Alt-Genna neu belebt

Letmathe. (clau) Genna zeigt in besonderer Weise, was derzeit entlang der Lenne möglich ist. Gerade der Stadtteil, der sich vom Letmather Bahnhof aus in Richtung Westen erstreckt, war zuletzt immer mehr ins Abseits geraten. Stillstand machte sich breit. Der Lack war ab. Die Zukunft ungewiss. Attraktives Wohn- und Gewerbeumfeld? – In Genna? – Nicht wirklich.
Oder doch? Gerade doch? Der Stadtteil Genna erwacht zurzeit zu neuem, erstaunlichen Leben. Rainer Großberndt als Frontmann der Werbegemeinschaft gerät an der fünften Station seiner „Tour de Letmathe“ entlang der Gennaer Straße so richtig in Aufbruchstimmung.

„Na, das ist doch wohl ein erstklassiges Wohnumfeld“, strahlt er vor den neuen Wohnungsbauten, die unter dem Motto „Wohnen und Leben an der Lenne“ entstehen. Eins der Appartementhäuser ist bereits bezogen, das zweite weit gediehen. „Stadtnah im Grünen“ – so die Sparkasse als Vermarkter – wohnt es sich hier in Eigentumswohnungen von 72 bis 95 Quadratmetern. Direkt gegenüber liegt Letmathes Innenstadt, während sich um die Häuser herum geradezu ländliches Urlaubs-Feeling breitmacht.

Lernen im Grünen

Wo die einen bevorzugt wohnen, werden bald die anderen büffeln und ackern. Nur einen Steinwurf entfernt, baut der Märkische Arbeitgeberverband für vier Millionen Euro ein neues Ausbildungszentrum der verbandeigenen Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne. Wo einst der Ringlokschuppen der Deutschen Bahn stand, entsteht auf 3.600 Quadratmetern ein modernes Gebäude.

Darin werden bald 109 Azubis im ersten Lehrjahr die Finessen der Metallverarbeitung und Elektrotechnik erlernen. Der Pausen- und Aufenthaltsraum im Obergeschoss bietet Sitzplätze auf der Dachterrasse – flussnah, citynah und doch im Grünen.

Festgelände in Reserve

Grün, grüner, am grünsten: Genna mündet im Westen in unverbaubare Wiesen entlang des Lennedamms. „Hier wäre ein hervorragender Veranstaltungsplatz“, sieht Rainer Großberndt die Scharen der Besucher schon vor sich. „Rund 55.000 Menschen könnten hier zusammenkommen. Und: Dieses Gelände wäre direkt per Bahn erreichbar.“ Zukunftsmusik? – augenblicklich noch.

Genna hat eben Entwicklungspotenzial. Und eine idyllische Kulisse: Im Hintergrund des potenziellen Festgeländes erheben sich sanft die Hügel. Die Dächer Letmathes lugen über die Baumwipfel und mittendrin leuchtet hell der unverwechselbare Turm des Kiliandoms. „Schön. Einfach nur schön“, meint Rainer Großberndt. Da geht doch noch was, meint er – und hat sicher recht damit.