Zutaten nur aus der Natur

Der 70-jährige Rentner Egon Rödl will am Sonntag, 21. November, seine selbstgefertigten Krippen der Öffentlichkeit präsentieren. Zwischen 11 und 17 Uhr ist jeder eingeladen, die Ausstellung in der Hochstraße 45 zu besuchen. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Eigentlich war es Ehefrau Gerda, die ihren 70-jährigen Mann Egon Rödl dazu drängte, seine 13 ungewöhnlichen Krippen einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Drei Jahre lang hat der Hagener Rentner an den teilweise recht großen „heiligen Ställen“ gearbeitet. Zu Hause im ehemaligen Gebäude der Kreishandwerkerschaft in der Hochstraße 45, wo Rödl bis zu deren Wegzug als Hausmeister tätig war, verfügt der Krippenbastler über mehrere Räumlichkeiten, in denen er seinem Hobby ungestört nachgehen kann. Dort will Egon Rödl auch am Sonntag, 21. November, zwischen 11 und 17 Uhr die Türen zu seiner Krippenausstellung öffnen und die einzigartigen Unikate einer hoffentlich breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Als Hausmeister schon immer handwerklich begabt, hat Rödl allerdings erst spät mit dem Bau von Krippen begonnen, obwohl er jedes Jahr bei einem Krippenbauer in Österreich Ski-Urlaub machte – und das zwanzig Jahre lang. „Ich habe mir sicherlich viel von ihm abgeguckt, aber in all den Jahren nie wirklich die Kurve gekriegt“, schmunzelt Rödl.

Diese Krippe besteht hauptsächlich aus Kiwi-Holz. Krippenbauer Egon Rödl hat den knorrig gewundenen Stamm in das Modell hineingearbeitet. (Foto: Anna Linne)

Das wurde erst anders, als sich die Enkelkinder einen Stall für ihre Spieltiere wünschten. Da saß dann Opa Rödl tagelang im Hobbykeller und fertigte sein erstes Gebäude – einen Stall für Pferd und Kuh. Das Holzhaus stieß bei den Enkelkinder auf große Begeisterung, so war die Grundlage fürs Krippenbauen bei Opa Rödl gelegt.

„Ich fing sofort damit an, in der Natur Material zu sammeln“, schwärmt Egon Rödl, der am Goldberg auch einen Schrebergarten besitzt. Aus dem bezieht er meist das Holz für die Häuschen, das von Kiwi-, Apfel, Birnen- und Pflaumenbäumen stammt. Auf seinen Spaziergängen durch Feld und Wald wird jede Wurzel, jedes Stück Holz, jedes bisschen Stroh sowie kleine Moosstücke gesammelt, getrocknet, auf Halde gelegt und schließlich verwertet. „Jede Krippe wird anders, ist einmalig“, freut sich Egon Rödl, „denn das vorhandene Material bestimmt meine Phantasie und gibt schließlich den Ausschlag für das Aussehen.“ So ist jedes Modell ein Unikat und in seinem Stil wahrscheinlich einzigartig.

Auch die filigranen Accessoires, mit denen der 70-Jährige die heiligen Ställe ausstattet, sind in Eigenarbeit liebevoll hergestellt: Brunnen mit fließendem Wasser, kleine Bäume und Sträucher, ein Holzbock mit Beil, geschichtetes Feuerholz, kleine Kieselwege und echt wirkende Felsformationen lassen der Phantasie des Betrachters freien Lauf.

Wer Lust auf mehr hat, kann die Rödls am Sonntag, 21. November, zwischen 11 und 17 Uhr gern einmal in der Hochstraße 45 besuchen und sich die „heiligen Ställe“ ganz aus der Nähe anschauen.