Chinesischer Nationalcircus kommt nach Iserlohn

Clown und Produzent Raoul Schoregge und Teufelsgeiger Mani Neumann geben der faszinierenden chinesischen Akrobatik-Show ein paar westliche Farbtupfer. (Foto: Veranstalter)

Iserlohn. (Red./as) Der „Chinesische Nationalcircus“ macht Station in Iserlohn. Am Mittwoch, 29. Februar 2012, um 20 Uhr wollen die chinesischen Akrobatinnen und Akrobaten um Produzent, Träumer und Clown Raoul Schoregge ihr artistisches Feuerwerk im Parktheater entzünden. „Seidenstraße“ heißt das neue Programm des Ensembles. So wie die Seidenstraße einst als wichtige Verbindung von Ost nach West diente, möchten die Artisten nun ebenfalls Brücken zwischen den Kulturen bauen. Der alte Karavanenweg soll zu neuem Leben erweckt werden. Auch musikalisch: Den instrumentalen Weg zwischen Orient und Okzident beschreitet Teufelsgeiger Mani Neumann mit seiner Formation „farfarello“.

Wie geht das bloß? Schlangengleich verbiegen die Akrobatinnen aus China ihre Körper. (Foto: Veranstalter)

Poesie und Akrobatik sollen bei dem neuen Programm der chinesischen Ausnahmekünstler wieder einmal Hand in Hand gehen. Oft heißt es: Luft anhalten. Da jongliert eine Artistin gleichzeitig fünf Teller an ihrer linken Hand und fünf Teller an ihrer rechten Hand, während sie sich mit dem ganzen Körper um ihre eigene Achse dreht, um mit dem Mund eine Rose aufzuheben, die hinter ihr an ihrer Ferse liegt. Dieser außergewöhnliche Trick einer Akrobatin des Chinesischen Nationalcircus scheint den europäischen Zuschauern unerreichbar bei einem menschlichen Körper, sei dieser auch noch so durchtrainiert. Und doch wird diese Pose, bei der genauso wie bei allen weiteren Darbietungen die physikalischen Gesetzmäßigkeiten aufgehoben scheinen, immer wieder mit einem Lächeln, leicht und wie selbstverständlich präsentiert. Hier werden Grenzen überschritten.

Das galt natürlich auch für die Menschen, die sich vor Hunderten von Jahren einen Weg von Europa nach China bahnten und ebenso von China nach Europa, einen Weg, der dann für lange Zeit zur Hauptschlagader der Zivilisation wurde.

Ein fröhliches Lächeln begleitet selbst die schwierigsten akrobatischen Elemente. (Foto: Veranstalter)

Dieser Weg, die Seidenstrasse, hat bis zum heutigen Tage kaum etwas an seiner Faszination sowie seiner realen und sinnbildlichen Bedeutung verloren. Getreu der alten Zen-Weisheit, dass ein Weg nur ein Weg wird, wenn jemand ihn geht, haben Generationen diesen Weg genutzt, um nicht nur die vielfältigsten materiellen Güter, sondern ebenso Gedanken-Gut wie Religion und Kunst und Ideen von West nach Ost oder von Ost nach West zu transportieren.

Genau diese Reise möchte der Chinesische Nationalcircus nachvollziehen – poetisch, akrobatisch und natürlich auch voller Humor. Hier trägt der europäische Clown traditionell chinesische Kleidung, während sein chinesisches Pendant sehr westlich daher kommt.

In den vergangenen Jahren hat der Chinesische Nationalcircus seine verschiedenen Programme immer mit außergewöhnlichen musikalischen Erlebnissen versehen. Zur aktuellen Tournee spiegelt das neue Audiokonzept wie kaum zuvor den inhaltlichen Schwerpunkt, die Reise von Europa nach China, wieder. Die Gruppe „farfarello“ schuf das musikalische Fundament für dieses sinnliche Abenteuer. Die Musik der Band um den Teufelsgeiger Mani Neumann verkörpert seit fast 30 Jahren die Klänge Europas in den verschiedensten Facetten.