Zwei Schwestern sind einfach verschwunden – Kosten trägt Vermieter

Hagen. (anna) Eigentlich dachte der fast 50-jährige Agah Türkeli, er hätte für sein Alter gut vorgesorgt, denn ihm gehören mehrere Immobilien in Hagen, von dessen Erträgen er leben kann. Zusammen mit seiner Frau führt er noch eine Firmendatenbank in dem Geschäftsfeld „Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Wohngrundstücken, Wohngebäuden und Wohnungen“.

60 Wohnungen gehören zu seinem Eigentum, doch häufig bleiben seine Mieter den Mietzins schuldig. Dann kommt der Hasper selbst in die Bredouille, weil er dann seine Schulden bei der Bank nur unvollständig begleichen kann.

Was ihn besonders ärgert, sind Mieter, die Hals über Kopf die Wohnung verlassen und nicht einmal ihren Müll mitnehmen. Viel Arbeit und hohe Kosten bleiben dann an Türkeli hängen. Die besten Erfahrungen hat der Hausbesitzer übrigens  mit Flüchtlingen aus Syrien oder Persien gemacht.  „Ruhige und durchweg saubere Leute“, betont Agah Türkeli. Auch gegen Farbige hegt er keinerlei Vorurteile. Alle bekommen von ihm eine Wohnung. „Leben und leben lassen“, ist seine Devise.

Neuester Fall

Acht Jahre lang wohnten in Türkelis Haus in der Böhmerstraße die Schwestern Chr. N. und N. G. in zwei Wohnungen. Im April kündigten die beiden Deutschen ihr Mietverhältnis zwar auf, doch an die Kündigungsfrist hielten sie sich dabei nicht.  „Über Nacht waren sie plötzlich verschwunden“, erzählt der Vermieter, „sie schickten mir lediglich ein Handy-Video, das zeigt, wie sie die Wohnungs-Schlüssel in den Briefkasten werfen.“

Sofort schaute er in der Böhmerstraße nach und traute seinen Augen nicht. Beide Wohnungen waren voller Möbel, die man nur noch dem Sperrmüll zuführen konnte. Müllsäcke stapelten sich. Keller und Abstellkammer voll mit Matratzen, blauen Säcken, Spielzeug und Katzenzubehör. „Auf dem Dachboden hängt noch Wäsche, die schon wieder schmutzig ist. Eigentlich sollten die Wohnungen besenrein und gestrichen übergeben werden. Stattdessen hatte eine Schwester die Küchenzeile mitgenommen, die mir gehört“, ärgert sich Vermieter Türkeli. Der entstandene Schaden durch den Verlust der Miet-Einnahmen und Nebenkosten, durch die gestohlene Einbauküche und durch die Entsorgungskosten beläuft sich auf etwa 5000 Euro.

Deshalb würde der Hausbesitzer zu gerne wissen, wo es die Schwestern hingezogen hat, auch wenn eine von ihnen schon längst einen Offenbarungseid geleistet hat. So ganz ohne finanzielle Beteiligung will er die Schwestern nicht ziehen lassen. Er bleibt auf der Suche nach ihnen.