Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Projektpartner qualifizierten geflüchtete Menschen

Flüchtlingsprojekt
Sie setzen auf Integration. Mohamad Faour und Layth Alsamaraee (v.l.) nehmen teil an einem Qualifizierungsprojekt von Märkischem Arbeitgeberverband, Jobcenter, Euro-Schulen und Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne. Das Foto zeigt zudem (v.r.) Josef Schulte, Geschäftsführer des MAV, Tanja Schubert vom Jobcenter, Andreas Weber von der Ausbildungsgesellschaft und Özgür Gökce von den Euro-Schulen. (Foto: A. Schneider)

Iserlohn. Layth Alsamaraee ist glücklich. Seit fast drei Jahren lebt er in Deutschland, hat die Sprache fleißig gelernt, musste aber erfahren, dass es gar nicht so einfach ist mit der Integration. „Ich wohne allein“, sagt er und ein bisschen Wehmut klingt in seiner Stimme mit. „Da habe ich wenig Kontakt zu Deutschen.“ Das hat sich geändert. Layth Alsamaraee gehört zu den jungen Menschen, die jetzt an einem Kooperationsprojekt von Märkischem Arbeitgeberverband, Jobcenter Märkischer Kreis, Euro-Schulen und der Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne an einem Projekt teilnehmen, das junge, geflüchtete Menschen mit den Metall- und Elektroberufen vertraut machen soll.

Er ist damit Teil einer Erfolgsgeschichte. Seit Beginn der sogenannten Flüchtlingswelle nämlich haben erwähnten Kooperationspartner für die Integration junger Geflüchteter in das Leben in Deutschland und in den Arbeitsmarkt eingesetzt. Immer wieder haben sie Kurse ins Leben gerufen, die junge Menschen mit dem deutschen Berufsalltag vertraut machen sollte. Das Ergebnis: Etwa gut 150 Personen konnten in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Eine Win-win-Situation. Die jungen Menschen haben eine Perspektive für ihr Leben in Deutschland bekommen. Die Arbeitgeber wiederum haben in Zeiten des Fachkräftemangels engagierte Kräfte hinzu gewonnen.

Ende September ist das Projekt gestartet, an dem auch Layth Alsamaraee teilnimmt. „Unser Ziel ist, die jungen Leute fit zu machen für eine Ausbildung zum 1. September des nächsten Jahres“, sagt Andreas Weber, Geschäftsführer der Ausbildungsgesellschaft, die eine Schulungseinrichtung in Genna unterhält.

Doch zuvor heißt es für die 15 Teilnehmer: büffeln. Denn die Sprache ist das A und O für eine gelingende Integration auf dem Arbeitsmarkt. Das weiß auch Özgür Gökce, Geschäftsführer der Euro-Schulen im Märkischen Kreis. Deshalb haben die Projekt-Partner die Stellschrauben für den aktuellen Qualifizierungskurs noch einmal angezogen.

Die Teilnehmer absolvieren zurzeit einen praxisbezogenen achtwöchigen Sprachkurs in der Ausbildungsstätte in Letmathe, bevor sie zur technischen Grundausbildung in die schuleigenen Werkstätten wechseln. Dann gilt es, die gelernten Fachbegriffe in der Praxis einzusetzen. Bis dahin werden sie sich gut im Vokabular rund um Sicherheit und Unfallverhütung zurecht finden. Um sie noch weiter fit zu machen für den Beruf, erhalten die jungen Menschen aber auch in der Werkstatt-Phase noch zweimal pro Woche Deutsch-Unterricht.

Im Februar schließlich unternehmen die Teilnehmer den nächsten Schritt. Sie beginnen ein Praktikum in den Betrieben der Region. Mit viel Fleiß und etwas Glück winkt anschließend eine Ausbildung – zum Verfahrensmechaniker, Maschinenanlagenführer oder zur Lagerlogistikfachkraft beispielsweise.

Die Perspektiven für die jungen Menschen sind glänzend. Josef Schulte, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitsgeberverbands, weiß, dass der Ausbildungsmarkt im märkischen Sauerland längst zum Bewerbermarkt geworden ist. Auf eine freie Stelle kommt ein Bewerber. Gut für die jungen Leute. Aber manchmal etwas schwierig für die Betriebe. Denn nicht immer stimmen die Qualifikationen mit den Erwartungen der Arbeitgeber überein.

Layth Alsamaraee jedenfalls ist zuversichtlich. Der 22-Jährige junge Mann aus dem Irak möchte es schaffen. Erste Kontakte hat er auch schon geknüpft. Die Pausen verbringen er und seine Kollegen aus dem Kurs mit den anderen Azubis in der Ausbildungsstätte. So kann Integration mit Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit funktionieren.