Zuwanderer qualifizieren

Hagen. (anna) Fünfzehn junge Flüchtlinge zwischen 17 und 25 Jahren aus dem Iran und Irak, aus Afghanistan, Syrien, Eritrea und Guinea nehmen zur Zeit an einem Qualifizierungsprojekt der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) und der Stadt Hagen teil. Das ist bereits die zweite Maßnahme dieser Art.

Hochmotiviert

„Alle Teilnehmer sind hochmotiviert und fleißig“, berichtet SIHK-Bildungsgeschäftsführer Thomas Haensel. Integration könne nur über berufliche Qualifizierung gelingen, deshalb sei es wichtig, diesen jungen Menschen eine Chance einzuräumen, die ihnen ein Leben in Deutschland ermöglicht.
Einen vierwöchigen Sprachkurs mit täglich sechs Stunden Unterricht haben die jungen Flüchtlinge erfolgreich absolviert. Nun steht der praktische Teil in sieben Abteilungen der Lehrwerkstatt an. „Jetzt lernen die Teilnehmer verschiedene Tätigkeiten aus den Metall- und Elektroberufen kennen“, erklärt Katharina Bodenstein, die das Projekt mit ihrer Kollegin IIham Bouchareb seitens der SIHK betreut. Sie beschreibt die jungen Teilnehmer dann auch als herzerfrischend und lernbegierig.
Während der vergangenen Woche haben die jungen Flüchtlinge erhebliche Fortschritte sowohl im Sprachbereich als auch bei der Anwendung ihrer erlernten berufspraktischen Kenntnisse gemacht. Zwei Flüchtlinge berichten sogar auf Deutsch von ihren Erfahrungen während der Ausbildung bei der SIHK, was Ausbildungsleiter Achim Meyer mit Stolz erfüllt.

Betriebe melden

Aus sechs Ländern stammen die Flüchtlinge, die nach dem Projekt in ein Praktikum, eine EQ-Maßnahme (Einstiegsqualifizierung) oder sogar in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt werden sollen. „Das ist das Ziel des Projektes“, erklärt Thomas Haensel, der heimische Betriebe um ihre Unterstützung bittet. „Wir brauchen dringend Praktika- und Ausbildungsplätze für die jungen Menschen, damit Integration gelingen kann.“
Die SIHK sieht für eine Vermittlung eine gute Basis, da alle sowohl sprachlich als auch handwerklich gute Fortschritte machen. „Der Reifegrad für ein berufsorientiertes Praktikum in den heimischen Unternehmen konnte deutlich gesteigert werden“, so Bildungsgeschäftsführer Haensel.
Neben der Kammer und der Stadt Hagen wurde das Projekt mit einer großzügigen finanziellen Spende vom Lions-Club Hagen-Mark unterstützt.

Kontakt

Betriebe und Unternehmen, die den jungen Flüchtlingen einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen möchten, können sich an die Willkommenslotsin Katharina Bodenstein, Tel. 02331/ 390-306, wenden.