125 Jahre „gesunde Wohnungen in Iserlohn“

Iserlohn. (as) 1891 – Wilhelm II. hat bereits drei Jahre seiner Regentschaft als Deutscher Kaiser und Preußischer König auf dem Buckel. Die Rentenversicherung wurde in Deutschland eingeführt. Thomas Alva Edison erhält das Patent auf seinen 35-mm-Film. Der Maler Paul Gauguin schippert nach Tahiti. Und in Iserlohn kommen Kaufleute und Fabrikanten zusammen, weil sie sich in den Kopf gesetzt haben, die Wohnsituation von Arbeitern zu verbessern. Am 28. Dezember 1891 schlägt die Geburtsstunde der „Iserlohner gemeinnützigen Baugesellschaft“. Später wurde sie in Iserlohner gemeinnützige Wohnungsgesellschaft umbenannt. Zweck der damaligen Aktiengesellschaft ist „die Beschaffung gesunder Wohnungen in Iserlohn, zu dessen Erreichung die Gesellschaft die Erwerbung von Grundstücken, Erbauung neuer oder Ankauf vorhandener Häuser, sowie den Verkauf oder die Vermietung dieser Immobilien vornimmt“.

Was die Herren damals nicht ahnten. Sie schrieben das erste Kapitel einer Iserlohner Erfolgsgeschichte. Die IGW wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. „Damit“, sagt Geschäftsführer Olaf Pestl, „gehören wir zu den ältesten Wohnungsgesellschaften in der Region.“ Und zu einer der Größten: Aktuell betreut die IGW 2.111 Wohnungen in 315 Häusern. Hinzu kommen Ladenlokale, Autostellplätze, und „sonstige Einheiten“. Das sind beispielweise das Waschhaus in Gerlingsen oder eine Gästewohnung. Eine zweite Gästewohnung soll noch in diesem Monat eingeweiht werden.

125 Jahre IGW – das Ereignis will gewürdigt werden. Mit einer Ausstellung im Museum für Handwerk- und Postgeschichte beispielsweise. Gezeigt werden Dokumente und Gegenstände aus der langen IGW-Geschichte. Faszinierendes und für heutige Zeit Kurioses. „Beim Blick darauf kann man sich erden“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Michael Schmitt.

Ein Fest für alle Mieter

Doch es wird auch gefeiert: Für den 10. September 2016 bereitet die IGW ein Mieterfest im Parktheater vor. Von 11 bis etwa 16 Uhr kommen IGW-Mieter dort in den Genuss internationalen Köstlichkeiten und den Darbietungen regionaler Künstler. Eine höchstoffizielle Veranstaltung mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung ist für den 12. November im Goldsaal der Schauburg geplant.

Doch in erster Linie möchte die IGW auch im Jubiläumsjahr mit all den Stadtentwicklungs-Maßnahmen glänzen, die das Gesicht Iserlohns bewahren und an mancher Stelle entscheidend verändern werden. „Bauliche Krönung des Jahres ist der Neubau Rahmenstraße/ Kluse“, sagt Olaf Pestl. Der endgültige Einzug der neuen Nutzer soll mit einem Sommerfest begangen werden. Mit einem Tag der offenen Baustelle begeht die IGW am Samstag, 21. Mai, die baulichen Fortschritte in und am Schlieperblock.

Aus dem Nichts entstanden

Apropos Schlieperblock: Die Iserlohner haben den Namen lieb gewonnen. Auch wenn der Begriff in der Vergangenheit nicht immer nur für heile Welt stand, möchte keiner der neuen Nutzer – ganz gleich ob Mieter oder Käufer – den Namen geändert wissen.

Den Schlieperblock versteht Olaf Pestl als Synonym für die Entwicklung der IGW. Aus dem Nichts, nur aus einer Idee, ist eine der Zukunft zugewandte Gesellschaft entstanden. Eine, die sich intensiv der Stadtentwicklung verschrieben hat. So darf es gerne weitergehen – in den nächsten 125 Jahren.