Die größten Streithähne wohnen in NRW

Studien belegen: Deutsche streiten gerne. Besonders im MK-Kreis setzt man vermehrt auf die direkte Auseinandersetzung, statt auf Wohlgefallen. (Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

Märkischer Kreis. Nicht immer ist die Weihnachtszeit unbedingt auch eine besinnliche, denn eins steht fest: Wir Deutschen streiten gerne. Und das egal zu welcher Jahreszeit. Dies belegt „Deutschlands großer Streit­atlas 2017“, die Neuauflage einer großangelegten Studie, die erstmals im Jahr 2013 durchgeführt wurde. Demnach ist durchschnittlich mehr als jeder vierte Einwohner im Märkischen Kreis in einen Rechtsstreit verwickelt Darüber hinaus fällt auf, dass die Bevölkerung im Märkischen Kreis mehr als der Gesamtdurchschnitt in Deutschland streitet. Gerade in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland, das für seinen Frohsinn bekannt ist, wird gerne und heftig gestritten. In NRW gibt es durchschnittlich 28,8 Streitfälle pro 100 Einwohner. Seit dem Zeitpunkt der ersten Erhebung wurden insgesamt 1,7 Millionen Streitfälle der Advocard ausgewertet. Gestritten wird vor allem über Privates (38,40 Prozent aller Streitigkeiten), gefolgt von Verkehrsstreitigkeiten (29,50 Prozent) und Arbeitsthemen (13,80 Prozent). Mehr als die Hälfte aller Streithähne im Märkischen Kreis sind Männer.

Liegt das Streit-Gen auf dem Y-Chromosom?

Männer sind offenbar sehr viel mehr auf Krawall gebürstet als Frauen. Über zwei Drittel aller Streitigkeiten werden von Männern ausgetragen (67,1 Prozent). Auch wenn der biologische Beweis bisher fehlt: Das Streit-Gen scheint auf dem Y-Chromosom zu liegen. Ein differenziertes Bild ergibt sich, betrachtet man die Geschlechter getrennt: Verkehrsstreitigkeiten sind bei Männern (30,6 Prozent) weitaus häufiger der Grund für Konflikte als bei Frauen (22,4 Prozent). Für Frauen dagegen bietet der Bereich Wohnen und Mieten deutlich öfter Anlass zu Streit als für Männer. Ganz so unterschiedlich sind sich die Geschlechter dann aber doch nicht: Am häufigsten streiten Frauen genauso wie Männer über Alltagsthemen: In 40,1 Prozent aller Streitfälle geht es um Privates, zum Beispiel Erbstreitigkeiten, Trennungen oder Unfälle wie einen Hundebiss.

Mid-Streit-Crisis statt Mid-Life-Crisis?

In der Mitte des Lebens scheint den Deutschen nicht nur die Midlife-Crisis, sondern auch die Mid-Streit-Crisis zuzusetzen: Menschen zwischen 46 und 55 Jahren streiten sich am häufigsten (28,4 Prozent aller Streitfälle). Insgesamt nimmt der Anteil an jüngeren Streitenden aber deutlich zu: Vor 15 Jahren waren junge Erwachsene unter 36 Jahren für nur 3,1 Prozent aller Streitfälle verantwortlich – heute sind es bereits 23,7 Prozent. Auch an Weihnachten kehrt sich die Vorstellung einer perfekten und harmonischen Feier oft ins Gegenteil. Ganz gleich ob fehlende Tischmanieren oder das falsche Geschenk: was Paare an Weihnachten besonders auf die Palme bringt, sind ungeliebte Verwandte, die aus Pflichtgefühl mit unter dem Baum sitzen sollen. Was hilft? Ansprüche herunter schrauben und auch kleine Fehler und Pannen verzeihen.