Der kleine Nobel: Runder Tisch der Religionen vergibt ersten Friedenspreis

Iserlohn. (th) Unter dem Motto „Meine Geschichte vom
Frieden“ verleiht der Runde Tisch der Religionen den ersten Friedenspreis. In
den vergangenen Monaten konnten Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren
ihre persönliche Geschichte vom Frieden erzählen, alleine oder in Gruppen, in
Texten oder Bildern. Am Dienstag, 20. Dezember, findet die Preisverleihung von
17 bis 19 Uhr im Varnhagenhaus statt.
„In den letzten Tagen ging es rund“, berichtet Gerhard Schaper, der die
Bahai-Religion am Runden Tisch vertritt. Gegen Ende kamen noch einmal viele
Einsendungen und insgesamt sind die Initiatoren des Preises mit der Resonanz
höchst zufrieden: „Es sind herrliche Ergebnisse“, freut sich Schaper.
Ob Fotos, Geschichten oder Videos – in fast allen Beiträgen spielt die
großpolitische Lage eine Rolle, die Flucht vieler Menschen und das
Kriegsgeschehen in Europa. Auch das interreligiöse Thema wird behandelt.
Insgesamt wird durch die Beiträge deutlich, dass der Frieden bei einem selbst
beginnt.
Damit treffen die Jugendlichen den Kern dessen, was der Runde Tisch der
Religionen mit seinen Aktionen erreichen möchte: den Frieden vorbereiten. Am
Runden Tisch kommen Vertreter der evangelischen, katholischen und
griechisch-orthodoxen Kirchen, der muslimischen DITIB-Gemeinde, der Bahai- und
der Hindu-Religion, der jüdischen Gemeinde und des Integrationsrats der Stadt
Iserlohn zusammen.
Größtmögliche Auszeichnung
„Der Dialog ist durch nichts zu ersetzten“, erklärt Pfarrerin Martina
Espelöer, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Iserlohn und
Sprecherin des Runden Tisches der Religionen. Durch gemeinsame Gespräche und
verschiedene Aktionen möchte der Runde Tisch zum Frieden beitragen. In jedem
ungeraden Jahr gibt es ein großes Friedensfest, in den geraden Jahren kleinere
Aktionen wie nun den ersten Friedenspreis.
„Der kleine Nobel“ nennt Espelöer den Preis, in Anlehnung an den
Friedensnobelpreis, der für sie „einer der größten Preise“ ist, die vergeben
werden.
Aus insgesamt zwölf Beiträgen wählte die Jury drei Sieger, zwei Einzelpreise
in verschiedenen Altersklassen und einen Gruppenpreis. Außerdem gibt es drei
Sonderpreise. Die Gewinner erhalten jeweils 300 Euro, die Sonderpreise sind mit
je 100 Euro dotiert. Gesponsert wird der Preis von der Sparkasse Iserlohn.
Alle Teilnehmer wurden zu der Preisverleihung eingeladen, rund 100
Jugendliche haben ihr Kommen bereits zugesagt. Die Initiatoren hoffen auf viele
weitere Gäste, damit der Preis und die Beiträge der Jugendlichen die Anerkennung
finden, die sie verdienen.
Gerhard Schaper und Erich Reinke, Leiter des Jugendreferates, sind die
Laudatoren, der stellvertretende Bürgermeister Michael Scheffler und Dechant
Johannes Hammer sprechen Grußworte. Lia Springer sorgt am Marimbaphon für
musikalische Untermalung.
Martina Espelöer freut sich darüber, dass der erste Iserlohner Friedenspreis
so kurz vor Weihnachten vergeben wird und somit die große Botschaft des
Weihnachtsfestes „Friede auf Erden“ unterstreicht. Die Zukunft des „kleinen
Nobels“, dessen Schirmherrschaft Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens übernommen
hat, steht noch nicht fest, eine Wiederholung ist jedenfalls nicht
ausgeschlossen.