Amtsenthebung: Verfahren gegen den Kreisvorsitzenden

Iserlohn. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Vorsitzenden des FLVW-Kreises Iserlohn Andreas Joswig eingeleitet. Mit sofortiger Wirkung wird der bisherige Stellvertreter Horst Reimann kommissarisch den Kreisvorsitz in Iserlohn übernehmen. Im April oder Mai 2019 wird der „Kreistag“ des FLVW zusammentreten, um den neuen Vorstand zu wählen.

Bei der Jahresabschlussprüfung der Finanzen waren dem Verband sowie dem Wirtschaftsprüfer Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung des Kreises aufgefallen. Es ging dabei um den Verdacht privat veranlasster Kosten, die zu Lasten der Kreiskasse bezahlt wurden.

Daraufhin versuchte das FLVW-Präsidium umgehend Kontakt mit Andreas Joswig aufzunehmen, um den Sachverhalt zu klären. Nach Aussage von Meike Ebbert, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen, ließ der nun suspendierte Kreisvorsitzende alle Termine und Fristen verstreichen. Auch der Kreisvorstand Iserlohn suchte das Gespräch. Trotz mehrfacher Fristsetzung in den vergangenen Wochen blieb beides ohne Erfolg.

Die Konsequenz: Das Präsidium hat sich jetzt einstimmig zu dem Schritt entschlossen, ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Daneben hat der FLVW bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Unterschlagung und Untreue erstattet.

„Wir hätten gerne mit ihm gesprochen, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu erklären“, sagt FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski und ergänzt: „Aber hier geht es um Geld des Verbandes und damit der Vereine, so dass wir reagieren wollten und mussten.“
Andreas Joswig war zuletzt 2016 für die Dauer von drei Jahren in das Amt des Kreisvorsitzenden gewählt worden. Er hat nun nach Auskunft von Meike Ebbert die Möglichkeit, das Verbandssportgericht anzurufen und dort die Vorwürfe womöglich zu entkräften.