Zuckerkunst mit Leidenschaft

Haspe. (anna) Die zwölfjährige Malgorzata Adamczyk aus Haspe holte sich jetzt eine Goldmedaille bei der „Cake and Bake“-Messe in den Dortmunder Westfalenhallen – der größte Tortenmesse Deutschlands. Bei einer Konkurrenz von 14 anderen kreativen Kindern ist das eine erstaunliche Leistung. Mutter Justyna ist sehr stolz auf ihre kleine Tochter. Zur Goldmedaille gab es als Siegerpreis noch zwei Tickets nach Liverpool, wo das Mädchen und ihre Mutter im November die Weltmeister der Zuckerkunst treffen werden.

Anfang in Hamburg

Malgorzata Adamczyk, die liebevoll Gosia genannt wird, kam durch ihre Mutter zu ihrem Hobby und damit zu Ruhm und Ehre.
Als vor ein paar Jahren einer ihrer beiden Brüder Geburtstag hatte, bestellte die Mutter eine recht aufwändige Torte mit Motiven aus Zuckerwatte. „Doch die Torte schmolz sehr schnell und schmeckte auch nicht wirklich gut“, erinnert sich die Zwölfjährige. „Meine Mutter war sehr ärgerlich und beschloss, die Torten in Zukunft selber herzustellen.“
Und das gelang ihr mit ziemlich großem Erfolg. 2014 fuhren Mutter und Tochter zur Tortenmesse „Cake World Germany“ nach Hamburg, wo Mutter Justyna ihre Torten-Kreationen präsentierte.
Die kleine Gosia war fasziniert von den süßen Kunststücken und der Welt der Tortendekorationen. Mit reichlich eigenen Ideen im Kopf, begann sie sofort mit der Herstellung eigener Torten, die sie auf einem Wettbewerb in Hannover präsentieren wollte. Drei Monate lang hat sie an dem Kunststück einer Halloweentorte gearbeitet. Die Mühen wurden belohnt.
In der Kategorie „Kindheit und best of class“ belegte sie dann auch gleich den ersten Platz, bevor sie in Dortmund noch einmal Gold kassierte.

Harter Wettbewerb

Die Bedingungen des Wettbewerbs haben es in sich: Zwölf Juroren beurteilen unter strengsten Kriterien die Zuckerwerke. Außer dem Tortengerüst aus Styropor muss alles essbar sein. Keine Drähte oder andere Fremdkörper dürfen beim Aufbau der Zuckerfiguren verwendet werden. Natürlich darf auch nur Lebensmittelfarbe zum Einsatz kommen.

Vier Jahre in Hagen

Gosias Familie kam erst vor vier Jahren nach Hagen. Aus Polen stammend, in der Nähe von Görlitz zu Hause, fand der Vater, der zunächst ein Jahr allein in Hagen lebte, endlich eine feste Arbeit und holte seine Familie nach Haspe.
Gosia geht in die 5. Klasse der Gesamtschule in Haspe und fühlt sich hier sehr wohl. Ihre Lieblingsfächer seien die Naturwissenschaften, sagt sie, weil die Lehrerin „so cool drauf ist“.
Außerdem zeichnet Gosia unheimlich gerne und spielt liebend gern in der Theater AG der Schule mit. Ihre Deutschkenntnisse sind sehr gut.
„Sie hat schnell gelernt“, weiß die Mutter. Eigentlich wollte die Zwölfjährige immer Polizistin werden, doch jetzt überwiegt der Beruf der Zuckerkünstlerin. „Ich kann vielleicht ja auch beides machen“, ist Gosia überzeugt.