123 Mietsenkungsverfahren in Iserlohn und Hemer

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Angemessener Wohraum ist für Menschen mit geringem Einkommen wichtig. Bis Ende des Jahres soll das Konzept zum sogenannten grundsicherungsrelevanten Mietspiegel überarbeitet werden. (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis)

Märkischer Kreis. (pmk) 271 Mietsenkungsverfahren hat das Jobcenter Märkischer Kreis im vergangenen Jahr eingeleitet. Das waren knapp 4,9 Prozent aller 5.556 Erstanträge. Bis Ende des Jahres soll das Konzept zum grundsicherungsrelevanten Mietspiegel überarbeitet werden. Das wurde im Ausschuss für Gesundheit und Soziales mitgeteilt.

Die Kreisverwaltung will bis Ende des Jahres ein neues, nachgearbeitetes Konzept zum Thema grundsicherungsrelevanter Mietspiegel vorlegen. Das kündigte Fachbereichsleiter Volker Schmidt den Kreispolitikern in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales an. Hintergrund ist ein Urteil des Bundessozialgerichtes von Ende Januar. Die Nachbesserung erfolge, so Volker Schmidt, sobald die Urteilsbegründung vorliege. Auslöser war die Bildung von Vergleichsräumen und Wohnungsmarkttypen. In welcher Form dies zu einer Veränderung der Mietsätze führe, sei derzeit noch nicht ersichtlich, so die Verwaltung.

Auf Basis dieses grundsicherungsrelevanten Mietspiegels prüfe das Jobcenter, ob die Kosten der Unterkunft angemessen sind. Ist dies nicht der Fall, werde ein Mietsenkungsverfahren eingeleitet. Im vergangenen Jahr wurden 5.556 Erstanträge auf Leistungen beim Jobcenter gestellt. in 271 Fällen (4,9 Prozent) wurde ein Mietsenkungsverfahren eingeleitet. Bei Einführung des Mietspiegels im Jahr 2014 betrug der Anteil noch 9,8 Prozent.

Die eingeleiteten Verfahren verteilten sich wie folgt auf die einzelnen Städte und Gemeinden: Altena 10, Hemer 42, Iserlohn 81, Kierspe 10, Lüdenscheid 29, Meinerzhagen 22, Menden 33, Plettenberg 16, Halver 3, Nachrodt 6, Neuenrade 2, Werdohl 17. Die Überschreitungen der angemessenen Bedarfe betragen, so die Kreisverwaltung, bis zu 461 Euro. Die durchschnittliche Abweichung beträgt 82,00 Euro.

Zur Situation auf dem Wohnungsmarkt gebe es keine Hinweise des Jobcenters, dass angemessener Wohnraum nicht zur Verfügung steht.