Doppeltes Jubiläum für die Iserlohner Schwanen-Apotheke

[1/2] Apothekerin Christa Knodt feiert derzeit ein Doppeljubiläum in ihrer Schwanen-Apotheke. (Foto: Claudia Eckhoff) [2/2] Ganz modern und zeitgemäß: So sah das Schaufenster der Schwanen-Apotheke 1961 aus. (Foto: privat)

[1/2] Apothekerin Christa Knodt feiert derzeit ein Doppeljubiläum in ihrer Schwanen-Apotheke. (Foto: Claudia Eckhoff) [2/2] Ganz modern und zeitgemäß: So sah das Schaufenster der Schwanen-Apotheke 1961 aus. (Foto: privat)

Iserlohn. (clau) Kürzlich wurde die Schwanen-Apotheke an der Westfalenstraße 31 stolze 60 Jahre alt. Für Inhaberin Christa Knodt verbindet sich damit auch ein persönliches Jubiläum: Die Apothekerin arbeitet seit genau 30 Jahren in dem Betrieb, den einst ihre Eltern gründeten.
„Ich bin ein Jahr älter als die Apotheke“, schmunzelt sie. „Ich bin damit groß geworden. Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich schon ganz früh davon gesprochen habe, einmal selbst Apothekerin zu werden.“
Vielseitige Schwerpunkte
Die Eltern, Dr. Helmut Dubois und seine Frau Magdalene, leiteten das Geschäft bis zum Tod des Vaters im Jahr 1974. „Mein Vater arbeitete eng mit dem Heilpraktiker Jung zusammen. Ihre Kooperation hatte absolut wissenschaftliches Niveau“, erinnert sich Christa Knodt. Der Homöopathie blieb sie treu, als sie 1987 die Apotheke übernahm. Weitere Schwerpunkte sind die Krankenpflege, die Themen Ernährung und Haut, sowie der Verleih von Messgeräten, Babywaagen, Gehhilfen und dergleichen.
Pharmazie und Handarbeit
Bis zu seinem Tod im Jahr 2003 wurde Christa Knodt im Geschäftsalltag unterstützt von ihrem Mann Wolfram Knodt. Der approbierte Apotheker brachte sich mit ganzer Kraft und viel Engagement in die Schwanen-Apotheke ein.
Heute lenkt Christa Knodt die Geschicke ihrer Apotheke und der neun Mitarbeiter allein. „Eine unserer Fachkräfte ist spezialisiert auf Reisemedizin“, sagt sie. „Sie berät besonders kompetent in Sachen Impfungen und bildet sich regelmäßig fort.“
Über den Ladentisch gehen tagtäglich in erster Linie Fertigprodukte. Dennoch werden noch immer in feiner Handarbeit Rezepturen hergestellt, etwa Cremes gegen Neurodermitis und Ekzeme. „Hier kommt es auf die genaue Wirkstoff-Konzentration an“, berichtet Christa Knodt. „Es muss ein Herstellungsprotokoll erstellt werden und oft sind Nachfragen bei dem verschreibenden Arzt notwendig. All das kostet viel Zeit.“
Die Kunden und „ihre“ Apotheke
Kleine Apotheken haben zu kämpfen. Das Apotheken-Sterben geht weiter. Die Maschen im Netz der pharmazeutischen Nah-Versorgung werden immer größer.
„Es ist für uns Apotheker schwerer geworden“, sagt auch Christa Knodt, die selbst ihre Arbeit aus Berufung und mit großer Leidenschaft angeht. „Die Kunden werden kritischer und interessieren sich stärker für natürliche Medizin. Sie wissen eine individuelle Beratung und ein Vertrauensverhältnis zu ‚ihrer‘ Apotheke zu schätzen.“
Ältere Kunden kannten noch Christa Knodts Eltern. Gerade sie sind oft dankbar für den Lieferdienst, der ihnen die dringend benötigten Medikamente nach Hause bringt. „Gut, dass Sie hier sind“ und „Schön, dass es Sie gibt“ – so etwas hört Christa Knodt oft und es gibt ihr Kraft. Sie hofft, dass ihre Apotheke noch lange fortbestehen kann. Aber sie weiß auch, wie schwer es ist, Nachfolger zu finden. „Die jungen Leute streben in die Industrie, wo sie kein wirtschaftliches Risiko fürchten müssen und wo es keine Nachtdienste gibt“, sagt sie.
Immer verlässlich
Regelmäßig ist jede Apotheke auch an den Wochenenden an der Reihe. „Vor ein Uhr nachts braucht man sich da gar nicht erst ernsthaft hin zu legen“, weiß Christa Knodt. „Da haben wir zu zweit gut zu tun.“ Sie kannte das schon als Kind. Sie ist damit groß geworden. Und sie will es weiter machen. In diesen Tagen aber feiert sie erst einmal mit Jubiläums-Aktionen und etlichen Extras für ihre Kunden. Besonders am Freitag, 8. September, soll es in der Apotheke rund gehen.