Altes Amtshaus in Hemer soll zukunftssicher werden

Bürgermeister Michael Heilmann (2.v.l.) beim „Spatenstich“ für den Anbau am „Alten Amtshaus“, das in Zukunft ein „Integrations- und Begegnungszentrum“ werden soll. In der Grafik kann man die Baupläne für den Anbau sehen. (Foto: Heiko Cordes)

Hemer. (hc) Seit 110 Jahren steht das alte Amtshaus in Hemer an Ort und Stelle – nun soll es für kommende Aufgaben gerüstet werden. Das bedeutet Veränderung. Nicht nur baulich, sondern auch die Nutzung wird neu vergeben. War in den vergangenen vier Jahrzehnten die Musikschule Hemer im Alten Amtshaus beheimatet, soll es nun ein „Integrations- und Begegnungszentrum“ werden.

„Ein Haus, das jeder in unserer Stadt als ‚Altes Amtshaus‘ kennt, soll Anlaufpunkt in der City werden. Welche Angebote es hier geben wird, das ist noch abschließend zu klären“, erläuterte Hemers Bürgermeister Michael Heilmann.

Drei Jahre stand das Gebäude nun „leer“, nur die unteren Etage wurden von der „Caritasche“ in der Zwischenzeit bezogen.

Kein Verkauf möglich

Der erste Bürger der Stadt sagt aber auch: „Wir haben versucht das Haus zu veräußern, aber bedenkt man Alter, Denkmalschutz und Brandschutz, ist es schier unmöglich, einen Käufer zu finden.“

Daher hat sich die Stadt entschieden, in dieses für das Stadtbild prägende Haus zu investieren und es für die Zukunft fit zu machen.

Renovierung und Neubau

So soll der Anbau aussehen. (Grafik: Stadt Hemer)

Dazu gehören umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten im Innenbereich sowie der Anbau eines Treppenhauses, in das auch ein Aufzug integriert wird. Dieser Bau soll auf der Rückseite des Gebäudes entstehen und kostet rund 1,25 Millionen Euro. 500.000 Euro müssen dabei aus der städtischen Kasse in das Projekt fließen, 750.000 Euro werden durch Fördermittel finanziert. Das hat aber logischerweise einige Auflagen, eine davon ist, bereits 2018 alles „fertig“ zu haben.

„Alle Rechnungen, die nach dem 31.12.2018 beglichen werden, müssen von der Stadt zu 100 Prozent übernommen werden, das möchten wir natürlich vermeiden“, sagt der technische Dezernent Christian Schweitzer.

In diesen Berechnungen sind allerdings alle Kosten – also auch das Mobiliar – bereits veranschlagt.

Bei einem Rundgang durch das Haus erklärte der zuständige Architekt Thomas Kaldewey, wie sich die Arbeiten im Innenbereich gestalten. 15 Büroräume, zwei Schulungsräume und ein großer Veranstaltungsraum sollen entstehen. Kaldewey erklärt, warum er das Projekt „Altes Amtshaus“ so spannend findet: „Wenn man sich die Büroräume zum Beispiel anschaut. Bei einem Neubau würde man die heute nicht mehr so konzipieren. Hier finden nur zwei Personen Platz und dann die hohen Decken – das gibt viel Raum zum Denken.“

Damit das Gebäude aber den aktuellen Bestimmungen und Verhältnissen entspricht, müssen einige neue „Wege“ ins Mauerwerk „gebrochen“ werden. Die alte Treppe aus Metall, die sich noch an der Rückseite des Hauses befindet, muss weichen. Der schmale Tritt und die wackelige Konstruktion sind eher ein Sicherheitsrisiko und kein geeigneter Fluchtweg.