Damit sich Vögel wohl fühlen – Gisela Wachtarczyk gibt Tipps für Garten und Balkon

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Ihren Balkon hat Gisela Wachtarczyk in ein kleines Paradies für „Amsel, Drossel, Fink und Star“ verwandelt. Die Iserlohnerin setzt sich für unsere heimische Vogelwelt ein und gibt gerne Tipps, wie sich Gartenvögel wohl fühlen.(Foto: Andrea Schneider)

Iserlohn. „Alle Vögel sind schon da“, heißt es in einem fröhlichen Volkslied. Genau an dieser Stelle wird Gisela Wachtarczyk plötzlich ernst. Denn sie weiß, dass es gar nicht gut bestellt ist um „Amsel, Drossel, Fink und Star“. Die Iserlohnerin kann nur bestätigen, was der Naturschutzbund (Nabu) bei seiner alljährlichen bundesweiten Zählung der Gartenvögel dokumentiert. Immer weniger Amseln, Meisen oder auch Heckenbraunellen lassen sich in den heimischen Gärten blicken. Als Tierfreundin gibt Gisela Wachtarczyk gerne Tipps, wie es gelingen kann, gute Lebensbedingungen für heimische Vogelarten zu schaffen – damit sie uns auch weiterhin mit ihrem Gesang verwöhnen können.

Das Wohl der Vögel liegt der Iserlohnerin am Herzen. Nur: Was kann man tun, damit die gefiederten Freunde sich im Garten oder auf dem Balkon wohl fühlen? Gisela Wachtarczyk schmunzelt. „Das sind oft nur Kleinigkeiten“, sagt sie. Beispielsweise: „Die Nist­hilfen sollten jetzt, jedenfalls bevor die Vögel brüten, gründlich gereinigt werden.“ Warum das? „So verhindert man, dass die Brut von Parasiten befallen wird“, sagt die Iserlohnerin.

Dabei gilt es aber ein paar Punkte zu beachten: So sollten zum Reinigen dürfen niemals scharfe chemische Reinigungsmittel oder gar Desinfektionsmittel verwendet werden. Auch der Naturschutzbund betont, dass es völlig reicht, wenn der Kasten gründlich ausgefegt wird. Bei starkem Parasitenbefall allerdings kann man auch mit klarem Wasser und gegebenenfalls etwas Sodalauge ausspülen. Anschließend sollte das Kasteninnere gut austrocknen können. Selbst Ausflämmen mit einem Camping-Gasbrenner ist möglich.
Für Gisela Wachtarczyk gilt: „Lieber zu viele als zu wenige Nisthilfen.“ Denn nicht jede Nisthilfe wird von den Vögeln angenommen. Sie selbst stattet die Häuschen mit Hobelspänen, Torf, Moos oder getrocknetem Laub aus.

„Früher“, sagt Gisela Wachtarczyk, „war es bunter auf der Terrasse.“ Früher, das ist nur ein paar Jahre her. Mit Genuss konnte sie Grünfinken, Dom­pfaffe oder auch Kleiber beobachten. Diese Vögel hat sie schon lange nicht mehr gesehen. Deshalb setzt sich die Iserlohnerin jetzt sehr intensiv für die Vögel ein, die noch nicht vom Menschen verdrängt worden sind. „Wir zerstören die Natur so sehr, dass die Vögel nicht mehr zurecht kommen“, sagt sie. „Deshalb müssen wir für Ausgleich sorgen.“

Ausgleich bedeutet für Gisela Wachtarczyk beispielsweise auch, den Vögeln während des ganzen Jahres ein Futterangebot zu machen. Sie schmunzelt: „Dafür schneide ich Apfel in schnabelgerechte Stücke.“ Diese kleinen Häppchen werden als willkommene Snacks von Amsel, Drossel und Co. schnabuliert. Anderes Futter mischt sie aus Haferflocken, Sonnenblumenkernen, Meisenknödeln und Speiseöl selbst zurecht.

Doch es geht nicht nur ums Futter. „Wichtig ist auch Wasser im Garten“, sagt die Iserlohner Tierfreundin. Nicht nur für die Vögel, sondern auch für die Insekten. Deshalb stellt sie flache Gefäße, beispielsweise Schraubdeckel von Gläsern, mit Wasser gefüllt in Blumenkästen. Hier können Insekten Station machen und Vögel ein bisschen Wasser aufnehmen.

Sie ärgert sich, wenn immer noch Gartenbesitzer ihre Hecken oder Bäume nach dem 1. März schneiden, obwohl es verboten ist. „Es geht gar nicht darum, dass dabei Nester zerstört werden“, sagt sie. „Die Nester werden sichtbar.“ Die Brut wäre nicht mehr sicher. Die Vögel können von ihren Feinden aufgestöbert werden.

Gisela Wachtarczyk schnibbelt einen Apfel klein. Sie wird sich weiter für gute Lebensbedingungen der heimischen Vogelarten einsetzen. Damit Kinder, Enkel und Urenkel sicher sein können, dass „Amsel, Drossel, Fink und Star“ tatsächlich noch im Garten anzutreffen sind.

 

 

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