Das Wasser auf dem Iserlohner Hauptfriedhof wird zur Bückware

Leitungen auf dem Hauptfriedhof marode

Wassertank auf dem Iserlohner Hauptfriedhof
Das Leitungssystem auf dem Iserlohner Hauptfriedhof ist marode. Also hat der Stadtbetrieb Iserlohn Hemer das Wasser abgedreht und Plastiktanks aufgestellt. (Foto: A. Schneider)

Iserlohn. Da hat es Peter Leye, Fraktionsvorsitzender der SPD im Iserlohner Rat, doch glatt die Sprache verschlagen. Seine harmlose, wenn auch besorgte Anfrage in Richtung Verwaltung, wie es denn bitteschön um die Wasserversorgung auf dem Iserlohner Hauptfriedhof stehe, offenbarte einen schon seit langem bestehenden „unhaltbaren Zustand“, wie er formuliert. Nach Monaten des Wartens und immer wieder Drängens erfuhren Peter Leye und seine Fraktionskollegen nun von einem Mitarbeiter des Stadtbetriebs Iserlohn Hemer (SIH), dass „die Leitungen derart marode sind, dass die Wasserversorgung auf den Friedhöfen vollständig saniert werden muss“.

Die grünen oder weißen Wasserbehälter, die provisorisch auf Europaletten festgeschnallt sind und das Gießwasser zur bodennahen Bückware machen, werden wohl noch lange zum Bild des Iserlohner Hauptfriedhofs gehören. Besonders ärgerlich ist, dass inzwischen sogar einige Wasserhähne an den Behältern gestohlen worden sind.

„Den maroden Zustand des überalterten Leitungssystem“ macht Hartmut Sonderhüsken, Bereichsleiter Grünanlagen und Forst beim SIH, für den Wassernotstand auf dem Iserlohner Hauptfriedhof verantwortlich. Selbst im Sommer käme es zu „unvorhersehbaren Rohrbrüchen durch Materialschwäche“. Das Problem der SIH-Mitarbeiter: „Der Schaden (wird) zunächst oft erst dann bemerkt, wenn die Zapfstellen keinen oder weniger Druck haben“, schreibt Hartmut Sonderhüsken. Daher könne nur der betroffene Leitungsstrang definiert werden, nicht aber die konkrete Leckage. Weil die einzelnen Stränge jedoch zum Teil mehrere 100 Meter lang seien, sei es äußerst schwierig, das Loch in der Leitung zu finden.

Konkret bedeutet das: Es dauert. Wer lange suchen muss, kann nicht schnell reparieren. Außerdem: „Für die Ortung und Beseitung der Leckage muss sich der SIH auch z.T. externen Anbietern bedienen“, schreibt Hartmut Sonderhüsken. Daher habe man sich beim SIH entschieden, zunächst die betroffenen Leitungsstränge abzudrehen und die Wasserversorgung durch die Vorratsbehälter sicherzustellen.

Peter Leye ist erstaunt: „Wie kann es sein, dass das verantwortliche SIH-Vorstandsmitglied Frau Otten weder den Verwaltungsrat des SIH noch die Verwaltung oder gar die Gremien der Stadt Iserlohn über den seit Monaten wenn nicht Jahren bestehenden unhaltbaren Zustand informiert hat?“, fragt er. Er habe darüber hinaus erfahren, dass die mobile Wasserversorgung durch Tankwagen, die regelmäßig befüllt und an den Abgabestellen wieder entleert werden, einen erheblichen finanziellen Aufwand erfordern.

Weil, wie Peter Leye herausgefunden hat, „leider immer noch nicht geklärt ist, bei welchen Gremien die Zuständigkeit für den Friedhof liegt“, hat sich die SPD mit einem Antrag an den Hauptausschuss gewandt.

Konkret fordern die Sozialdemokraten, dass die Verwaltung die Sache in die Hand nimmt. Sie soll, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit SIH und Stadtwerken, erst die Schäden, dann die Kosten ermitteln. Wenn geklärt ist, wie sich die Sanierung finanzieren lässt, gilt es, schnell zu handeln.

Damit aber noch nicht genug. Die Sozialdemokraten fordern die Stadt auf, nachzuschauen, wie es um die Wasserleitungen auf anderen Friedhöfen bestellt ist, für die die Stadt verantwortlich ist. Vielleicht kann man auf diese Weise verhindern, dass das Wasser auf anderen Friedhöfen im Stadtgebiet auch noch zur Bückware wird.