Bücher voller Erinnerungen an eine staunenswerte Zeit

Seit gut 20 Jahren ist Günter Opalka im Unruhestand. Seither schreibt er. Er beschäftigt sich mit der Geschichte Letmathes. Eigene Erinnerungen lassen die Vergangenheit lebendig werden.(Foto: A. Schneider)

Letmathe. (as) Ruhestand – das bedeutet für viele Menschen Zeit, die Beine hoch zu legen, vielleicht zu reisen und die Welt neu zu entdecken. Günter Opalka ging seinen Ruhestand geschäftig an. Zwei Computerkurse an der Volkshochschule und der Letmather war fit für ein neues Hobby. Er wollte schreiben – über sich und sein Letmathe. „Zuerst hab ich ein Inventarium geschrieben“, sagt Günter Opalka. „Aus der Schublade“ hatte er es genannt. Darin beschäftige er sich mit Fundsachen aus der Schublade und aus seinem Regal.

Er erzählte Geschichten über Dokumente und Fotos, die ihm nach vielen Jahren des darüber Hinwegschauens wieder in die Hände gefallen waren. Viele weitere Bücher folgten. Alle im Selbstverlag. Jetzt hat Günter Opalka zwei weitere Projekte abgeschlossen. In einem Band lässt er die Anfangsjahre der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) in Letmathe lebendig werden. In einem anderen erinnert er an seine Zeit als i-Männchen. Über eine abenteuerliche Kinderzeit in Letmathe, als man im Winter noch vom neuen Markt mit dem Schlitten bis hinab zur Lenne sausen konnte und als er mit Freunden in den Kindersommern und bis in den Herbst hinein Himbeeren pflücken ging. Die besten Plätze für die süßesten Himbeeren werden selbstverständlich auch verraten. Sicherlich. Es ist seine Geschichte. Doch Günter Opalka bezieht die Letmather mit ein. Er veröffentlicht Fotos, weckt Erinnerungen und hofft darauf, dass sich viele Leserinnen und Leser erinnern und vielleicht eigene Geschichten beisteuern.

Er liebt es, sich mit Letmathern und ehemaligen Letmathern auszutauschen über die mal gute, mal hässliche, immer aber staunenswerte alte Zeit. Die Geschichte der DPSG liegt Günter Opalka am Herzen. Denn er war dabei, als die katholischen Pfadfinder in Letmathe ihre ersten guten Taten vollbrachten. Angefangen hatte alles mit einer Fahrt mit der katholischen Jugend an die Nordseeküste. Ausgerüstet waren die Jungs damals, in der Nachkriegszeit, mit Kartoffeln und anderen Feldfrüchten. Auch Butter soll sich im Proviantbeutel befunden haben. Günter Opalka lächelt verschmitzt: „Die haben wir auf dem Schwarzmarkt getauscht“, verrät er. „Gegen Lebensmittelmarken konnten wir uns weiter versorgen.“ Günter Opalka berichtet von den Einsätzen der Letmather Pfadfinder auf den Kriegsgräberfeldern bei Ypern in den Jahren 1951 bis 1953. Eine ungewöhnliche Freundschaft ist dort entstanden. Er lernte Jimmy, einen US-amerikanischen Jesuiten-Frater kennen. Später haben die Letmather ihren neuen Freund in Paris besucht. „Wir sind dorthin getrampt“, erinnert sich Günter Opalka. Seine Erinnerungen versteht Günter Opalka als Anstoß.

„Vielleicht können andere noch weitere Geschichten beisteuern“, hofft er. So könnte schnell ein neues, erweitertes Buch entstehen, das alte Geschichten und die Geschichte Letmathes wieder lebendig werden lässt. Die Bücher von Günter Opalka sind erhältlich in der Buchhandlung „Die Kleine“ an der Hagener Straße.