Café gesucht – Betreiber gefunden: Awo und IGW beleben Fachwerkhaus am Iserlohner Kühn-Platz

Iserlohn. (as) Es war ein Traum. Nun soll er Wirklichkeit werden. Seit die Iserlohner gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (IGW) die Gebäude am Fritz-Kühn-Platz gekauft hatte, wurden die Verantwortlichen bestürmt mit dem Wunsch, doch bitte, bitte ein Café oder ein anderes gastronomisches Angebot dort anzusiedeln. Der neu gestaltete Platz, so die Argumente, verlange einfach nach einem schönen Bistro.

Ein großes Transparent zeigt, wohin die Reise geht. Aus dem alten Fachwerkhaus wird im Laufe von zwei Jahren ein schmuckes Café-Bistro. Das Foto zeigt (v.l.) Meinolf Remmert, Leiter der Integrationsagentur des Awo-Unterbezirks Hagen-Märkischer Kreis, AWO UB Hagen-Märkischer Kreis, Susanne Jacoby, Betriebsleitung Bildung, Beruf und Integration im Awo-Unterbezirk, IGW-Geschäftsführer Olaf Pestl, Julia A. Kunz, Bereichsleiterin für den Umbau des alten Gemäuers bei der IGW, Awo-Unterbezirksgeschäftsführerin Birgit Buchholz und Architekt Jörg Orthey.(Foto: Andrea Schneider)

Der Wunsch war der IGW Befehl: Seit wenigen Tagen steht fest. Das alte Fachwerkhäuschen mit der postalischen Anschrift Am Zeughaus 14 wird nicht nur kernsaniert. Mit dem Awo-Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis hat die heimische Wohnungsgesellschaft zudem einen Partner gefunden, der an dieser Stelle künftig ein Café-Bistro betreiben wird.

Nicht irgendein Café oder Bistro: Die Awo möchte mit diesem Projekt Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt qualifizieren und integrieren. „Wir haben das Knowhow“, sagt Susanne Jacoby, Betriebsleitung Bildung, Beruf und Integration im Awo-Unterbezirk. „An anderen Orten betreiben wir bereits solche Qualifizierungsmaßnahmen. Wir werden auch hier eng mit Agentur für Arbeit und Jobcenter zusammenarbeiten.“

Die südliche Innenstadt blüht auf. Doch bevor in das historische Gebäude Am Zeughaus 14 im Sommer 2020 das Café-Bistro seine Türen öffnet. ist noch viel zu tun. „Das Objekt wird kernsaniert“, sagt Julia A. Kunz, die als Bereichsleiterin für den Umbau des alten Gemäuers bei der IGW zuständig ist. Gemeinsam mit IGW-Geschäftsführer Olaf Pestl und Architekt Jörg Orthey erklärt sie, dass sämtliche Gefache des alten Fachwerkhauses entfernt werden müssen.

„Irgendwann wird hier nur noch ein Holzgerippe stehen“, sagt Jörg Orthey. Erst wenn auch die schadhaften Holzbalken ersetzt worden sind, kann der Wiederaufbau beginnen. Ein Wiederaufbau mit Charme. Direkt am Fritz-Kühn-Platz gelegen und mit einladender Außenterrasse ausgestattet, soll die Gastronomie zum neuen Anziehungspunkt in der südlichen Innenstadt werden.

Bevor es an den Umbau gegangen ist, wurde Architekt jörg Orthey gefragt, ob sich das Objekt tatsächlich für ein Café eignen könnte. „Ja, es kann“, war seine Antwort. Allerdings mit Einschränkungen. Der erfahrene Architekt plädierte dafür, das Gebäude mit einem neuen Anbau zum Südengraben hin zu versehen. Dort, so seine Meinung, sollten sämtliche technische Anlagen untergebracht werden. Thekenbereich, Küche, Sanitäranlagen und Co. werden also in einem noch zu errichtenden Anbau installiert. So bleibt in dem alten Gemäuer schließlich Platz für 40 bis 50 Sitzplätze. In einem Außenbereich werden zudem noch einmal 50 bis 60 Sitzplätze entstehen.

Die IGW wollte sich mit dem Vorzeigeobjekt nicht an einen x-beliebigen Partner wenden. Deshalb wurde intensiver gesucht. Mit der Arbeiterwohlfahrt, Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis, hat man, so Olaf Pestl, „einen starken Partner gefunden“.

Nichts für schwache Nerven: Hier wird das große Transparent am alten Fachwerkhaus angebracht. (Foto: Andrea Schneider)

Die Awo verbindet das Angebot einer Tagesgastronomie mit Qualifizierungsmaßnahmen Langzeitarbeitsloser. „Wir möchten den Menschen eine Perspektive eröffnen, sich am Ersten Arbeitsmarkt zu beweisen“, so Birgit Buchholz, Geschäftsführerin der Awo im Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis „dabei werden sie von professionellen Gastronomiefachleuten und Sozialpädagogen unterstützt“.

Dabei soll das Café durch sein vielfältiges Angebot ein Treffpunkt für Jung und Alt, für Besucher der Innenstadt und des Spielplatzes, für Bewohner aus dem Stadtteil oder den Happen in der Mittagspause werden. Auch kulturelle Veranstaltungen sollen in das Konzept einbezogen werden. Dabei ist allen Beteiligten klar, dass das Umfeld eine wichtige Rolle spielt: Besonderes Gebäude, besonderer Standort – besonderes Café. „Wir haben viele kreative Ideen, die wir in den nächsten Monaten zu einem attraktiven Gesamtpaket schnüren müssen“, verrät die Betriebsleiterin der Awo Susanne Jacoby.

Wenn alles gut geht, wird im Frühjahr 2020 die große Eröffnung des Café-Bistros gefeiert. „Ein sportliches Ziel“, sagt Julia A. Kurz. Aber mit „sportlichen Zielen“ ist man bei der IGW durchaus vertraut, wenn man an die jüngsten Neubauprojekte an der Rahmenstraße oder demnächst in Kalthof denkt.

Doch der IGW-Geschäftsführer ist zuversichtlich: „Dieses Beispiel zeigt, dass man bei der Entwicklung solcher Immobilien einen sehr langen Atem haben muss“, sagt Olaf Pestl. „Wir glauben daran, dass wir zusammen mit der Awo auf dem richtigen Weg sind“.