Zwei Welten im Werkhof

Hohenlimburg. (th) Eine große Baustelle und gleichzeitig eine Kunstgalerie. Was sich im ersten Moment wie ein Widerspruch anhört, wird im Werkhof gerade Wirklichkeit. Denn seit Montag, 20. Juli, stellt der Hohenlimburger Künstler und Pizzabäcker Angelo Cataldo Virzi im „Foyer 2“ Gemälde aus, während im restlichen Werkhof an allen möglichen Stellen gesägt, gehämmert und gebaut wird.

Pizzabäcker und Künstler aus Leidenschaft - Angelo Cataldo Virzi malt am liebsten Motive aus seiner italienischen Heimat, wie dieses Gemälde seines Geburtsortes Gagliano Castelferrato in Sizilien. (Foto: Tim Haacke)
Pizzabäcker und Künstler aus Leidenschaft – Angelo Cataldo Virzi malt am liebsten Motive aus seiner italienischen Heimat, wie dieses Gemälde seines Geburtsortes Gagliano Castelferrato in Sizilien. (Foto: Tim Haacke)

Herzenssache

Vor 30 Jahren zog der künstlerisch begabte Pizza-Experte mit sizilianischen Wurzeln nach Hagen. Seinen Hauptberuf übt er seitdem in der Hohenlimburger Pizzeria „Piccolo Pelle“ aus, die Malerei ist jedoch keinesfalls nur ein Hobby für ihn. Als Hobbies, so sagt Virzi, könne man Kartenspiele und Treffen mit Freunden bezeichnen. Seine Kunst, das ist für ihn jedoch eine Herzensangelegenheit. Genau wie seine Heimat, was seine Bilder deutlich widerspiegeln: Gagliano Castelferrato, der Geburtsort von Angelo Cataldo Virzi, ist häufgstes Motiv der Gemälde. Manchmal die ganze Stadt, manchmal kleine Ausschnitte davon, Straßen und Häuser, die in der Jugend des Künstlers eine besondere Bedeutung für ihn hatten.

„Normale Kunst“ nennt Virzi seine Werke, sie zeigen klare Motive, gemalt mit Ölfarbe, Pinsel und Spachtel. Die farbenfrohen Gemälde sprühen vor Lebensfreude, als Betrachter fühlt man sich, selbst wenn man nur daran vorbeischlendert, förmlich nach Sizilien versetzt.

Die Ausstellung ist noch bis Ende August im Rahmen der „Sommerakademie 2015“ im „Foyer 2“ an der Herrestraße 17 bei freiem Eintritt zu sehen.

Kultur-Chef Volker Schwiddessen freut sich über den dringend notwendigen neuen Boden im Saal des Werkhofs. (Foto: Tim Haacke)
Kultur-Chef Volker Schwiddessen freut sich über den dringend notwendigen neuen Boden im Saal des Werkhofs. (Foto: Tim Haacke)

Dauerbaustelle

Unterdessen wird im Saal direkt nebenan kräftig umgebaut. Aktuell wird der Boden komplett erneuert, ein erster Streifen mit neuen Dielen verdeutlicht den Vorher-Nachher-Effekt und zeigt außerdem, wie dringend nötig die Sanierung war. Durch die vielen Veranstaltungen im Werkhof herrscht bei allen Umbauten immer ein gewisser Zeitdruck, verrät Volker Schwiddessen, kultureller Leiter des Zentrums.

Der Boden im Saal soll bereits in zehn Tagen fertig sein. Parallel befinden sich auch die Werkhof-Katakomben im Umbau. Dort werden momentan in erster Linie technische Arbeiten an Wänden, Leitungen und Scheinwerfern vorgenommen. Seit Schwiddessen sein Amt als Kultur-Chef im Oktober 2014 angetreten hat, wird im Grunde dauerhaft umgebaut. Er hofft allerdings, dass zu Beginn der neuen Spielzeit im Herbst alle Arbeiten endlich abgeschlossen sein werden. Zumindest vorläufig …