Abschied von einem altgedienten Rooster

Er sagt „Auf Wiedersehen“: Robert Hock. (Foto: Lewandowski)

Iserlohn. (Red.) Es war ein Schock für ihn selbst und für viele Fans. Der Vertrag mit Robert Hock, dem „altgedienten“ Stürmer der Roosters, wird nicht verlängert. Nun hat sich der Schock zunächst in eine Woche des Abschieds verwandelt. Robert Hock, langjähriger Spieler der Iserlohn Roosters, bereitet sich nach einem Ausflug zu seiner Familie in Garmisch-Partenkirchen auf seine Heimreise nach Florida vor. Vorher hat sich der 40-jährige von seinen Teamkollegen verabschiedet und ein weiteres ausführliches Gespräch mit Clubchef Wolfgang Brück geführt, um Details des geplanten Abschiedsspiels für Hock zu besprechen. Wann es stattfindet, ist weiterhin offen, dass es stattfindet, allerdings nicht. Die Iserlohn Roosters sollen in diesem Match auf ein „Hock-All-Star-Team“ treffen, das der ehemalige Mannschaftskapitän selbst zusammenstellen kann.

Vor seiner Abreise wollte der Mittelstürmer auch den Fans im Rahmen eines Interviews „Auf Wiedersehen“ sagen:

Robert Hock, was bleibt nach sieben Jahren am Seilersee?

Sieben Jahre war Iserlohn eine zweite Heimat. Ich habe hier viele Freunde getroffen. Ich will keinen vergessen, deshalb nenne ich stellvertretend für alle nur einen Namen: Michael Wolf. Ich war in der glücklichen Lage, dass Iserlohn, die Organisation, die Fans mir sehr viel ermöglicht haben und dafür bin ich mehr als dankbar. Ich verlasse Iserlohn keinesfalls im Groll, dafür verbindet mich mit allen Beteiligten viel zu viel und das wird für immer so sein. Ich wünsche allen ganz viel Glück.

Was waren die Highlights deiner Iserlohner Jahre, die unvergessen bleiben werden?

Es gab sicherlich viele Momente – einen aber möchte ich herausgreifen: die Playoffs 2007/2008. Dieses Jahr war einzigartig aufgrund der Menschen, der Mannschaft, der Atmosphäre. Wir haben einfach alles richtig gemacht. Aber es gab natürlich auch die kleinen Highlights, besondere Augenblicke wie der 6:1-Erfolg gegen Köln im Februar. Man wird sich sicherlich nicht gerecht, wenn man eines nennt und das andere nicht, deshalb steht das Playoff-Jahr über allem. Jede Saison aber hatte etwas Besonderes, hat Spaß gemacht.

Michael Wolf ist auch das Werk von Robert Hock. Wärest du nicht gewesen, hätte sich dein Freund vielleicht nicht zum „besten Deutschen, der in Deutschland spielt“ entwickelt.

Michael hat sich ganz allein zu dem gemacht, was er heute ist. Er war aber vielleicht zur rechten Zeit am rechten Ort. Wenn man Wolfi kennt, dann weiß man, dass man ihn auch ein bisschen kitzeln muss und das habe ich sicherlich getan. Ich darf mich geehrt fühlen, ihm vielleicht ein paar Tipps gegeben zu haben, die ihn unterstützt haben, zum dem Spieler zu werden, der er heute ist. Das macht mich sehr, sehr stolz, weil er auch ein richtig guter Freund ist. Ich freue mich sehr darüber, an seiner Seite viele Spiele gemacht zu haben.

Wird Robert Hock noch Eishockeyzeit anhängen?

Das ist momentan einfach zu früh, um eine abschließende Antwort zu geben. Ich werde mich in den kommenden Tagen und Wochen mit meiner Familie beraten, wie es weitergeht. Natürlich ist es für mich nicht einfach, daraus will ich auch keinen Hehl machen. Es muss ein bisschen Zeit vergehen. Das Wichtigste ist, dass man in meinem Fall Privates und Sportliches trennen muss. Sportlich bin ich sicherlich enttäuscht. Persönlich aber weiß ich, wie schwer es für den Club war, diese Entscheidung zu treffen. Da viele Clubs noch im Spielbetrieb sind, wird es bis zu einer abschließenden Antwort dauern.

Wer wird in jedem Fall in deiner Mannschaft beim Abschiedsspiel dabei sein?

Michael Wolf, Mark Ardelan – danach fallen mir zwölf oder 13 Spieler ein, die ich alle gern dabei hätte. Sascha oder Marcel Goc, Sven Felski, ich habe schon mit so vielen tollen Menschen Eishockey gespielt und hoffe, dass ein paar Leute auch zusagen. Ich glaube, dass wir eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, die die Roosters vielleicht ein bisschen ärgern kann.

Wenn man die Zeichen richtig deutet, könnte man vermuten, dass, wie es in Nordamerika üblich ist, Robert Hock als erstem Iserlohner Spieler eine ganz besondere Ehre zuteil wird. Viele der Teamverantwortlichen können sich vorstellen, deine Rückennummer, die „91“, nie wieder zu vergeben.

Wenn es wirklich so sein würde, wäre es eine ganz besondere Ehre für mich. Es würde mir unglaublich viel bedeuten. Es ist in unserem Sport sicherlich die größte Auszeichnung, die einem Spieler zuteil werden kann. Ich wäre sehr, sehr stolz.

Was möchtest du den Fans zum Abschluss sagen?

Große Gefühle in Worte zu kleiden, ist für mich nie einfach gewesen. Deshalb nur „Danke“ – ich werde euch und diesen Club in meinem Herzen behalten. Wir Sauerländer sind ein besonderer Schlag, dass sollten wir der DEL noch lange beweisen. Bis bald!