Die Stadt Iserlohn hilft bei den ersten Schritten in das Berufsleben

Erfolgreiches Programme: „backstage/backPack“-Absolventen Tobis Ginsberg (sitzend) und Mika Maruhn (rechts) haben über das „Hereinschnuppern“ in Betriebe ihre passenden Ausbildungsbetriebe gefunden. (Foto: Heiko Cordes)

Iserlohn. (hc) Wie findet man den passenden Beruf? Diese Frage müssen sich Jahr für Jahr viele Schülerinnen und Schüler stellen, wenn sich ihre Schulzeit dem Ende zuneigt.

Studieren oder eine Ausbildung, Dienstleister oder Handwerker – grundsätzliche Fragen müssen sich im Vorfeld bereits grklärt werden. Eine Orientierungsmöglichkeit bietet das Angebot der Stadt Iserlohn mit dem Namen „backstage/backPack“. Dort können interessierte Jugendlich einmal in die Praxis „reinschnuppern“. Das heißt ganz konkret: Viele sehen zum ersten Mal einen Betrieb von innen, sehen Produktionsstätten, Werkstätten oder Büros.

Persönlicher Kontakt

In Gesprächen mit Angestellten, zum Beispiel Auszubildenden, bekommen sie einen ersten Eindruck davon, wie der Alltag in den jeweiligen Berufen aussieht. Das kann positive, aber auch negative Reaktionen hervorrufen – und das ist auch ganz explizit gewünscht. Georg Christophery vom Übergangsmanagment Schule – Beruf der Stadt Iserlohn erklärt: „Lieber beim ersten Besuch merken: ‚Oh, das liegt mir aber gar nicht!‘ als sich hinterher womöglich durch ein dreiwöchiges Praktikum zu quälen.“

Den Schülerinnen und Schülern wird so eventuell eine Enttäuschung erspart, und im Optimalfall findet er oder sie die Berufung fürs Leben.

Positives Beispiel

So wie Mika Maruhn. Der 17-Jährige macht seine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker, nachdem er über das „backstage“-Programm den Beruf überhaupt erst einmal kennenlernte. Ein positives Beispiel. Aber nicht nur für die jungen Leute hat diese Form des Kennenlernens einen Vorteil. Viele Betriebe suchen händeringend nach guten Auszubildenden – finden sie aber nicht. Da bietet es sich an, die Türen zu öffnen und sich vorzustellen, um die besten Kräfte in den eigenen Reihen zu wissen.

Erfolgsprogramm

Seit sechs Jahren gibt es das Programm schon und erfreut sich wachsender Beliebtheit, sowohl bei Unternehmen als auch bei Schülerinnen und Schülern. 73 Unternehmen und 381 interessierte Jugendliche nahmen an der elften Staffel im vergangenen Vierteljahr teil. 25 Unternehmen haben bereits für die kommende Ausgabe ihre Zusage gegeben, 80 sollen es nach dem Wunsch von Christophery werden. „Wir gehen jetzt intensiv in die Telefonakquise und sind zuversichtlich, dass wir einige Unternehmen für die 12. Staffel gewinnen können.“

Diese soll am Montag, 26. März, beginnen. Unternehmen präsentieren sich in rund eineinhalb bis zwei Stunden den potentiellen Bewerbern im Rahmen von „backstage“. Wenn das Interesse geweckt ist folgt im zweiten Schritt „backPack“. Dort dürfen die Interessenten über mehrere Stunden im Betrieb sein und in der Praxis erste Erfahrungen sammeln.

Wenn das geklappt hat, bietet es sich für beide Seiten an, ein freiwilliges Praktikum zu machen, ehe sich im Optimalfall am Ende ein Ausbildungsverhältnis ergibt.

Kontakt suchen

Interessierte Unternehmen, die bisher noch nicht teilgenommen haben, können sich bei der Stadt melden, um in das Portfolio mit aufgenommen zu werden. Ansprechpartner ist Georg Christophery, Tel. 02371 / 217-1865 oder per E-Mail: georg.christopheryiserlohn.de.

Besuch in der Schule

Um den Schülerinnen und Schülern das ganze „backstage/backPack“-Programm näher zu bringen kommen Christophery und sein Team in die einzelnen Klassen und stellen es vor. Dort werden auch Berufe erklärt, Tipps gegeben und Ängste und Vorurteile abgebaut.