Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, hielt zur Eröffnung der zweiten Hagener Zukunftsschmiede im „KARLs“ im Haldener Arcadeon den Impulsvortrag. (Foto: Michael Kaub)

Hagen. (cs) Als sich am Montagabend knapp 250 Hagener zur zweiten Zukunftsschmiede im Haldener Arcadeon zusammenfanden, war ein Grundte­nor schnell gefunden: Hagen wird häufig viel schlechter dargestellt, als es eigentlich ist. Doch es gibt Menschen, die sich dafür einsetzen wollen, die Volmestadt ins rechte Licht zu rücken.

Wirtschaft & Bildung

Während es bei der ersten Zukunftsschmiede im Jahr 2017 um den Bereich Natur und Freizeit ging, saßen am Montag Arbeitsgruppen zusammen, die sich mit den Themen Wirtschaft und Bildung beschäftigt haben. Obwohl es ungleich schwerer war, konkrete Projekte zur Verbesserung von Hagens Image als Wirtschaftsstandort oder für das Bildungswesen zu finden, als „nette Freizeitangebote“ zu entwickeln, konnten die insgesamt zehn Arbeitsgruppen am Ende der Veranstaltung durchaus Projekte benennen, die in Angriff genommen werden.

Selbst anpacken

OB Schulz zeigte sich zufrieden. (Foto: Michael Kaub)

Und genau da sollte laut Oberbürgermeister Erik O. Schulz auch der Fokus liegen: „Es soll in der Zukunftsschmiede nicht darum gehen, was Dritte tun können, sondern darum, was wir selbst tun.“ Und die erste Zukunftsschmiede zeige, dass es durchaus möglich sei, Projekte zu realisieren.

„Anpacken“, das hat auch Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, in seinen Impulsvortrag zu Beginn der Veranstaltung empfohlen. So hob er im Migrationszusammenhang hervor, dass viele Menschen in Deutschland anpacken wollen, jedoch zunächst von Anträgen und Formularen gebremst würden und so die Lust „am Anpacken“ verlieren würden. Umso schöner sei es, dass sich in Hagen so viele Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden hätten, um anzupacken und mitzugestalten.

Vernetzung

Immer wieder fiel in den Arbeitsgruppen und auf der Bühne der Begriff „Vernetzung“. So äußerte Angelika Schulte, Vorsitzende des Unternehmervereins, den Wunsch einer engeren Verzahnung zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen und traf damit den Nerv vieler Anwesenden.

Denn auch als gegen 21.30 Uhr die ersten Ergebnisse der Zukunftsschmiede von den Moderatoren präsentiert wurden, war die Verzahnung sowohl zwischen Schulen, Universitäten und Betrieben als auch zwischen schon bestehenden Angeboten der Stadt im Bereich Bildung und Wirtschaft der gemeinsame Nenner vieler Gruppen.

Projekte

Konkret wurde dies zum Beispiel in einer Arbeitsgruppe, die es sich zur Aufgabe machen wird, schon bestehende Portale und Jobbörsen zu bündeln und für Jugendliche verständlich darzustellen. Zudem möchte die Hagen-Agentur, in diesem Fall vertreten durch Kirsten Fischer, eine Standort-Kampagne planen, die dem Wirtschaftsstandort Hagen frischen Wind verleihen soll. Eine gesonderte Arbeitsgruppe rund um Christian Isenbeck hat am Montag sogar schon 10.000 Euro gesammelt, um Schulen digital besser auszustatten.

Jugend einbinden

Wichtigster Kritikpunkt, der an der zweiten Zukunftsschmiede laut wurde, war, dass zwar an der Bildung und der Zukunft von Jugendlichen in Hagen getüftelt wurde, die absolute Mehrheit der Teilnehmer jedoch lange nicht mehr im Al­tersdurchschnitt der Zielgruppe lag. Dennoch kamen konstruktive Ideen und Projekte zutage, über die der Wochenkurier auch in Zukunft berichten wird.