Ausbildungsfähigkeit fördern und entwickeln

MAV-Projekt
(v.l.) Josef Schulte, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitgeberverbandes, Andreas Weber, operativer Geschäftsführer der Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne, und Markus Zobel, Leiter „Human Resources Management“ bei Thyssenkrupp in Hohenlimburg, sind hochzufrieden mit dem Erfolg der Maßnahme „Förderung der Ausbildungsfähigkeit“. (Foto: Claudia Eckhoff)

Iserlohn. Der Fachkräftemangel ist längst angekommen. Die heimischen Unternehmen geraten immer mehr unter Druck, noch genug passendes Personal zu finden. Was kann man tun? Wo lassen sich versteckte Potentiale erschließen? Frische Ideen sind gefragt und diese hier hat richtig gezündet.

Zwölffache Chance

Zwölf junge Menschen am Hönne-Berufskolleg in Menden verfügten zwar über technisches Interesse und durchaus Geschick. Aber es mangelte ihnen spürbar an Reife, klaren Zielen und Grundtugenden wie Pünktlichkeit und Selbstdisziplin. Sie hätten kaum eine Chance gehabt, auf regulärem Wege einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Ihre Bewerbung wäre auf dem Stapel ganz weit unten gelandet.

Doch nun tut sich ihnen doch hoffnungsvoll die berufliche Zukunft auf. Wie das geht, haben die Mitgliedsverbände des Märkischen Arbeitsgeberverbandes (MAV) gezeigt. Zusammen mit der Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne haben sie das Projekt „Förderung der Ausbildungsfähigkeit“ ersonnen, umgesetzt, komplett finanziert und soeben hochzufrieden mit Erfolg beendet.

Sieben intensive Monate

In der siebenmonatigen Maßnahme wurden die zwölf jungen Leute auf eine gewerblich-technische Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie erst einmal vorbereitet. Sie erhielten währenddessen eine gestaffelte finanzielle Unterstützung. Sie durchliefen in Mitgliedsunternehmen ein sechswöchiges betriebliches Praktikum mit der Aussicht, anschließend in ein reguläres Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden. Ansonsten lernten sie im verbandseigenen Ausbildungszentrum des MAV an der Gennaer Straße 63 in Letmathe Drehen, Fräsen, Schweißen, Steuerungs- und Elektrotechnik. Der begleitende Berufsschulunterricht fand in einer eigenen Klasse unter der Regie des Hönne-Berufskollegs in Menden statt, das die jungen Männer schon zuvor besucht hatten.

Ihre Lehrer hatten sie für die Maßnahme „Förderung der Ausbildungsfähigkeit“ ausgewählt. 16 Plätze hätten zur Verfügung gestanden, aber nur 12 konnten besetzt werden.
Von den zwölf Teilnehmern haben acht die Maßnahme erfolgreich beendet und werden nun von den Betrieben, die ihnen bereits ein erstes Praktikum ermöglicht hatten, tatsächlich ausgebildet.

Eng vernetzt

Das Geheimnis des Erfolgs liegt in einer engen Vernetzung zwischen den Menschen im Hintergrund: Kurze Wege, schnelle Reaktionsfähigkeit und ein ständiger intensiver Austausch zwischen MAV, dem Berufsschullehrer, den Ausbildern im Ausbildungszentrum und den Praktikumsunternehmen haben einen Kreis geschlossen, der jungen Menschen gut tut. Er hält, er formt, er gibt Richtung vor, er fördert, er setzt Grenzen und er öffnet Perspektiven. Mehr noch: Er vermittelt Wertschätzung und echtes Interesse. Daran wachsen Persönlichkeiten.

Josef Schulte, Geschäftsführer des MAV, und Markus Zobel, Leiter „Human Resources Management“ bei Thyssenkrupp in Hohenlimburg, sind sich einig: Die Unternehmen brauchen dringend Fachkräfte. Ihr Engagement dabei fußt aber zugleich stark auf gesellschaftlicher Verantwortung.