Leverkusenern möglichst bald wieder einen Besuch im Labor abzustatten. Wer mehr wissen will: die Homepage der Heideschule ist unter www.Heideschule-Hohenlimburg.de zu finden.