Der Problemlöser im Iserlohner Sport

Iserlohn. (hc) Jeder Verein im Iserlohner Sport hatte schon einmal mit ihm zu tun: Ralf Horstmann, Leiter des Sportbüros, Geschäftsführer der Iserlohner Sportförderung und in gleicher Funktion auch beim Stadtsportverband tätig. Er ist ein Mann, der den Sport im wahrsten Sinne des Wortes lebt und arbeitet.
Seit 1997 bekleidet er das Amt des Sportbüroleiters und hat in dieser Zeit schon einiges erlebt. Dennoch – oder gerade deswegen – beschreibt Horstmann seinen Beruf als „Traumjob“. Als Schnittstelle zwischen Vereinen, Sporttreibenden und der Verwaltung hat er, gemeinsam mit seinem Team, einen abwechslungsreichen Aufgabenbereich.

Viel Abwechslung

Horstmann selbst kommt ursprünglich vom Fußball, wo er heute noch aktiv bei den „Alten Herren“ von Borussia Dröschede spielt.
Seine Liebe zum Kicken entdeckte er allerdings über einen Umweg. Zunächst wurde er als Fünfjähriger beim TuS 06 Dröschede in der Turnabteilung aktiv. „Hinterher durften wir immer auf dem Schotterplatz Fußball spielen. Da habe ich schnell gemerkt, dass ich das lieber mache.“
So blieb er dem Stadtteil treu und ging zu den Dröscheder Kickern. Die Borussia ist für ihn eine Herzensangelegenheit, schon als 18-Jähriger übernahm er das Amt des Geschäftsführers, sehr zum Unmut seiner Familie.
„Meine Familie und Freunde haben mich gefragt, warum ich das mache, aber im Endeffekt hat mir diese ehrenamtliche Tätigkeit den Weg in den Job geebnet“, sagt Horstmann. Denn als der scheidende Amtsleiter Dieter Buschhaus nach einem Nachfolger suchte, wurde er bei Horstmann fündig, der zu diesem Zeitpunkt im Büro des Bürgermeisters arbeitete.
Die Beiden kannten sich über den Sport und so kam es zu der „glücklichen Fügung“, wie Horstmann es heute bezeichnet, dass er auf den Posten im Sportbüro wechselte.

Highlight WM 2006

Als besonderes Highlight seiner bisherigen Tätigkeit bezeichnet er die Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaften 2006 im eigenen Land. Damals bemühte sich Iserlohn darum, einen WM-Teilnehmer in die Waldstadt zu locken.
Drei Jahre im Vorfeld begannen die verschiedenen Vorbereitungen. Es klappte zwar am Ende nicht, ein Team für Iserlohn zu begeistern, doch die Begegnungen mit den Größen des Sports bleiben für Horstmann dabei genauso unvergesslich, wie das Public Viewing auf dem Schillerplatz als krönender Abschluss aller Bemühungen.
„Es haben uns verschiedene Delegationen besucht und auch auf den DFB-Verantstaltungen hat man immer wieder Promis getroffen. Beckenbauer, Netzer oder Pelé zu treffen war schon toll“, beschreibt er die Zeit, allerdings blieb ihm eine Sache ganz besonders im Gedächtnis. Als die italienische Delegation in Iserlohn eintraf, nahm er Trainerfuchs Marcello Lippi in Empfang und brachte ihn zum Hemberg. So kam Horstmann mit dem späteren WM-Sieger intensiv ins Gespräch.

Positive Entwicklung

Aber auch die aktuelle Entwicklung des Iserlohner Sports bewertet er sehr positiv. Über 50 Sportarten gibt es in der Waldstadt. „Das ist relativ viel für eine Stadt dieser Größe“, berichtet Horstmann. Dazu gibt es viele ungewöhnliche – aber erfolgreiche – Sportarten wie Skaterhockey, Rollhockey oder Radball.
Das bringt natürlich auch Probleme mit sich, denn Horstmann und sein Team müssen versuchen, allen Entwicklungen und Ansprüchen gerecht zu werden. „Das ist gar nicht so leicht. Es wechselt ständig. Wenn der eine Verein im Aufwind ist, ist der andere vielleicht ein bisschen in einem Loch – das kann sich aber auch schnell ändern.“

Auf Augenhöhe

Deshalb hat er stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Vereine. Denn im Herzen ist Horstmann natürlich selbst Sportler durch und durch und weiß, welche Probleme auf einen zukommen. In vielen Fällen kann er dann die Probleme auch zufriedenstellend lösen. Dabei hilft seine Einstellung zu den Vereinen, denen er stets auf Augenhöhe begegnet und mit vielen Akteuren des heimischen Sports auch per Du ist.
„Jeden Tag etwas Neues“, lautet sein Fazit auch nach 19 Dienstjahren als Amtsleiter.