Abschied von der IBSV-Krone

Iserlohn. (clau) „Es war für uns ein wunderschönes Jahr“, zieht Martina I. schon einen ersten vorsichtigen Schlussstrich unter ihre Regentschaft an der Seite von König Albert I. Nur noch rund drei Wochen, dann ist die königliche Herrlichkeit vorbei. Der wochenkurier bat die beiden Majestäten zum Gespräch und zum Rückblick.

„Mein König kommt eigentlich immer ein bisschen zu spät“, hatte Martina Löschmann im Vorfeld gewitzelt. Aber nein, dieses Mal tat sie ihrem Immer-auf-die-letzte-Minute-Regenten Unrecht! Auch Sanitär- und Heizungsfachmann Albert (Ali) Robrahn hatte sich rechtzeitig von seinen Rohrzangen, Leitungen, Wasserhähnen und Dichtungsringen loseisen können und war pünktlich zum Interview zur Stelle.

Überall gern gesehen

Jederzeit ein strahlendes Lächeln: Martina Löschmann und Albert Robrahn sind auch privat und ohne „Dienstkleidung“ oft von den Iserlohnern als ihre regierenden Schützen-Majestäten erkannt worden. (Foto: Claudia Eckhoff)

Sie müssen als Königspaar des IBSV ihre Sache nicht ganz verkehrt gemacht haben, ahnen die beiden, die als „Gute-Laune-Power-Paar“ in die Geschichte des Iserlohner Bürger-Schützen-Vereins eingehen werden. „Wir hatten von überall ein gutes Echo“, berichtet Martina Löschmann. „Über die üblichen Pflichtbesuche hinaus sind wir von diversen anderen Schützenvereinen immer wieder eingeladen worden. Wir hatten das tolle Gefühl, den IBSV wohl gut zu repräsentieren und eben wirklich gern gesehene Gäste zu sein.“

Und der König ergänzt: „Wir sind auch überall gern hingegangen, wobei uns an den kleineren Vereinen genau so viel liegt wie an den großen. Überall sind wir gern gewesen: Im Dördel, in der Grüne, in Letmathe, nätürlich in Drüpplingsen, in Sümmern “

Von Vätern und Söhnen

Albert Robrahn und Martina Löschmann sind beide Iserlohner Urgesteine und das Schützenfest gehört für sie schon von Kindheit an zu ihrem Leben. Albert Robrahn, der seinen Handwerksbetrieb in Hemer führt, aber viele Kunden in Iserlohn betreut, sagt: „Die Frage, wer König geworden ist, beschäftigt doch unmittelbar nach dem Königsschießen wirklich die ganze Stadt. Selbst einmal König sein zu dürfen, ist etwas Großartiges. Mein verstorbener Vater wäre mächtig stolz auf mich, da bin ich sicher. Die Schützentradition ist etwas Besonderes, das wir von unseren Vorvätern übernommen haben. Und wir geben das gerne weiter. Auch unsere Kinder wiederum freuen sich mit uns und haben uns während der ganzen Zeit voll unterstützt.“ Und die Königin ergänzt: „Die hatten selbst durchaus Spaß daran, ,Prinz‘ und ,Prinzessin‘ genannt zu werden!“

Immer im Rampenlicht

In Ballkleid und Schützenrock würdevoll und majestätisch aufzutreten, ist für die beiden genau so natürlich geworden, wie jedem Fotografen ein strahlendes Lächeln zu schenken. Aber auch ohne ihre festliche Dienstkleidung werden die beiden erkannt. Damit leben Martina I. und Albert I. gut. „Neulich saßen wir zusammen beim Frühstück in einem Innenstadt-Cafè und kamen kaum zum Essen, weil wir ständig nach allen Seiten grüßen mussten“, erzählen die beiden lachend. Auf offener Straße, beim VHS-Kurs… – häufig spricht man sie an, meist sehr respektvoll. „Sind Sie nicht ?“ – Das hören die beiden oft und es freut sie. „Das zeigt eine große Verbundenheit mit der Bevölkerung. Und genau das wollten wir ja sein: Volksnah!“, da sind König und Königin sich einig.

Leicht gemacht

„Was ich mache, mache ich richtig“, so hatte Martina Löschmann schon im Winter bei einem Interview mit dem wochenkurier über ihre Königinschaft gesagt. Mit genau den gleichen Worten spricht nun Albert Robrahn über sein König-Sein. „Wir ticken einfach in vielen Dingen gleich“, amüsiert sich Martina Löschmann. Das hat die Regentschaft für die beiden leicht gemacht. Genauso wie die Unterstützung durch ihre Ehepartner Ralf Löschmann und Gaby Robrahn – „unsere ruhenden Pole, die uns immer wieder auf den Boden holen“ – und der harmonische Hofstaat – „wie eine echte kleine Familie“.

An der Krone kleben sie jedoch nicht: „Ein Jahr reicht“, meint Albert I. „Sonst käme es doch zu Wiederholungen. Und natürlich ist es auch anstrengend und kostet Opfer an Zeit, Kraft – und auch Geld. Aber wir haben das gern gemacht für die Stadt, für den Verein und auch für uns selbst.“

Das Finale

Jetzt freuen sie sich aufs Finale. Auf Fahnenmarsch, auf Herren- und Königinnenausflug, auf den großen Zapfenstreich am Freitag, 24. Juni 2011, wenn ab 22.30 Uhr auf der Alexanderhöhe mit hoffentlich vielen Iserlohnern gefeiert wird, und auf das Schützenfest 2011 am ersten Juli-Wochenende.

„Für den Fahnenmarsch nach dem Traditionsessen am Samstag, 25. Juni 2011, habe ich schon alles organisiert“, sagt augenzwinkernd Martina Löschmann zu ihrem König. „Nur das Frischfleisch muss noch besorgt werden. Das kann man halt wirklich nicht alles mal eben auf den letzten Drücker machen!“ Dieses Mal gerät der Fahnenmarsch zur Busreise, denn die Königin wohnt Am Hangstein in Oestrich, der König Am Möllinghof in Hemer. Vor Ort sorgen der IBSV-Spielmannszug und die Marchingband „Iserlohner Stadtmusikanten“ für die richtigen Töne.