Die mit den Pferden tanzt

Von Andreas Dunker

Zwei, die sich verstehen: Senta Kirchhoff und ihr Hannoveraner Wallach „Soulmate“, mit dem sie jetzt bei der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde das kleine Finale gewann. (Foto: Andreas Dunker)

Iserlohn. Die Iserlohner Dressurreiterin Senta Kirchhoff (25) hat mit „Soulmate“ bei der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde in Verden das kleine Finale der sechsjährigen Pferde gewonnen. Der Erfolg ist vorläufiger Höhepunkt einer noch jungen Karriere. Wie verbindet Senta Kirchhoff ihren sportlichen Ehrgeiz mit beruflichen Plänen?

„Um kurz nach 7 Uhr klingelt mein Wecker, gegen 8 Uhr bin ich dann am Stall des Reitvereins Iserlohn am Seilersee, wo meine Tiere stehen! Dann trainiere ich nacheinander alle meine fünf Dressurpferde und so um 13 Uhr fahre ich wieder in meine Wohnung, um fürs Studium zu lernen“, berichtet Senta Kirchhoff über ihren Alltag.

Dass für Studenten der „frühe Morgen“ – Vorurteilen zu folge – auch schon mal gerne erst am späten Nachmittag beginnt, hat die 25-jährige Iserlohnerin zwar schon mal gehört. Für die passionierte Reiterin trifft dies jedoch nicht zu. Um ihr Hobby zum Beruf zu machen, steht sie gerne täglich früh auf und übt mehrere Stunden mit ihren Dressurpferden, bevor sie am Nachmittag für ihr Fernstudium lernt.

Und dies mit Erfolg. Denn den Bachelor-Abschluss hat die sympathische Frau bereits geschafft. Seit zwei Semestern arbeitet sie nun für den Master im Bereich „International Management“. Bei dem betriebswirtschaftlichen Fernstudium an der Fachhochschule Erdingen bei München hat sie genügend Freiheit, um sich weiterhin im Pferdesport zu engagieren. Nur etwa einmal pro Monat muss sie für eine Woche vor Ort an die Uni. Ansonsten hat sie keine Präsenzpflicht und kann nach eigener Zeiteinteilung zu Hause lernen.

Bei der Sichtung qualifiziert

Neben dem ersten Abschluss im Rahmen ihres Mangement-Studiums hat Senta Kirchhoff mit ihrem Ehrgeiz aber inzwischen auch einen ersten großen Erfolge im Pferdesport erzielt. Denn bei der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde in Verden hat sie zusammen mit ihrem Hannoveraner Wallach „Soulmate“ kürzlich das kleine Finale der sechsjährigen Pferde gewonnen.

Bundestrainer Holger Schmezer hatte die Iserlohner Reiterin für die deutsche Mannschaft nominiert. – Insgesamt standen bei der zentralen Sichtung im Bundesleistungszentrum in Warendorf 28 Sechsjährige zur Auswahl. Senta Kirchhoff hatte sich dabei mit Soulmate für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Jungen Pferde in Verden qualifiziert.

Vielleicht klappt’s ja mit dem Profi-Reitsport: Senta Kirchhoff und „Soulmate“. (Foto: Andreas Dunker)

Der Hannoveraner Wallach „Soulmate“ stammt von Sandro Hit und Calypso II aus dem Stall des Züchters Frank Nordhausen ab.

Die talentierte Nachwuchsreiterin Senta Kirchhoff – deren Mutter geschäftsführende Gesellschafterin der Lobbe-Unternehmensgruppe ist – möchte auch auf Dauer eventuell in den professionellen Reitsport.

Vor allem die Ausbildung der jungen Pferde zusammen mit ihrer eigenen Trainerin Ellen Schulten-Baumer macht der passionierten Iserlohner Pferdebesitzerin besonderen Spaß.

Eine Zukunft im Profi-Reitsport?

Inzwischen besitzt sie bereits fünf eigene Pferde: Sie ist mit dem Studium und dem Trainieren für Turniere so beschäftigt, dass sie es zeitlich nicht mehr schafft die Pferde selber zu putzen und zu satteln. Dabei hilft ihr ein kleines Team.

Ihre Leidenschaft beschreibt die erfolgreiche Sportlerin so: „Dressurreiten ist wie Tanzen mit dem Pferd – Ziel ist es, die vorgeschriebenen Bewegungsmuster möglichst in Perfektion mit dem Tier auszuführen!“

Für andere Hobbys bleibt dabei wenig Zeit. Im Winter fährt Senta Kirchhoff zwar noch Ski und im Sommer geht sie gerne tauchen. Aber länger verreisen kann sie nicht, da sie ungern von ihren geliebten Pferden getrennt ist.

Senta Kirchhoff: „Ich möchte erst mal schauen, wie weit ich im Profi-Reitsport mit meinen eigenen Möglichkeiten kommen kann. – Gerne würde ich das Studium auch mit dem Pferdesport verbinden.“ Ein zweites Standbein wie das betriebswirtschaftliche Studium sei aber auf jeden Fall sinnvoll.