Ein halber Segen reicht: Fritzi Bimberg-Noltes Leben

Bei der Buchvorstellung im Literaturhotel Franzosenhohl gab sich viel Prominenz die Ehre: (v.l.) Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Iserlohn Martina Espeloer

Bei der Buchvorstellung im Literaturhotel Franzosenhohl gab sich viel Prominenz die Ehre: (v.l.) Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Iserlohn Martina Espeloer, der Gevelsberger Bürgermeister Claus Jacobi, Lektor Dr. Ulrich Parlow, die Autori

Iserlohn. (clau) „Meine Lebensreise mit dem Automobil und was mir dabei wirklich wichtig war“ lautet der Untertitel zu Fritzi Bimberg-Noltes Autobiografie „Ein halber Segen reicht für ein ganzes Leben“.

Schon zum 100-jährigen Bestehen der Autohausgruppe Gebrüder Nolte hat die Iserlohner Unternehmerin und Mobilitäts-Expertin im Jahr 2014 ein erstes Buch herausgegeben. Unter dem Titel „Da hinten wird’s schon wieder hell“ beleuchtete der Erstling die Firmengeschichte der Autohausgruppe Nolte, die von der Familiengeschichte kaum zu trennen ist.
Was damals aber zu kurz kam, holt die Autorin nun auf 240 Text- und 32 Bildseiten nach. Im neuen Buch, das mit einem Vorwort von Ernst Doss­mann bei Media Kern im Kawohl-Verlag erschienen ist, blickt sie dankbar zurück auf ihr bewegtes Leben. Ihre Biografie entwickelt sich seit 1931 fast ein ganzes Jahrhundert lang vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte, der regionalen wie globalen Historie und ­ natürlich des Fortschritts der Automobil-Technik.
Kurios, heiter, dramatisch
Dennoch ist das Buch ein ganz persönliches. Es berichtet von der Kindheit, der Erziehung, der Familie, der Firma, von Berufung, vom Glück und von Schwernissen und vom starken, christlichen Glauben. Fritzi Bimberg-Nolte erzählt dabei Kurioses wie Dramatisches und schlägt sowohl heitere als auch besinnliche Töne an.
„Was du willst, das kannst du auch“ – das hat Fritzi Bimberg-Nolte schon im Elternhaus gelernt. Und es hat sich für sie bewahrheitet. Noch heute mit 85 Jahren steht sie als Unternehmerin täglich im Berufsleben, dem sie als überzeugte Christin eine ganz besondere Prägung gibt.
Mit ihrer Arbeit, der sie nun schon rund zwanzig Jahre länger nachkommt, als der Durchschnitts-Bürger, wollte sie immer Freude machen und anderen dienen. Sie spricht von Berufung.
Aber sie gesteht in ihrem Buch auch, dass ihr das Auto manchmal, wenn ihr alles zu viel wurde, gelegentlich als Rückzugsort diente. Dann setzte sie sich allein hinein und fuhr einfach durch die Gegend. „Als mein eigener Kapitän“, so erinnert sie sich. Hätte sie nicht irgendwann eine eigene Familie gegründet, wäre sie wohl gern Diakonissin geworden. Sie lacht ein wenig bei der Vorstellung: „Eine Diakonissin im Autohaus – das hat es wohl auch noch nicht gegeben.“