Zwei „Altmeister“ der Hagener Kunstszene stellen aus

Ernst Kowalewski liebt das Spiel mit den Farben. Seine neuesten Arbeiten sind ab Freitag im Altenhagener Wirtschaftsprüferhaus, Pettenkoferstraße 19, zu sehen. (Foto: privat)

Hagen. (ME) Wenn Gisela Polzin und Ernst Kowalewski eine „Bilderreise“ unternehmen, darf man sich auf eine gefällige Kunstschau freuen – denn obwohl die beiden gemeinsam 180 Lebensjahre in die Waagschale werfen können, ist ihre Kreativität so frisch und wagemutig wie eh und je.

Zusammen stellen die „Altmeister“ der heimischen Künstler-Gilde ab dem 2. März, 19 Uhr, im Altenhagener Wirtschaftsprüferhaus, Pettenkoferstraße 19, über 60 Werke aus – vorrangig aus neuester „Produktion“.

Ernst Kowalewskis Arbeiten sind eher gegenstandslos. Aber in jedem Bild sind seine Wahrnehmungen aus der Natur, von Begegnungen und aus dem Alltag zu erkennen. Der Künstler liebt das Spiel mit Formen und Farben. Die Farben sind eigentlich das Hauptthema in Kowalewskis Werken. Sie leuchten und strahlen, inspirieren die Betrachter und berühren ihre Seelen.

Gisela Polzin, eine der „Altmeisterinnen“ der Hagener Künstler-Gilde, zeigt in Altenhagen unter anderem diese Ansicht von Wehringhausen. (Foto: Michael Eckhoff)

Leben voller Kunst

Der Hagener Künstler hat erst nach dem Eintritt in den Ruhestand die Muße gefunden, seine Kreativität auch in der freien Malerei auszuleben. Dabei begleitet ihn die Kunst eigentlich schon ein Leben lang.

Er studierte an der Werkkunstschule Dortmund bei Prof. Herricht, der auch Emil Schumachers Lehrer war. Als Entwurfsgrafiker arbeitete Kowalewski in Düsseldorf, war Schauwerbeleiter der früheren Kruppschen Kauf- und Warenhauskette, übernahm Aufgaben für Berthold Beitz und die Krupp-Villa Hügel.

Wie geht das?

Seit über drei Jahrzehnten ist Gisela Polzin nun schon intensiv künstlerisch aktiv. Auslöser, sich eingehender mit Kunst auseinander zu setzen, gab einst ein Sommermalkurs in der legendären Hagener Galerie Gey. Damals stand ihr Entschluss fest: „Ich möchte wissen, wie man es schafft, all‘ das auf Papier zu bannen, was ich sehe.“

Lieblingsthema „Zeit“

Mit Vehemenz und großem Ehrgeiz machte sie sich fortan ans Werk. Was sie ab Freitag zeigt, ist allerdings keine Rückschau auf diese lange Mal-Zeit, also keine Retrospektive, sondern vielmehr ein Einblick in ihr aktuelles Schaffen. Neue humoristische Auseinandersetzungen sind ebenso darunter wie Ansichten zum Beispiel von Frankfurt, New York und Wehringhausen. Doch am meisten hat es ihr in den vergangenen Monaten die „Zeit“ angetan – mit Uhren, die zerfließen, da fühlt man sich sogar ein bisschen an den großen Dali erinnert.