Christliche Romantik: Die Welt der Försters

Iserlohn. (clau) Sabine und Reinhard Förster sind kein
alltägliches Ehepaar. Sie leben – notgedrungen und doch auch nicht ungern – ein
stilles Leben abseits von Stress, Hetzerei und vermeidbarem Gefühlssturm. „Wir
haben zum Beispiel gar keinen Fernseher“, sagt Reinhard Förster. „Das wollen wir
nicht. Das wäre für uns beide viel zu aufregend. Das täte uns nicht gut.“
In aller Ruhe
Ruhe ist für sie wichtig, lebenswichtig. Beide Försters befinden sich
aufgrund psychischer Erkrankungen seit vielen Jahren in Behandlung. Für den
Einzelhandelskaufmannsgehilfen und die gelernte Krankenpflegehelferin ist an
einen hektischen Berufsalltag schon lange nicht mehr auch nur zu denken. Der
66-Jährige und seine 60-jährige Frau leben seit Jahrzehnten zurückgezogen in
ihrer kleinen Wohnung in Wermingsen. Ihre vier Wände haben sie in ein
behagliches Nest verwandelt, den Balkon in ein kleines grünes Reich umrahmt von
Baumwipfeln.
Wundervolle Welt im Koma geöffnet
„Uns trägt unsere sehr liebevolle Beziehung zueinander und unser tiefer
christlicher Glaube, der sich auch in unseren Gedichten widerspiegelt“, sagt
Sabine Förster. Zwei schmale Bände mit eigenen Gedichten haben sie im
Selbstverlag herausgegeben, den „Trostgedichtband“ und den „Liebesgedichtband“
mit christlicher Romantik. „Unsere kleinen Gedichte werden von vielen Menschen
gern gelesen. Sie helfen ihnen und spenden Trost“, ist Reinhard Förster
überzeugt.
Der gebürtige Hemeraner verunglückte als 12-jähriger Radfahrer und erlitt
einen Schädelbasisbruch. Er fiel für mehrere Wochen ins Koma. „Ich glaube, dass
meine Fähigkeit zu dichten, in diesem Koma entstanden ist“, sagt er. „Ich
erinnere mich noch an die wundervolle Welt, die sich mir damals ahnend geöffnet
hat.“ Die Folgen des Unfalls waren aber auch ständige Kopfschmerzen, Schwäche
und Bewegungseinschränkungen.
Glaube und Liebe
Schon als 8-Jähriger versuchte Reinhard Förster sein Leben nach der Bibel
auszurichten, so wie er sie verstand. Früh schrieb er erste Gedichte. Seit dem
24. Lebensjahr engagierte er sich für den „Club 73“, den er einige Jahre führte,
und arbeitete ehrenamtlich – später gemeinsam mit seiner Frau Sabine – im
Arbeitskreis für psychisch Kranke mit. Die beiden waren immer auch für andere
Kranke liebevoll im Einsatz.
Begegnung im Bus
Das Paar lernte sich einst in einem öffentlichen Bus kennen. „Sie sprach zu
den Menschen von Gott und verteilte christliche Traktate“, staunte er damals.
Die beiden heirateten 1981. Sie fanden gemeinsam eine geistige Heimat in ihrem
Glauben und in ihrer Gemeinde. „Jetzt sind wir seit 35 Jahren verheiratet und
sind uns immer treu geblieben“, sagt er und schaut zu ihr. Sie ergänzt: „Unsere
Ehe hat ihre Basis im Glauben, in Gott. Seine Gebote schützen uns, unser Glaube
macht uns immer liebevoller.“
Teilhabe
An der Wohnzimmerwand haben die beiden in mehreren Reihen Gedichte
aufgehängt, alle gleichmäßig gerahmt. „Das sind aber nur seine Liebesgedichte an
mich“, strahlt Sabine Förster. Daneben haben sie eine orangefarbene Lichterkette
befestigt – festgesteckt als ein großes Herz, das die ganze Zimmerecke umfasst.

Wer teilhaben möchte, an dieser ganz besonderen Welt der Försters, kann es
durch ihre Gedichte tun. Die beiden Bände sind erhältlich in ­„Biggis Deko
Galerie“, Haupt­straße 163 in Hemer oder über ­Michael Hotzelt, Postfach
1727, 58587 Iserlohn.