Delfin-Therapie öffnet „Gefängnis“

Iserlohn. (clau) „Wut ohne Worte. Arianna (4 Jahre) kämpft täglich mit dem Autismus“ so lautete die Überschrift zu einer wochenkurier-Reportage, die im September 2012, erschienen ist. Darin ging es um das Schicksal der kleinen Letmatherin Arianna De Nardo und ihrer Familie. Arianna leidet unter frühkindlichem Autismus.

Die kleine Letmatherin Arianna leidet unter frühkindlichem Autismus. Für sie war die zweiwöchige Delfin-Therapie in der Türkei eine richtige Wohltat. (Foto: privat)

Die niedliche Vierjährige kann sich nur mit Hilfe ihrer Mappe voller laminierter Fotos ein wenig ihrer Umwelt mitteilen. Die meiste Zeit des Tages aber bleibt sie in ihrer eigenen Welt stumm und für die Umgebung unerreichbar gefangen. Die Wut, die sie über ihr inneres Gefängnis empfindet, entlädt sich fast täglich in ungeheuren Wutanfällen. Dann zieht die Kleine die Wohnung „auf links“ und wird auch zur ernsten Gefahr für sich selbst.

Ihre Mutter Teresa kämpft um Ariannas Wohl, ermöglicht ihr geeignete Therapien und hat für sie einen Platz in einem integrativen Kindergarten gefunden. Ein Traum der Familie war es, mit Arianna eine Delfin-Therapie in der Türkei durchzuführen. Mit einer großen Spendenaktion unter Beteiligung vieler Letmather und Iserlohner Gruppen und Einzelpersonen konnte der notwendige Geldbetrag aufgebracht werden. Vom 6. bis zum 20. Oktober konnten Teresa und Arianna De Nardo tatsächlich nach Belek in der Türkei fliegen. Und für die kleine Arianna öffnete sich eine ganz neue Welt.

Ihre Mutter berichtet: „Für mich und Arianna war es ein wunderschönes Erlebnis. Man kann es kaum beschreiben. So etwas muss man erlebt haben! Es war herrlich, Arianna mit dem Delfin zu erleben. Sie hat ihn gestreichelt, mit ihm geschmust, ihren Kopf immer wieder auf seinen Rücken gelegt. Die beiden sind richtig Freunde geworden.“

Das Singen der Delfine hilft

Die Mutter hat Arianna vor Ort viel gefilmt. Zurück in Letmathe muss sie nun jeden Morgen den Film abspielen, denn Arianna liebt es, das Singen der Delfine hören. „Dann lächelt sie mich immer an und ist so glücklich“, sagt Teresa De Nardo.

Die Therapeuten in Belek von „mydolphins“ waren einfach nur klasse, findet die Letmather Mutter. Sie hätten sich liebevoll um Arianna gekümmert.

Die Vierjährige hat seitdem große Fortschritte gemacht, die die übrigen Familienmitglieder überglücklich machen. Seit gut zwei Wochen sagt sie deutlich „Mama“. Sie verkriecht sich nicht mehr so viel in ihre unerreichbare innere Welt. Erstmals verfolgt sie zum Beispiel beim Spielen den Ball. Sie scheint wacher und interessierter in die Welt zu schauen und zu reagieren.

Die Erzieherinnen aus dem heilpädagogischen Kindergarten in Gerlingsen, wo Arianna jeden Morgen ist, berichten der Mutter täglich über die Fortschritte: Sie suche Kontakt zu den Erwachsenen, zu den anderen Kindern und ließe Körperkontakt zu. Sie könne sich schneller auf neue Situationen einstellen und reagiere positiv auf das, was zu ihr gesprochen wird.

Wie geht es nun weiter? Ende Februar wird Arianna für eine Woche zur Nachsorge nach Soest gehen. Dort wird sie mit einem Therapeuten in ein Wasserbecken gehen und nochmals mit den Tönen der Delfine aus Belek beschallt werden. So soll sich eine Nachwirkung einstellen. Teresa De Nardo ist voller Zuversicht: „Wir werden das auf jeden Fall mit Arianna machen. Denn sie braucht die Delfine ja wirklich nur zu hören und gleich ist sie glücklich.“

Spendenkonto bleibt geöffnet

Ein riesengroßer Dank der Familie De Nardo geht an alle Menschen aus Letmathe, Iserlohn und Umgebung für die überwältigende Spendenbereitschaft. Der Dank geht im Einzelnen an die Kirchengemeinde St. Kilian, an das Team der Linda-Apotheke, an alle Kinder der Kilianschule Letmathe, die mit ihrer tollen Waffelaktion viel beigetragen haben, an die Patienten der Praxis für Physiotherapie Annika Krause und an die Patientinnen der Praxis Dr. Brosswitz, die für Arianna gesammelt haben und an Taekwando-Sport Letmathe.

Da Arianna sich seit der Delphin-Therapie so positiv entwickelt, würden die De Nardos gern in etwa zwei Jahren eine weitere Therapie in der Türkei machen. Deshalb bleibt das Spendenkonto geöffnet .Wer gerne für eine zweite Delphin-Therapie etwas beitragen möchte, kann das jederzeit tun. Das Konto lautet OneLive-OneCare e.V, Kontonummer 175273, BLZ 32050000 bei der Sparkasse Krefeld. Stichwort Arianna (Therapie Nummer 1091).

Die Selbsthilfegruppe „Frühkindlicher Autismus“, die Teresa De Nardo gegründet hat, trifft sich an jedem zweiten Freitag im Monat um 20 Uhr in den Räumen der St.-Kilian-Gemeinde in der Dechant-Heimann-Straße 1 in Letmathe. Näheres dazu auch unter Telefon 02374/ 914-397 oder per E-Mail an teresa75@t-online.de.