Der Iserlohner Künstler Adolf Osterhold in der Wk-Reihe „Lebensbilder“

Iserlohn. (Red) Der Maler und Bildhauer Adolf Osterhold
wurde 1872 in Iserlohn geboren. Sein Vater, ein Lithograph, stammte aus
Ostwestfalen, seine Mutter aus der alteingesessenen Iserlohner Familie Kissing.

Der junge Adolf besuchte von 1886 bis 1891 die Königlich Preußische
Fachschule für Metallindustrie, nachdem seine zeichnerische Begabung und seine
bildhauerischen Fähigkeiten aufgefallen waren. Er wurde unterrichtet im
Modellieren, Ziselieren, Gravieren, Schnitzen, Formen, Gießen und Schmieden.

Für sein Studium an der königlichen Akademie der bildenden Künste in Berlin
erhielt er 20 Mark monatlich von der Iserlohner Ebbinghaus-Stiftung. Osterhold
arbeitete dann zunächst als Hoftheatermaler an der Königlichen Oper in Hannover,
studierte aber anschließend noch in Düsseldorf Bildhauerei.
Kunst für Iserlohn
Als freischaffender Künstler kehrte er 1900 nach Iserlohn zurück. Seine Werke
brachten ihm einige Preise ein. Sein Entwurf für das Kaiser-Friedrich-Denkmal,
das 1908 am Poth aufgestellt wurde, überzeugte zwar die Iserlohner Bürgerschaft,
dennoch setzte sich ein Berliner Konkurrent durch. Die Iserlohner waren empört
und protestierten – jedoch vergeblich.
1911 heiratete Adolf Osterhold Anna Westhelle. Sie wohnten im elterlichen
Haus Lange­ Straße 44. Sein erstes Atelier hatte er in der Nordstraße.
Später arbeitete er in der Aula des Realgymnasiums meistens im Mantel, da der
Raum nicht zu beheizen war. Hier stellte er 1927 neben 80 Gemälden und Studien
auch das „große religiöse Historienbild Christus vor Pilatus“ aus. Diese
Auftragsarbeit der evangelischen Kirchengemeinde hing bis 1960 in der Obersten
Stadtkirche.
Klassische Haltung
Osterhold blieb der Malerei des 19. Jahrhunderts treu und ließ sich vom
Expressionismus und Kubismus nicht beeinflussen. Trotzdem hatte er als Künstler
zwischen 1900 und 1940 durchaus einen Namen. Er malte Ölgemälde auf Holz oder
Leinwand, skizzierte in Blei und Kohle. Viele seiner Arbeiten sind heute in
Privatbesitz. Im Auftrag der Stadt portraitierte er den Heimatdichter Emil
Rittershaus, ­Professor Ernst Danz, die Verleger Rudolf und Walter
Wichelhoven, den Unternehmer Friedrich Kirchhoff, den Ehrenbürger Heinrich
Rahlenbeck und viele andere.
Osterhold wurde besonders von dem Gartenarchitekten Theo Ostermann gefördert,
der ein Gartenrestaurant Am Tyrol betrieb. Für diese Gaststätte malte er mehrere
Stillleben, die in die Kassetten der Wandvertäfelung eingebaut wurden.
Gehobenes Kino
Im Oktober 1911 eröffnete ­Osterhold das „Neue Kino“ an der Ecke
Wermingserstraße/Grabenstraße (heute Laarstraße). Er versprach den Iserlohnern
eine „gediegene Vorführung von erstklassigen Neuheiten mit den
voll­endensten Apparaten bei wöchentlich zweimaligem Programmwechsel“. So
wollte er sich von den beiden bereits bestehenden Kinos mit Kunstfilmen,
historischen Dramen und Zeitreportagen abheben. Er fand aber damit zu wenig Echo
beim Publikum.
Fast vergessen
Sein letztes Atelier hatte er in der Görrestraße. Er starb im Februar 1954.
Zu seinem 115. Geburtstag und zur 750-Jahr-Feier der Stadt wurde 1987 auch eine
Osterhold-Ausstellung in der Galerie des Parktheaters gezeigt. Die meisten
seiner Werke im öffentlichen Raum sind inzwischen verschwunden. Der
­Osterhold-Weg erinnert aber bis heute an diesen umtriebigen Iserlohner
Künstler.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde stark gekürzt. Das Original
hat Marlis Gorki aus diversen Quellen zusammengestellt. Sie freut sich über
Fragen oder Ergänzungen. Sie ist erreichbar unter Tel. 02371/ 32365.