Zwergentreffen im Hagener Stadtmuseum


Im Stadtmuseum gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel den Luftgeist Ariel, der aus William Shakespeares „Der Sturm“ stammt. (Foto: Nina Heindl)

Hagen. (nh) Unter dem Bi-Ba-Butzemann oder auch dem Zwerg Nase kann man sich noch gut ein Bild machen, doch was bitte ist ein „Barbegazi“ oder ein „Bes“? In der aktuellen Ausstellung des Stadtmuseums „Zwergenwelten. Die kleinen Wesen im Märchenjahr“ wird man aufgeklärt: Ein Barbegazi ist ein schweizerischer Zwerg, der auf seinen großen Füßen die Schneehänge hinabsausen kann; der Bes ist dagegen in wärmeren Gefilden unterwegs, er ist ein ägyptischer Zwerggott mit tierischen Zügen.

Für Groß und Klein

Vieles gibt es im Rahmen der Ausstellung für Groß und Klein zu entdecken, beispielsweise den riesenhaften Tisch mit dazugehörigem Stuhl gleich zu Beginn des Rundgangs. „Da kann man sich direkt hineinversetzen, wie das Leben als Zwerg so sein kann“, erklärt Christa Becker augenzwinkernd. Die Kölnerin Christa Becker weiß, wovon sie spricht, stammen doch annähernd alle gezeigten Ausstellungsstücke aus ihrer privaten Zwergensammlung – und diese kleinen Zeitgenossen haben es ihr wirklich angetan. Vom kleinen Sandmann, über Figuren aus der Zeichentrick-Serie „Cosmo und Wanda“ bis hin zu den klassischen Wald- und Bergzwergen, die schon Schneewittchens Herz erobert haben, sind alle erdenklichen Zwergengestalten vertreten. Und dies auch in den unterschiedlichsten Formen – als Pop-Up-Bilderbuch, Sammelfigur, Stoffpuppe, Zeichnung oder Gartendeko.

In Rätselaufgaben und Mitmach-Aktionen kommt außerdem die gesamte Familie auf ihre Kosten: Tief im Berginneren muss ein Zwergenrätsel gelöst werden, an einer anderen Stelle wird Rumpelstilzchens Spinnrad in Beschlag genommen und Stroh zu Gold gesponnen.

Zwerg Nase ist nur einer der Lieblinge von Christa Becker. Jetzt sind sie alle vereint in der Ausstellung „Zwergenwelten“ zu sehen. (Foto: Nina Heindl)

Aus Spaß wird Ernst

Auch ernstere Themen werden in der Ausstellung angeschnitten, beispielsweise ist auch der Luftgeist Ariel aus William Shakespeares Stück „Der Sturm“ hinter einem schweren Samtvorhang zu entdecken. Die elfenhafte Figur leuchtet regelrecht aus dem Dunkel heraus.

Doch nicht nur die Wesen aus Literatur, Sagen und Mythen werden ausgestellt, sondern auch unmittelbare Bezüge zum Menschen hergestellt. In einem der letzten Bereiche wird die Kleinwüchsigkeit von Menschen thematisiert. Kleinwüchsige sind zur Belustigung am Hofe und später in Liliputaner-Zirkussen aufgetreten und wurden dort aufgrund ihrer geringeren Körpergröße zur Schau gestellt. Ein nachdenklich stimmendes Objekt ist in diesem Zusammenhang ein großer Reise- und Kleiderkoffer mit Kostümen, der einer kleinwüchsigen Darstellerin des Liliputaner-Zirkusses Schäfer gehörte.

Zwergenwelten

Die Ausstellung „Zwergenwelten“ wird am Sonntag, 3. März 2013, 15 Uhr mit Ansprachen vom Leiter des Fachbereichs Kultur Tayfun Belgin, Thomas Huyeng (Beigeordneter der Stadt Hagen für Kultur), Dietmar Freiesleben (Fachdienstleiter Bildung und Vermittlung) und der Aufführung eines „Zwergentanzes“ eröffnet. Die Schau ist bis zum 27. Oktober 2013 im Stadtmuseum zu sehen.