„Demokratie und Moderne“ – Neues Vortragsprogramm des Stadtarchivs Iserlohn

Stadtarchiv Iserlohn
Kulturressortleiter Jochen Köhnke und Stadtarchivar Rico Quaschny (v.l.) präsentieren das neue Vortragsprogramm des Stadtarchivs Iserlohn.(Foto: Stadt Iserlohn)

Iserlohn. Die 2012 ins Leben gerufene stadtgeschichtliche Vortragsreihe des Stadtarchivs Iserlohn begeht in diesem Jahr ein kleines Jubiläum: Mit dem neuen Programm für das erste Halbjahr 2019 liegt inzwischen das fünfzehnte Halbjahresprogramm vor. Kulturressortleiter Jochen Köhnke und Stadtarchivar Rico Quaschny freuen sich besonders darüber, dass das Interesse an den Vorträgen zur Stadtgeschichte nach wie vor ungebrochen ist.

Die ersten demokratischen Wahlen

Schon mehrmals griff das Stadtarchiv in den vergangenen Jahren herausragende Ereignisse der deutschen Geschichte auf. Themenschwerpunkte befassten sich dann mit lokalen Aspekten. „Auch in diesem Jahr lag es nahe, den Blick auf Entwicklungen zu nehmen, die vor genau 100 Jahren begannen“, sagt Stadtarchivar Quaschny. Die Vortragsreihe wird sich deshalb im ersten Halbjahr unter der Überschrift „Demokratie und Moderne“ dem demokratischen Aufbruch und dem Beginn der Moderne, insbesondere in Hinblick auf die Architektur widmen.

Zum Auftakt der Vortragsreihe wird im Februar Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Präsident des Landesarchivs NRW i.R., über die ersten demokratischen Wahlen in Deutschland und in Iserlohn sprechen. Darüber hinaus wird er in seinem Vortrag auf die politische Entwicklung nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Iserlohn bis ins Jahr 1919 eingehen und die maßgeblichen Akteure in Iserlohn vorstellen.

Iserlohn und die Weimarer Republik

Der frühere Stadtarchivar Götz Bettge gibt im März einen Überblick über die Stadtentwicklung in Iserlohn während der Weimarer Republik. Eingebettet in das politische Geschehen wird insbesondere der Wohnungsbau der 1920er Jahre thematisiert.

Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Dr. Walter Wehner stellt im April Clementine Varnhagen (1857-1947), eine der wenigen schon vor einhundert Jahren politisch engagierten Iserlohner Frauen, vor. Nicht nur ihre beiden Ehemänner waren als Sozialdemokraten in Iserlohn aktiv. Sie selbst galt als „rote Clementine“ und war als eine der ersten Frauen in Iserlohn überhaupt Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.

Im Mai und Juni schließen sich zwei Vorträge an, die sich architektonischen Themen widmen. Zunächst wird Dr.-Ing. Jan Lubitz, Architekt und Denkmalpfleger aus Hamburg, die Villa Heutelbeck in Iserlohn als Frühwerk des neuen Bauens in Deutschland vorstellen. Er wird dabei besonders auf die Biografie des aus Iserlohn stammenden Architekten Carl Gustav Bensel (1878-1949) eingehen, der vor allem in Hamburg herausragende Entwürfe umgesetzt hat.

Zum Abschluss der Vortragsreihe spricht Dr. Hans H. Hanke vom Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster über den „sehr verrufenen“ Schlieperblock. Er wird die Entwicklung der Siedlung von den Notwohnungen der 1920er Jahre bis zum begehrten Wohnquartier der Gegenwart skizzieren.

Tag der offenen Tür

Das Faltblatt mit einer Termin­übersicht und Informationen zu den einzelnen Vorträgen liegt im Stadtarchiv, bei weiteren Kulturinstituten, in der Stadtinformation und im Rathaus am Schillerplatz aus. Es wird auf Wunsch gern zugesandt und ist im Internet veröffentlicht (www.archiv-iserlohn.de). Wie seit dem Start der Vortragsreihe ist auch dieses Mal die Volkshochschule Iserlohn Kooperationspartner. Alle Angebote sind deshalb im neuen VHS-Programm zu finden.

Neben dem Vortragsprogramm wird das Stadtarchiv Iserlohn am Samstag, 2. März, wieder zu einem „Tag der offenen Tür“ einladen.