Almelo-Komitee will Städtepartnerschaft in Iserlohn wachküssen

Das Almelo-Komitee will die Begegnung von Menschen fördern. Wer Interesse hat, mitzuwirken, kann sich mit (v.l.) Beatrix Schönekeß, Herbert Müller, Michael Hufnagel, Jürgen Schulte, Dieter Zeh, Sabine Stake und Marion Christophery in Verbindung setzen. (Foto: Andrea Schneider)

Iserlohn. (as) Mit Partnerschaften ist das so eine Sache. Wohl niemand kann behaupten, dass die Leidenschaft nach 64 Jahren noch genau so heiß lodert, wie in dem Jahr, in dem man zueinander Ja gesagt hat. So oder so ähnlich ergeht es auch der Städtepartnerschaft zwischen Iserlohn und Almelo. 1954 wurde die Freundschaft besiegelt.

Und nun? Ein neu formiertes und sehr engagiertes Almelo-Komitee möchte die alte Liebe zwischen der holländischen Stadt und Iserlohn wieder wachküssen. Damit möchte es den Jahrestag zur „Eisernen Hochzeit“, also zu 65 Jahre Partnerschaft, im kommenden Jahr nicht nur als Zeichen der Beständigkeit leuchten lassen. Die 65 Jahre sollen für eine lebendige Beziehung zwischen den beiden Städten stehen.

„Zugegeben, die Partnerschaft zwischen Almelo und Iserlohn war ein bisschen eingeschlafen“, sagt Dieter Zeh, beim Almelo-Komitee zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Zwar tauschen sich die Verwaltungen beider Städte nach wie vor aus. Aber wo, bitteschön, bleibt die Begegnung von Mensch zu Mensch? Genau hier setzt das Almelo-Komitee an. Mit Erfolg. Im vergangenen Jahr organisierte die Gruppe eine Fahrt zum Straßentheater- und Straßenkunstfestival nach Almelo. Ruckzuck waren zwei Busse belegt. Nun geht es zum „Internationale Benefiet Taptoe“, einer großen Musikparade in der Almeloer Innenstadt mit anschließendem festlichen Programm im Stadion. Auch hier gilt: Die Busplätze waren ganz schnell vergeben.

Die Partnerschaft mit Almelo ist etwas ganz Besonderes. Denn sie ist damals, im Jahr 1954, gar nicht von der deutschen Seite ausgegangen. Die Verantwortlichen in Almelo waren es, die den Kontakt zu den ehemaligen Kriegsgegnern und Aggressoren suchten. Der Almeloer Bürgermeister wollte sich eigentlich mit Dortmund verbünden. Doch die Stadt war zu groß. So kam man auf Iserlohn. Schon drei Monate, nachdem der Bürgermeister die Iserlohner Stadtverantwortlichen angeschrieben hatte, kam es zu einem ersten Treffen. Viele weitere sollten folgen. Schülergruppen, Vereine, Feuerwehren, Sportler, Chöre – sie alle machten sich auf den Weg an den Twentekanal. Gegenbesuche waren ebenfalls an der Tagesordnung.

Der Kontakt ist nie abgerissen und auch zu keiner Zeit eingeschlafen. Und doch hat sich im Laufe der Jahrzehnte so einiges verändert. Waren es früher Menschen wie du und ich, die sich auf den Weg in die niederländische Partnerstadt gemacht hatten, so reduzierte sich der Kontakt zunehmend auf die Verwaltungsebene.

Das soll sich wieder ändern. „Wir wollen weg vom institutionellen Charakter“, sagt Marion Christophery, Vorsitzende des Iserlohner Almelo-Komitees. Hin zu Begegnungen von Menschen, die Freunde werden können. Sabine Stake legt den Iserlohnern nahe, die nächste Kurzreise vielleicht einmal nach Almelo zu machen und die „schnuckelige Stadt“ und ihre Menschen wieder neu zu entdecken.

Einfach auf eigene Faust zu reisen, ist eine Möglichkeit. Die andere ist, sich einem der nächsten Angebote des Almelo-Komitees anzuschließen. Wann wieder ein Bus gen Niederlande startet, steht jetzt aber noch nicht fest.

Sicher ist allerdings, dass am 1. September, also zum Brückenfest in Letmathe, ein oder zwei Busse von Almelo aus in Richtung Iserlohn starten. Bummeln, begegnen, das Feuerwerk genießen – die Niederländer haben sich viel vorgenommen. Sie wollen ihre Zeit in der deutschen Partnerstadt genießen.

Damit der Austausch noch lebendiger wird, würde sich das Almelo-Komitee über weitere engagierte Mitstreiter freuen. Wer Lust hat sich zu beteiligen, kann sich mit den Komitee-Mitgliedern in Verbindung setzen.