Abschied vom Alltag, rein ins Vergnügen!

Iserlohn. (Red./clau) 975 Jahre Letmathe – und 560 Jahre Kiliankirmes! Am dritten Wochenende im Juli verwandelt sich der junggebliebene, fast 1000-jährige Ort an der Lenne wieder in eine farbenprächtige Flaniermeile voller Genüsse, voller Musik, voller Glücksgefühle und voller Adrenalinstöße.

Irres Tempo und mächtige Beats - das versprechen auch in dieser Kirmessaison die atemberaubenden Fahrgeschäfte. (Foto: Claudia Eckhoff)

Was einst als fromme „Feierlichkeit zum Ende der Kirchweih“ begonnen wurde, hat sich längst zur größten Innenstadtkirmes Südwestfalens ausgewachsen. Und von „fromm“ keine Spur mehr: Wo früher Gaukler und Händler und später von Pferden oder mit Muskelkraft angetriebene einfache Karussells den Letmathern Abwechslung vom Alltag bescherten, werden heute mehr als 130 blitzende, blinkende High-Tech-Fahrgeschäfte, Kirmesbuden und Gastronomiestände aufgeboten. Immerhin 1,5 Kilometer lang soll auch in diesem Jahr die Budengasse quer durch die Stadt werden, die wieder geschätzte 200.000 Besucher anziehen wird.

Kirmes-Rahmenprogramm

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens wird am Freitag, 15. Juli um 17 Uhr die Kiliankirmes 2011 offiziell eröffnen. Die Stadt Iserlohn als Veranstalterin lädt zusammen mit der Werbegemeinschaft Letmathe als Betreiberin des „Bürgertreffs“ die Kirmesgäste vom 15. bis 18. Juli ein, sich nach allen Regeln der Kunst zu amüsieren und den grauen Alltag hinter sich zu lassen.

Der „Bürgertreff“

Dabei erschöpft sich das Vergnügen keineswegs darin, Kirmeseis zu schlecken oder sich genussvoll von der Fliehkraft der diversen Fahrgeschäfte den Magen auf links drehen zu lassen! Kirmes in Letmathe bedeutet auch, sich im „Bürgertreff“ mit seinem angrenzenden Biergarten auf rund 700 Quadratmetern mit Freunden, Nachbarn und Kollegen zu treffen. Im niveauvollen Ambiente des „Bürgertreffs“ zieht ein bewährt abwechslungsreiches Programm Menschen jeden Alters an: Eröffnungsparty mit DJ Hassan am Freitag, 15. Juli 2011, ab 18 Uhr, Schlagerparty mit Steve am Samstag, 16. Juli 2011, um 18 Uhr, Kirmesgottesdienst am Sonntag, 17. Juli 2011 um 11 Uhr, Seniorenrunde des Heimatvereins mit Kaffee und Kuchen am Kirmessonntag um 15.30 Uhr und die „Supermathe Party“ ab 18 Uhr für alle jungen Leute ab 16 Jahren.

Verkaufsoffener Sonntag

Auch die Letmather Geschäftswelt steigt ein in das bunte flimmernde Kirmesgeschehen: Am Sonntag, 17. Juli 2011, sind die Läden der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr geöffnet und versprechen ein entspanntes Einkaufserlebnis.

Feiern bis zuletzt

Am Kirmesmontag ab 11 Uhr laden die Organisatoren zum Bürgerfrühschoppen ins Festzelt ein, das vom Realschulorchester bespielt wird. Die Bürgerparty steigt an gleicher Stelle um 17 Uhr und sorgt für ordentlich Feierstimmung, bis das Feuerwerk um circa 22.30 Uhr dem Kirmestreiben für die nächsten 361 Tage wiederum ein glanzvolles Ende bereitet.

Die Fahrgeschäfte

Nun zu den Fahrgeschäften, den Hauptattraktionen der Kirmes. Natürlich sind auch in diesem Jahr die absoluten Klassiker dabei: Riesenrad, Auto-Scooter, Break Dance No. 2 und Musikexpress sind für die Großen genauso unverzichtbar wie „Bootsfahrt“, „Disney Star“, „Piratenschiff“ oder „Fliegender Teppich“ für die Kleinen.

Zu den besonderen Attraktionen dieser Saison zählen die Überkopf-Fahrgeschäfte „Top Spin“ und „Flip Fly“ sowie „Jump Street“ und das Laufgeschäft „Geisterhotel“, das erstmals in Letmathe mit von der Kirmespartie ist.

Anmelden zur Backstage-Tour

Die beliebte „Backstage-Tour“ findet am Kirmes-Samstag, 16. Juli 2011, ab 12 Uhr statt. Wer einmal einen Blick hinter die Kulissen des Schaustellerlebens werfen, mehr über die Technik der Fahrgeschäfte und ihren Aufbau oder über das Leben im Wohnwagen erfahren möchte, muss sich anmelden. Das Ordnungsamt nimmt noch bis Montag, 11. Juli 2011, unter Telefon 0 23 71 / 2 17 16 20 oder per E-Mail an ordnungsamt@iserlohn.de die Anmeldungen mit Angaben von Namen, Alter und Telefonnummer an. Nur zwölf Teilnehmer werden ausgelost und telefonisch benachrichtigt.

Magenumdreher und Luftabschürer

Moderne High-Tech-Fahrgeschäfte wie zum Beispiel der „Aircrash“, der im vergangenen Jahr auf der Kiliankirmes dabei war, versprechen eine Art Mini-Abenteuer-Urlaub: Für kurze Zeit schalten die Fahrgäste ihren Alltag komplett ab und konzentrieren sich auf das Wesentliche – auf das Überleben.

Monströse Fahrgeschäfte

Mit 100 Stundenkilometern drehte sich der Propeller. „Je voller, je doller“, sagte Betreiber Mario Wingender letztes Jahr, als er den Gewinnern der Backstage-Tour seine Anlage vorstellte. Drei Stunden brauchen 8 Männer, um solch ein Monstrum aufzubauen. In nur anderthalb Stunden ist es wieder zerlegt. Rund 400.000 Euro Wert hat ein vergleichbares Fahrgeschäft. Dazu kommen die aufwendige Musikanlage und der Fuhrpark, mit dem das Ganze von einem Kirmesstandort zum nächsten transportiert wird. Die Fahrtzeit dauert ganze drei atemberaubende Minuten. Bei fünf Euro pro respekteinflößender Fahrt seien in solch einem Gefährt gerade mal die Unkosten gedeckt! Aber wer mindestens einmal im Jahr mit 100 Stundenkilometer kopfüber durch den „Bahnhof“ geschleudert werden will, langt halt gern auch mal tiefer in die Tasche. Wer nicht absolut gesund ist, sollte auf so etwas lieber verzichten. Allen anderen steht es frei, in einem der High-Speed-Fahrgeschäfte zu sitzen und die blanke Angst im Hals zu spüren. Dann ist noch ein kurzer Augenblick Zeit, um mit dem eigenen bisherigen Leben abzuschließen – und dann geht es los!

Der „Aircrash“ ist dieses Jahr allerdings nicht dabei, aber keine Sorge: Es gibt genug andere vergleichbare Magenumdreher, Halsverrenker, Luftabschnürer und Zwergfellquetscher, die aus den Kehlen zahlloser Kirmesbesucher Urschreie freisetzen werden, bis das Zäpfchen hinten im Hals nur so glüht…